Frage von Martinmartin75,

Steuernachzahlung nach Privatinsolvenz

Hallo Zusammen,

ich hoffe das mir jemand bei folgendem Problem weiter helfen kann.

Meine Mutter hat Mitte 2010 ihre Privatinsolvenz abgeschlossen es sind alle Gelder immer zeitgerecht überwiesen worden. Nun hat meine Mutter eine Steuerschätzung von 2005-2010 vom Finanzamt erhalten. Ich setzte daraufhin das Finanzamt in Kenntnis das meine Mutter sich in einer Privatinsolvenz befunden hat. Natürlich wäre mir klar das die Steuererklärungen dennoch hätten abgegeben werden müssen. Dies werde ich umgehend erledigen. Nun ergaben die Steuererklärungen das die Schätzung (ein fünfstelliger Betrag) berechtigt ist. Ich habe mich daraufhin mit der Schuldnerberatung in Verbindung gesetzt und Hilfe erbeten, bekam aber nur das Feedback das sie nichts mehr damit zutun haben da das Verfahren abgeschlossen ist und ich mich an einen Steuerberater wenden soll. Dieser sagte mir wiederum das die Berechnung des netto Einkommens (Rente) falsch vorgenommen wurde, von der Firmen Rente wurden die Steuern abgezogen nur von der BFA Rente wurde der brutto Betrag in der Berechnung berücksichtigt und meine Mutter zahlen muss (dies ist leider aufgrund der Höhe unmöglich) nun kurz zusammengefasst meine Fragen.

1 Welche Möglichkeiten habe ich nun, bzw. meine Mutter? 2 Wenn die Schuldnerberatung den falschen Satz berechnet hat was meine Mutter ja nicht wissen konnte, was kann ich tun.

Ich bedanke mich für viele Antworten!!!!

Antwort
von coach24105,

Ich verstehe nicht, welche Verantwortung die Schuldnerberatung übernommen hat. Die Schuldnerberatung unterstützt doch beim Verlauf des Insolvenzverfahrens und der Wohlverhaltensphase in Korrespondenz mit dem Insolvenzverwalter / Treuhänder. Das alles bezogen auf die Vergangenheit vor dem Insolvenzantrag. Im Insolvenzverfahren ist der Insolvenzverwalter für alles zuständig, auch für Steuererklärungen. Danach, in der Wohlverhaltensphase, das war anscheinend ab 2005 (würde ja passen zeitlich gesehen) ist wieder der Steuerpflichtige allein für seine Steuererklärungen und auch für seine Zahlungen an den Treuhänder verantwortlich. Hinsichtlich der Zahlungen und der Berechnung der Zahlungen an den Treuhänder kann die Schuldnerberatung ja helfen. Aber die Schuldnerberatung erstellt doch keine Steuererklärungen oder schätzt Steuern.

Also, was hat die Schuldnerberatung berechnet? Es kann dabei nicht um Steuern gehen. Hat die Schuldnerberatung die Höhe der Zahlungen an den Treuhänder falsch berechnet und deswegen fehlt Deiner Mutter jetzt das Geld? Dann wäre zu prüfen, ob die Schuldnerberatung für die fehlerhaft überzahlten Beträge regresspflichtig gemacht werden kann. Denn aus dem Treuhänder wird man ja nichts mehr rausschütteln können, das Verfahren ist abgeschlossen. Aber so ein Verfahren gegen die Schuldnerberatung kann ja dauern, so lange wartet das Finanzamt nicht.

Diese Überlegungen helfen Dir aber nicht gegenüber dem Finanzamt. Tatsache scheint ja zu sein, dass es nach Beginn des Insolvenzverfahrens zu neuen (Steuer)schulden gekommen ist - und dass Steuererklärungen nicht abgegeben wurden. Nebenbei: das kann schon den Tatbestand der Steuerhinterziehung erfüllen. Aber so schnell schießen die Finanzämter dann doch nicht immer.

So scheint mir das Rechtsverhältnis zwischen Deiner Mutter und dem Finanzamt eindeutig zu sein: Sie muss zahlen und sich der Vollstreckung unterwerfen. Stundungen sind ja nur für max. 6 Monate unter bestimmten Voraussetzungen möglich (die hier eigentlich nicht gegeben sind). Also wenn das Finanzamt die Dinge eng sieht, wirds in nächster Zeit mal wieder eng für Deine Mutter. Ein neues Insolvenzverfahren wird sie ja bis 2020 nicht bekommen.

Was DU tun kannst? Selbst einen Kredit für die Steuerschulden Deiner Mutter aufnehmen.

Möglicherweise, wenn Du kannst: Aushalten, dass Deine Mutter erneut in finanziellen Schwierigkeiten ist und (wie bekannt) jetzt wieder alles gepfändet wird bis zum unpfändbaren Satz. Deiner Mutter die Verantwortung überlassen, die sie auch hat. Du bist der Sohn, sie ist die Mutter und ist verantwortlich für diese Dinge. Wenn sie dieser Verantwortung nicht nachkommt, wird sie wohl immer wieder an dieser Stelle landen und Du kannst immer wieder "Feuerwehr" spielen. Über einen gesetzlichen Betreuer nachdenken, der diese Dinge für sie regelt, wenn sie z. B. aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage ist, diese Dinge selbst für sich zu besorgen. Entweder die gesetzliche Betreuung selbst übernehmen (das ist innerhalb der Familie nicht einfach, weil sich ja die Rollen überschneiden) oder einen gesetzlichen Betreuer die Dinge machen lassen, dann hat man die ganzen daraus entstehenden Konflikte von den Hacken.

Antwort
von hildefeuer,

Offensichtlich wurden keine Steuererklärungen abgegeben. Den Insolvenzverwalter Schuldnerberater kannst sie für gar nix haftbar machen, da die Insolvenz abgeschlossen ist. Gegen die Steuerschätzung in jedem Fall vorgehen, da das FA immer hoch schätzt und nicht genau rechnet. Hier ist dringend fachlicher Rat angebracht.

Kommentar von Martinmartin75 ,

Vielen Dank für die Antwort, wie ich vom Steuerberater erfahren habe ist die Forderung berechtigt, aber nur weil der Schuldnerberater die Berechnung falsch vorgenommen hat. Von wem soll ich mir nun noch Rat einholen? Meine Mutter konnte ja nicht wissen das ein Fehler vorliegt.

Kommentar von hildefeuer ,

Unwissenheit schützt nicht vor Haftung. Der Schuldnerberater berechnet nicht die Steuern, sondern gibt allenfalls einen unverbindlichen Rat. Wenn Forderung berechtigt ist, dann versuchen sich mit dem FA auf Ratenzahlung zu einigen.

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