Frage von sabiduria, 1.104

Teakholz: Hat jemand schon bei ShareWood investiert und kann über Erfahrungen berichten?

Ich habe schon etwas über die Firma gelesen, aber würde am liebsten mal persönlich von Leuten hören, die über ShareWood in Teakholz investiert haben. Wie sind eure Erfahrungen!?

Antwort
von Fritz0815, 26

Sharewood Switzerland AG – Erfahrungen

Ich war mehrere Jahren Privatanleger bei der Firma Sharewood Switzerland AG und kann diese Firma leider nicht weiterempfehlen.

Das Geschäftsmodell sieht wie folgt aus: Die Firma betreibt Holzplantagen in Brasilien. Hier werden hauptsächlich Monokulturen mit Teak-, Balsa- und Euklalyptusbäumen angebaut und bewirtschaftet. Der Anleger schließt einen Vertrag mit der in Zürich sitzenden Firma ab. Nach diesem kauft er Bäume, die auf dem Grund und Boden einer brasilianischen Tochterfirma stehen. Nach Aussage von Sharewood Switzerland AG sei es in Brasilien möglich, Bäume zu erwerben, ohne Besitzrechte am Grund- und Boden zu haben. Aus juristischer Sicht ist die Zulässigkeit solcher Verträge aber äußerst fragwürdig und nicht hinreichend geklärt. Die Verträge werden meist auf einen Zeitraum von ca. 5 bis 20 Jahre abgeschlossen. Die Sharewood Switzerland AG verpflichtet sich darin, Bäume einer bestimmten Sorte anzupflanzen, zu pflegen, zu ernten und zu vermarkten. Der Anleger erhält nach bestimmten Ausforstungen und nach der Schlussernte einen Erlös vom vermarkteten Holz. Die Rendite soll nach Aussage der Firma Sharewood bei 7 bis 11% pro Jahr liegen.

Die Idee klingt erst einmal gut. Investitionen in Sachwerte sind wenig anfällig für Inflation, Holz ist ein immer knapper werdender Rohstoff, die Renditen sind gut und man tut nebenbei auch noch etwas für die Umwelt, da CO2 gebunden wird und der illegale Einschlag vermindert wird. Leider klaffen Idee und Wirklichkeit weit auseinander. Zunächst einmal wird Transparenz hier eher klein geschrieben. Der Anleger kann über die wirtschaftlich-/finanzielle Situation der Sharewood Switzerland AG nichts in Erfahrung bringen, da sie ihre Geschäftszahlen nicht veröffentlicht. Ob sie also solvent ist oder kurz vor der Pleite steht, oder es sich hier gar um ein Schneeballsystem handelt ist vollkommen unbekannt.

Das weitaus größere Problem sind jedoch unzutreffende Aussagen in den Verkaufsdokumenten und das unaufrichtige Verhalten gegenüber den Anlegern. Bevor ein Anleger einen Vertrag abschließt bekommt er eine Art Vorkalkulation oder Prognose. Hier wird aufgelistet wieviele Bäume er kauft, wann diese ausgeforstet und geernetet werden sollen und wie hoch die Erlöse voraussichtlich sein werden. Kleinere Beträge zahlt die Firma meist anstandslos aus, doch sobald es in den Bereich von mehreren tausend Euro geht wird die Auszahlung massiv verzögert. In meinem speziellen Fall ist eine Auszahlung erst nach mehr als 2 Jahren Verspätung erfolgt. Auf Nachfragen wurden hier immer wieder andere Ausreden präsentiert und teilweise abenteuerliche Begründungen gegeben, warum die Auszahlung gerade noch nicht erfolgen könne. Meistens wird man dann auf mehrere Wochen oder Monate vertröstet in denen wieder nichts passiert. Das Geld wurde dann erst nach endlos langen Hin- und Her und auf massiven Druck und Drohungen endlich ausgezahlt.

Nach eigener Recherche mussten zahlreiche Anleger bereits anwaltlichen Beistand einholen und auf dem Rechtsweg das investierte Kapital zurückholen. Wie es scheint versucht Sharewood Switzerland AG dabei mit allen Mitteln negative Publicity zu verhindern. Ein interessanter Hintergrund ist weiterhin, dass der Geschäftsführer der Firma - Peter Möckli - Mitte der 2000er Jahre eine Firma namens „Prime Forestry AG“ mit gleichem Geschäftsmodell in die Pleite gewirtschaftet hat. Das Geld vieler Anleger war daraufhin verloren. Ein Schelm wer Arges dabei denkt…

Mein Fazit: Finger weg und Ärger vermeiden.

P.S.: Wer bereits ins Fettnäpfchen getreten ist, sollte wissen, dass man für den Rechtsweg nicht in die Schweiz fahren muss. Die Firma kann nach geltendem Recht hier in Deutschland verklagt werden. Entscheidend ist nämlich wo der Vertrag unterschrieben wurde. Es gilt dann das deutsche Vertragsrecht!

Antwort
von greenwave, 1.076

Generell ist die Idee Holzinvestment schon passend. Die Weltbevölkerung nimmt zu, der Holzverbrauch nimmt damit zu, die Waldflächen nehmen leider ab.

