Frage von keineahnung23,

Student, Aktien, ab wann Steuererklärung?

Hallo, Ich bin Student, 24 Jahre alt, wohne noch bei meinen Eltern und das heißt ich hatte bisher noch nie etwas mit Steuern bzw. einer Steuererklärung am Hut. Ich habe ca. 10000 Euro aus einem Sparbuch und die möchte ich jetzt auf ein Depot legen und in Aktien investieren. Jetzt meine Fragen dazu:

Kann ich einfach loslegen, Gewinn erwirtschaften und die Steuern werden automatisch abgezogen, ohne das ich mich damit beschäftigen muss?

Muss ich eine Steuererklärung machen, egal wie hoch meine Erträge sind?

Was habe ich hier zu beachten, wie gehe ich vor?

Würde mich über eine Antwort freuen.

keineahnung23

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Antwort
von Rat2010,

Man kann ganz einfach loslegen. Den Freistellungsauftrag gibst du statt wie bisher bei der Bank mit den Sparbuch, bei der mit dem Depot ab.

801 € sind schon bei 10.000 € Anlagebetrag in Aktien ziemlich wenig. Man macht das ganze ja nicht zum Spaß ;). Wenn du also Glück hast und mehr als den Sparerpauschbetrag an Einnahmen erzielst, zieht die Bank Abgeltungssteuer ab, die du dir nur über eine Einkommensteuererklärung zurück holen kannst. Die macht vielleicht auch Sinn, um sich Verluste für die Zukunft bestätigen zu lassen. Der Aufwand dafür hält sich aber stark im Rahmen. Du solltest das mit ELSTER hinbekommen. Mitte 20 ist ein guter Zeitpunkt, sich mit der Steuererklärung zu beschäftigen und du fängst ja auch da klein an.

Alternativ könntest du dir eine Nicht-Veranlagungs-Bescheinigung geben lassen. Wäre mir dafür aber zu viel Aufwand.

Außer dem Freistellungsauftrag ist aber nichts zu beachten. Wesentlich schwieriger als das mit der Steuer ist, mit Aktien Gewinne einzufahren. Über die Strategie, durch die dein Geld nach Kosten nicht wie bei so vielen weniger sondern mehr wird, solltest du viel mehr nachdenken.

Antwort
von Schiko,

Du hast nur darauf zu achten dass die Aktien hohe Dividenden bringen.

Von den Zinsen/ Dividenden werden automaisch von der Bank soweit diese im Jahr 801 Freistellung übersteigen, Steuern an das Finanzamt abgeführt. Liegt der Bank aber eine NV-Bescheinigung vor-ausgestellt auf Antrag beim Finanzamt- und eiingereicht bei der Bank, wird nichts einbehalten für das Finanzamt.

Ohne diese Bescheinigung kann die von der Bank pflichtgemäß abgeführte Steuer durch eine Steuererklärung beim Finanzamt wieder erstattet werden, soweit der Betrag das zu versteuernde Einkommen ( Dividenden/Zinsen) von 8004 im Jahr nicht übersteigt.

MfG.

Antwort
von Privatier59,

Ganz so einfach ist es nicht. Die Idee der sogenannten Abgeltungsteuer war u.a., für eine Steuervereinfachung zu sorgen. Daraus geworden ist ein bürokratisches Monster:

Wenn Du kirchensteuerpflichtig bist und Deine Bank nicht anweist die Kirchensteuer einzubehalten mußt Du die Kirchensteuerzahlung per Steuererklärung nachholen.

Wenn Du ausländische Fonds im Depot hast dann kann es auch dann, wenn Du das Depot hier in Deutschland führst passieren, dass der Steuerabzug nicht oder nicht vollständig erfolgt. Das mußt Du per Steuererklärung nachholen lassen.

Bei geringen Einkünften, also in Deinem Fall, kann es sich lohnen eine Steuererklärung abzugeben: Der Sparerpauschbetrag beträgt nur 801,-€ für Alleinstehende, alles darüber hinaus unterliegt dem Steuerabzug. Der Grundfreibetrag aber liegt bei etwa 8.000,--€ für Ledige. Bis zu diesem Betrag fallen keine EK-Steuern an. Du könntest damit eine Erstattung Deiner Abzüge erreichen.

Was Du tun mußt: Im nächsten Jahr die EK-Steuererklärung abgeben. Vergiß ja nicht, Deiner Bank vorher schon Freistellungsauftrag zu erteilen.

Antwort
von robinek,

Wegen 10.000 € würde ich die Kosten und das Risiko (als Student sowieso) doch nicht eingehn. Was ist wenn Du das Geld vorab dringend für Deinen Lebensweg benötigst und nicht kurzfristig Zugriff darauf hast. Mit 10.000 würde ich nicht versuchen "zu zocken"! Was für einen Gewinn erwartest Du bei diesem Betrag? Kannst gleich Lotto spielen! Sei froh, dass Du über "soviel Geld" verfügen kannst !

Kommentar von LittleArrow ,

Aber in diesem Fall ist der Fragesteller doch noch ins Elternhaus "eingebettet". Was soll er sich da Sorgen machen, die Du - für andere Lebensumstände zu Recht - anführst?

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