Frage von meniskus, 20

Testament des Vaters existiert - beide Söhne sollen erben - wenn er nochmal heiratet, was dann?

Der verwitwete Vater hat ein handschriftliches Testament gemacht, indem er seine Söhne als Alleinerben benennt. Wenn er nun nochmal heiratet und im ges. Güterstand lebt, bekommt seine Frau dann nur den Pflichtteil? Wie hoch ist dieser? Danke!

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Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Erbe, 17

§§ 1931 + 1932 BGB

Ohne Testament erbt die Ehefrau bei gesetzlichem Güterstand das Ehegattenvorab von 1/4 und gegenüber Erben 1. Ordnung (Kindern) 1/4.

Somit in dargestellten Fall ohne Testament 1/2.

Mit dem genannten Testamen, wenn nicht geändert wird die hälfte dieses gesetzlichen Erbteils, als 1/4.

Wenn die spätere Ehefrau nichts bekommen soll, müsste man einen Erbvertrag machen, in dem die Ehefrau auf das Erbe verzichtet.

Per Testament sind Ehegatten und Erben 1. Ordnung nur in ganz wichtigen Punkten (nach dem Leben trachten usw.) zu enterben.

Antwort
von imager761, 17

seine Söhne als Alleinerben benennt. Wenn er nun nochmal heiratet und im ges. Güterstand lebt, bekommt seine Frau dann nur den Pflichtteil?

Nein, zusätzlich auch pauschlierten Zugewinnanspruch von 1/4.

http://dejure.org/gesetze/BGB/1371.html

Der verwitwete Vater hat ein handschriftliches Testament gemacht, indem er seine Söhne als Alleinerben benennt. Wenn er nun nochmal heiratet

... liegt die Vermutung nahe, dass er sein Testament ändert und die Erbeinsetzung der Söhne unwirksam macht.

G imager761

Antwort
von KolBri, 15

Wenn es bei dem jetzigen Testament bliebe und die neue Ehefrau darin weder als Erbin eingesetzt ist noch mit einem Vermächtnis (z.B. ein Auto, ein Geldbetrag, eine Goldkette,...) bedacht ist, dann stehen ihr beim Tod des Ehemannes nur Pflichtteilsansprüche in Höhe von 1/8 (= 12,5 %) zu. Zusätzlich kann sie gegebenenfalls Zugewinnausgleich verlangen. Zum Überprüfen dieses Ergebnisses vgl. Pflichtteilrechner: http://www.pflichtteilrechner.de/pflichtteil_berechnen_pflichtteil_rechner_hinwe...

Die entscheidende Rechtsgrundlage für diesen "kleinen" Pflichtteil ist § 1371 Abs. 2 BGB.

Ein Testament kann allerdings bis zum Tod noch geändert werden!

Antwort
von hildefeuer, 13

Dadurch ändert sich an dem Testament erst mal nix, es sei denn der Vater ändert das Testament indem er ein neues schreibt. Die gesetzliche Erbfolge (bei der die neue Frau erben würde) tritt erst ein wenn kein Testament existiert.

Kommentar von freelance ,

Die gesetzliche Erbfolge tritt erst ein wenn kein Testament existiert

verstehe ich das richtig, dass du meinst, sie bekommt nichts?

Dem ist nicht so. Der Pflichtteil greift.

Antwort
von freelance, 11

wenn der Vater nichts ändert am Testament, neu heiratet, die neue nicht explizit auf ihr Erbe verzichtet, dann hat sie einen Anspruch auf 50% des Anteils der gesetzl. Erbfolge. Das sind dann 50% von der Hälfte, also 25%.

"Schlimmer" für die Söhne wird es dann, wenn er neu heiratet und er ein Berliner Testament aufsetzen sollte.

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