Frage von Yunamaus, 465

Steuervorteil Heirat im Dezember? (Ausländer)

Hallo!

Macht es bei einer Heirat mit einer derzeit im Ausland ansässigen Person einen steuerlichen Unterschied, eine Heirat im Dezember oder im Januar durchzuführen? Bei in Deutschland lebenden Personen wird ja oft davon gesprochen, dass eine Hochzeit im Dezember steuerlich vorteilhafter wäre, als eine im Januar (wegen Änderung der Steuerklasse, welche für das gesamte Jahr gerechnet wird). Da aber im vorliegenden Fall nur eine Person in Deutschland lebt und die andere Person erst nach Heirat in Deutschland arbeiten/Geld verdienen wird, ist die Frage, ob die gleiche Regelung/Empfehlung gilt. Vielen Dank!

Antwort
von Yunamaus, 465

Vielen Dank für die hilfreichen Antworten.

Die zweite Person lebt nicht in Deutschland und hat auch keinerlei Einkünfte in DE. Der dauerhafte Aufenthalt wird erst nach Heirat beantragt.

LG, Yunamaus

Antwort
von wfwbinder, 450

Das kommt drauf an.

Wenn die im Ausland lebende Person im Dezember auch noch einen Wohnsitz in Deutschland begründet schon.

Wenn der Wohnsitz erst im nächsten Jahr begründet wird, dann nein.

Kommentar von Snooopy155 ,

Wohnsitz nehmen ist die eine Voraussetzung und ein steuerpflichtiges Einkommen aus unselbständiger Arbeit von Yunamaus während des Kalenderjahres die andere.

Kommentar von EnnoBecker ,

Warum aus unselbständiger Arbeit?

Kommentar von EnnoBecker ,

Es sei denn, der im Ausland lebende Partner hat nur in DE Einkünfte (oder halt überhaupt gar keine).

Antwort
von EnnoBecker, 334
vorteilhafter wäre...wegen Änderung der Steuerklasse

Die Höhe der Vorauszahlungen ändert nicht die Höhe der festzusetzenden Steuer. Ist wie bei eine Mietwohnung: Die Höhe der Betriebskosten hängt auch nicht davon ab, ob ich mehr oder weniger vorauszahle. Nur die Nachzahlung oder Erstattung ändert sich.

Steuerklasse, welche für das gesamte Jahr gerechnet wird

Nein. Eine Steuerklassen berechnung erfolgt nicht rückwirkend.

Macht es bei einer Heirat ... einen steuerlichen Unterschied

Wenn man von einer Ehegattenveranlagung (Splittingtarif) profitieren möchte, braucht man fünf Dinge:

  1. Beide Ehepartner müssen an mindestens einem Tag im Jahr einen Wohnsitz in Deutschland haben
  2. Beide Ehepartner müssen an mindestens einem Tag verheiratet sein
  3. Und zwar miteinander.
  4. Die Ehepartner leben an mindestens einem Tag im Jahr nicht dauernd voneinander getrennt.
  5. Die Eheleute haben unterschiedlich hohe Einkünfte im mittleren Bereich.

Nr. 1 bis 4 sind die Voraussetzungen für eine Ehegattenveranlagung überhaupt.

zu Nr. 5:
Ein Vorteil ist nicht erkennbar, wenn

  • entweder mangels genügend hoher sowieso keine Steuern festgesetzt werden
  • oder wegen zu hoher EInkünfte beide im Spitzensteuersatz besteuert werden
  • oder wenn beide dieselben Einkommensverhältnisse haben.

Hier ist zudem noch die Besonderheit zu beachten, dass - sofern der Partner noch im Dezember nach Deutschland zieht - die Zuzugsbesteuerung greift, so dass der Umstand eintreten kann, dass trotz Vorliegen aller Voraussetzungen die Einzelveranlagung günstiger ist als die Zusammenveranlagung, Stichwort Progressionsvorbehalt.

Siehst du, Steuerrecht kann so einfach sein.

Kommentar von LittleArrow ,

Eine sehr überzeugende Antwort zum fünfmaligen Nachlesen bei dieser komplexen Fragestellung. DH!

Diese Feststellung imponierte mir besonders:

Siehst du, Steuerrecht kann so einfach sein.

Vielleicht noch eine kleine Ergänzung an dieser Stelle:

entweder mangels genügend hoher Einkünfte sowieso keine Steuern festgesetzt werden

Guck nochmal, was Yunamaus noch nach Deiner Antwort geschrieben hat.

Kommentar von SafePirat ,

Der Vollständigkeit halber noch eine Ergänzugn zu Nr. 1. In EU/EWR-Fällen (d.h. EU/EWR-Staatsbürger und Wohnsitz des einen Ehepartners und Wohnsitz des anderen innerhalb der EU/EWR ist ebenfalls eine Zusammenveranlagung möglich, wenn die anderen Bedingungen erfüllt sind).

Kommentar von EnnoBecker ,

Das wäre leider immer noch nicht vollständig, da für die Vollständigkeit auch die Fälle des § 1 (2)(3) EStG einzubeziehen wären. Aber das macht die Sache nicht übersichtlicher.

Antwort
von vulkanismus, 262

Die Änderung der Steuerklasse hat keinen Einfluss auf die Höhe der Jahressteuer.

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