Entsprechend muss man einen guten Anbieter erwischen - oder, besser, noch, man sollte streuen. Also lieber kleinere Beträge bei 2 oder 3 Anbietern als alles in einen Topf zu werfen.

Hier gibt's noch eine Liste mit 7 Punkten, die man bei Waldinvestments beachten sollte: Werbung durch Support gelöscht

Vielleicht hilft Dir das noch ein bisschen weiter.

Kommentar von sabiduria ,

Danke! Ich hätte vor allem gerne mit jemandem gesprochen, der Bares investiert hat.

Antwort
von Nonomoreteak, 698

Lieber die Finger weglassen !!! Risiko Totalverlust !!! Die vermitteln nur ... Der Erlös kommt nur im Falle des Holzverkaufs zustande ... Dafür sind die aber nicht zuständig ... Bin dort vor 2-3 Jahren eingestiegen ... Ganz schlechter Kundenservice ... Ich habe das ungute Gefühl, es wächst dort kein Baum von mir ...

Antwort
von althaus, 678

Investiere lieber in Möbel. Mit denen kannst Du wenigstens was anfangen.

Kommentar von Zitterbacke ,

Kommt darauf an wie groß der Tisch ist !!!

Kommentar von Tritur ,

Schreibtischgröße reicht, wenn man den Locher zur Seite schiebt.

Antwort
von Investorwarner, 770

Extrem schlechte Erfahrungen haben mehrere tausend Anleger mit dem früheren Teakinvestment -Unternehmen der beiden Sharewood-Verantwortlichen Peter Möckli und Robert Bühler gemacht.

Sie waren vor Sharewood Switzerland AG verantwortlich bei der Prime Forestry Switzerland AG. Auch diese bot Teakinvestments in Lateinamerika an und prognostizerte extrem hohe Renditen. Nach dem Konkurs der Prime Forestry Switzerland stellte sich jedoch heraus, dass die Flächen großteils für Teakanbau ungeeignet waren. Zudem ähnelte es einem Schneeballsystem, es gab fast keine Rücklagen für 20 Jahre Forstpflege. Unmittelbar nach dem Konkurs dieser Teakinvest-AG eröffneten die beiden die "Sharewood Switzerland AG", die ebenfalls Teakinvestments in Lateinamerika anbietet.

Auf der ARD-Homepage findet man folgendes kritisches zur Sharewood Switzerland AG http://boerse.ard.de/anlagestrategie/branchen/holz-wohin-man-schaut100.html

Zitate daraus: "Sharewood – sorgt gern selbst für gute "Presse" (...) Und wie ist das hier mit dem Risiko? Geworben wird mit dem Slogan "Maximale Sicherheit garantiert". Was ist, wenn eine Parzelle vom Sturm zerstört oder von Schädlingen befallen wird? Droht dann der Totalverlust? Über dieses Risiko ist auf Anhieb nichts zu finden, auch nichts über die Kosten. Unseriös ist auch der Hinweis auf "ShareWood in der Presse".(...) Wenn man genau schaut, steht da das Wörtchen "Advertorial" - "Ad" heißt so viel wie Werbung. Es lohnt sich, genau hinzuschauen – erst recht, wenn so viel Geld in Werbung gesteckt wird. Denn wer zahlt das am Ende? Der Investor, genau! Übrigens: zwei Namen der inzwischen insolvent gegangenen Firma Prime Forestry tauchen auch bei Sharewood auf: Peter Möckli und Robert Bühler.*

Antwort
von Privatier59, 962

Wie sollen Erfahrungen denn entstehen können? Bäume rasen nicht in den Himmel. Erst in 20 Jahren kann man darüber reden ob Profite entstanden sind:

http://www.wallstreet-online.de/diskussion/1189779-1-10/sharewood-group-erweiter...

Ich wette aber, dann ist das Geld schon weg.

Kommentar von wfwbinder ,

Was mir gerade so einfällt, man sollte diese Anlage besonders in Altenheimen anbieten, wenn was schief geht, gibt es Ärger erst, wenn der Kunde keinen Ärger mehr machen kann.

Antwort
von Niklaus, 903

Holzfonds sind geschlossene Beteiligungen. Das heißt sie bergen das volle Unternehmerrisiko. Bis hin zum Totalverlust. Das sollte man als Anleger wissen. Es gibt noch mehr Fragen in diesem Zusammenhang.

  • Wie hoch sind die weichen Kosten
  • Wie hoch ist der Fremdkapitaleinsatz
  • Wie hoch die Tilgung?
  • Ab wann gibt es die ersten Ausschüttungen. Wie hoch werden die Ausschüttungen sein
  • Gibt es eine Nachschusspflicht
  • Wie lange ist die geplante Laufzeit.
  • Wer ist der Initiator?
  • Wo fließt das Kapital hin??
  • Wo wird das Holz angebaut, Europa oder vielleicht Südamerika. Ist das schon bekannt oder ist es ein Blindpool
  • Wem gehört das Land jetzt und wem vorher?

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