Frage von Ben0812, 57

Steuerpflicht bei Auszahlung nach ausgeschlagenem Erbe

Hallo Zusammen,

ich hoffe, dass ich den Sachverhalt einigermaßen verständlich erklären kann und bedanke mich schon jetzt für Eure Unterstützung.

Ausgangssituation:

  • Opa verstirbt, Oma bereits einige Jahre tot
  • es gibt ein Haus, Wert ca. 150.000 €
  • Mögliche Erben sind Sohn a), geschieden mit Enkel a)
  • sowie Tocher b) mit Mann b) und Enklelin b1) und b2)
  • Tochter b) und Familie möchten das Haus nicht für sich selbst haben
  • Sohn a) möchte das Haus haben, es aber direkt an seinen Sohn (Enkel a)) übertragen , da er das Haus "dann eh irgendwann mal erbt"

das wurde gemacht

  • Sohn a) und die komplette Familie der Tochter b) schlagen das Erbe aus
  • Enkel a) wird aufgrund Erbfolge Alleinerbe des Hauses
  • Enkel a) zahlt im Anschluss 75.000€ an Tochter b) (Tante), damit Sie ihren "inoffiziellen" Anteil am Erbe erhält (ohne vertragliche Regelung)

Wird bei diesem Vorgehen jemand steuerpflichtig, falls ja wie hoch so ungefähr? Wie lange kann man sowas "nachmelden".

Vielen Dank für Eure Hinweise.

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Erbe, 57

Wie es aussieht hat man die einzige Chance zu fassen bekommen in dieser Koinstellation Erbschaftsteuer auszulösen.

Durch die Ausschlagungen ist dsas Haus an den Enkel gegangen (Sohn vom Sohn) udn wegen des Freibetrages für Enkel in Höhe von 200.000,- ist das auch steuerfrei.

Aber durch die fehlende Vereinbarung könnte man auf die Idee kommen (zumindest Finanzbeamte), dass der Enkel seiner Tante 75.000,- euro schenkt und das löst nach Abzug von 20.000,- Euro 15 % Schenkungssteuer auf die verbleibenden 55.000,- Euro aus, also 8.250,- Euro.

Ein Hunderter für etwas Beratung vorher investiert, hätte geholfen.

Oder Hast Du nur vergessen im Sachverhalt zu erwähnen, dass man eine entsprechende Vereinbarung über das Ausschlagen der Erbschaften, gegen eine Entschädigung für die Tante im Schrank hat? Dann wäre es eine Zahlung im Zuge der Erbauseinandersetzung und m. E. wegen des höheren Freibertrages frei.

So eine Vereinbarung muss nicht beurkundet sein.

Kommentar von Ben0812 ,

Vielen Dank für Ihre Antwort. Die Familie wurde anwaltlich, jedoch nicht durch einen Steuerberater beraten. Diese Vereinbarung existiert in jedem Fall mündlich, im Schrank müsste ich da nochmal gucken....hätte es aus Ihrer Sicht von Beginn an einen besseren Weg gegeben?

Kommentar von Mikkey ,

Na klar, nur Sohn a schlägt aus, Enkel a hätte dann gemeinsam mit Tochter b geerbt. Dann hätte die Zahlung ganz unzweifelhaft der Erbauseinandersetzung gedient.

Kommentar von wfwbinder ,

So wie @mickey schon schreibt (bzw. so ähnlich, aber das nimmt sich nichts), eine Vereinbarung, dass der Vater, die Tante und die Nichte ausschlagen und der Enkel im Ausgleich an die Tante 75.000,- = Höhe von deren gesetzlichem Erbe zahlt.

Das hätte der Anwalt innerhalb von 15 Minuten, einschließlich einer Tasse Kaffee erledigen müssen und dafür eine Stunde Arbeit liquidieren können.

Kommentar von Ben0812 ,

Okay, also wäre jetzt ein Anwalt auch die richtige Anlaufstelle, um die Verinbarung noch einmal schritlich zu fixieren - also ein anderer Anwalt?! Oder kann die Famlie das mit Euren Hinweisen selbst formlos aufsetzen?

Kommentar von Ben0812 ,

Vielen Dank für Ihre Antwort. Die Familie wurde anwaltlich, jedoch nicht durch einen Steuerberater beraten. Diese Vereinbarung existiert in jedem Fall mündlich, im Schrank müsste ich da nochmal gucken....hätte es aus Ihrer Sicht von Beginn an einen besseren Weg gegeben?

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