Frage von Garnichtsotoll, 72

Steuernachzahlungen auf Grund von Rückstellung im Rahmen der Wohlverhaltensperiode

Hallo - ich habe im Jahr 2010 meine private Inso beantragt und befinde mich derzeit in der Wohlverhaltensperiode. Im Rahmen der Pfändungsfreigrenze wurden etwa bereits 21.000 Euro getilgt, da von meinem Gehalt ja nur 1500 Euro ankamen. Heute kam eine Nachberechnung der EkSt. für 2008 in Höhe von 8000,- Euro bei mir an. Diese resultiert aus einer Rückstellung, welche mein Ex und ich im Jahre 2008 gebildet hatten. Laut meiner Insolvenzverwalterin ist diese Forderung berechtigt und ich solle die Aussetzung der Vollstreckung beantragen, um die Zahlungsverpflichtung zunächst zu umgehen. Meine Arbeitsplatz wurde mir ebenfalls zum 15.04.d.J. gekündigt und ich werde somit zunächst ALG1 beziehen. Das macht mir eine Rückzahlung nahezu unmöglich. Nun meine Fragen:

1.Wenn ich die Steuern nicht zahlen kann und bis zur Vollstreckung warte, gefährdet dies doch meine Restschuldbefreiung?! Oder nicht und der ganze Summs war für die Katz?

  1. Wie soll ich mich in dieser Situation Eurer Meinung nach verhalten?

Eine Ratenzahlung a 100 Euro monatlich anbieten (Das wäre maximal möglich)? Danke für Eure Hilfe! Ich bedanke mich im voraus dafür... Eure Jana

Antwort
von wfwbinder, 72

Zusammen mit Deinem Kommentar zu der Antwort von Vulkanismus, die übrigens korrekt ist und eine Hilfe sein sollte, wird langsam ein Schuh draus.

Nachzahlung wegen der Aufhebung  einer Rückstellung ist logisch, Nachzahlung wegen einer Rückstellung war unlogisch.

Wenn Ihr einen Steuerberater habt (was im Sachverhalt auch nicht stand, dort war davon die Rede, dass ihr die Rückstellung gebildet hattet, was Selbstbearbeitung vermuten lies), so wusste der vom Insolvenzverfahren udn hätte, von sich aus die Rückstellung korrigieren müssen, denn die Nachzahlung wäre in die Privatinsolvenz einbezogen werden müssen.

http://www.ra-franzke.de/beratung/verbraucherinsolvenz/faq/steuerschulden/

Ihr solltet klären, wann die Voraussetzungen für die Auflösung der Rückstellung vorgelegen haben. Eventuell kann man die Steuerforderung noch in das Insolvenzverfahren einbeziehen.

Nicht einfach, aber es besteht evtl. eine Chance. Der Link kommt in einem Kommentar.

Es wäre einfach interessant zu wissen, ob ein Steuerbescheid geändert wurde (wenn ja, welches Jahr), oder ob es in einem aktuellen Bescheid enthalten ist.

So, oder so:

1. Einspruch einlegen 2. Antrag auf Aussetzung der Vollziehung

aber nicht um die Schulden zu schieben, sondern nur um Zeit zu gewinnen, die Sache zu klären, wie es geregelt werden kann.

Antwort
von vulkanismus, 53

Vorab: Deine Insolvenzverwalterin ist in dieser Sache - vornehm ausgedrückt - wenig hilfreich.

Sie kann nicht beurteilen, ob die Forderung des Finanzamts berechtigt ist. Oder ist sie auch Steuerberaterin?

Wenn sie schon sagt, dass sie zurecht besteht, wie kommt sie dann auf Aussetzung der Vollziehung - dafür gibt es keinen Grund.

Aus Deiner Insolvenz hättest Du doch lernen müssen, dass warten das schlechteste ist, was Du tun kannst.

Du dackelst also sofort zum Finanzamt. Dort gehst Du zur Vollstreckungsstelle. Dem Bearbeiter schilderst Du die Lage - er wird Dir weiterhelfen.

Kommentar von Garnichtsotoll ,

Danke erst einmal für eine Antwort, die ich leider wenig hilfreich finde- aber - vielleicht/ bestimmt habe ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt!!!

1.Laut meinem Steuerberater ist die Nachberechnung bzw. Aufhebung der Rückstellung korrekt.

2.Aussetzung soll beantragt werden, um ZUNÄCHSTdie Zahlungsverpflichtung zu umgehen.

  1. lernen müssen!? Ich habe nicht gewartet! Der Bescheid kam gestern!

  2. Das Finanzamt befindet sich in Bayern und ich lebe mittlerweile in Bremen - also so gerne ich "dackeln" würde...ich habe es eben telefonisch versucht und wurde auf Montag vertröstet.

Dennoch Danke!

Kommentar von blackleather ,

Laut meiner Insolvenzverwalterin ist diese Forderung berechtigt und ich solle die Aussetzung der Vollstreckung beantragen

§§ 257 ff. AO, nicht § 361AO!

Kommentar von vulkanismus ,

Vom Steuerberater hast Du in der Frage nichts gesagt (Mangel im Sachverhalt).

Auch ein unbegründeter Antrag entbindet Dich nicht von der Zahlungsverpflichtung.

Du hast doch gefragt, ob Du warten sollst, bis die Vollstreckung einschreitet. Also!

Das Finanzamt befindet sich nicht in Bayern. Es ist immer da, wo Du wohnst - also in Bremen (woher der Bescheid kam ist egal).

Du gehst also am Montag zum Finanzamt.

Ich verspreche Dir großen Ärger, wenn Du das nicht tust.

Kommentar von Primus ,

@Garnichtsotoll: An Deiner Stelle wäre ich vulkanismus dankbar für den Rat, denn er weiß wovon er spricht.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten