Frage von KATHAB, 98

Steuernachzahlung anrechenbar, wenn ehem. AG zu wenig Steuern für AN abführte?

Hallo zusammen, im letzten Jahr musste mein Freund für die Jahre 2009 und 2010 Steuern nachzahlen, da sein ehemaliger Arbeitgeber in den genannten Jahren steuerfreie Zulagen gewährte, die aus Sicht des FA nicht zulässig waren. Da diese Summen ja die Einkommensteuererklärung der Jahre 2009 und 2010 geändert hätte, frage ich mich, ob ich diese nun in der Einkommensteuererklärung für 2013 geltend machen kann und wo ich diese dann eintragen muss. Kann mir hierzu jemand nähere Informationen geben? Vielen Dank!!! Kati

Antwort
von gandalf94305, 88

Es ändert sich dadurch das zu versteuernde Einkommen in 2009 und 2010.

Konsequenzen könnte das haben auf alle Komponenten, die einkommensabhängig sind: zumutbare außergewöhnliche Belastungen, Opfergrenze, Elterngeld, Einkommensteuer, Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag, ...

Die Auswirkung ist jedoch wohl auf diese Jahre begrenzt und die Steuern werden ohnehin geschuldet, d.h. können auch nicht irgendwie wieder in 2013 abgesetzt werden. Als was auch? Sonderausgabenabzüge für Kichensteuer werden in 2009 und folgenden Jahren entsprechend angepaßt und vorgetragen. Die möglichen Erstattungen der Jahre 2011 und 2012 werden dann mit den Nachzahlungen für 2009 und 2010 verrechnet, so daß 2013 wiederum keine Auswirkung festzustellen sein wird.

Wenn das bereits im letzten Jahr passiert ist, gibt es wohl auch keinen Ansatzpunkt mehr für die Überprüfung dieser Nachzahlungen, denn auch das Finanzamt ist ja nicht perfekt. Vielleicht fehlte ja nur eine passende Argumentation. Einspruchsfristen sind wohl abgelaufen, d.h. nun ist der Vorgang soweit abgeschlossen. Steuerlich nicht geltend zu machen.

Antwort
von freelance, 60

Da diese Summen ja die Einkommensteuererklärung der Jahre 2009 und 2010 geändert hätte

wieso hätte. Du schreibst doch, dass er Steuern nachzahlen musste.

ob ich diese nun in der Einkommensteuererklärung für 2013 geltend machen kann

Was meinst du mit diese? Sind das die Steuernachzahlungen? Du willst also Steuernachzahlungen aus den Vorjahren steuermindernd in 2013 ansetzen? Nö nö! Steuerzahlungen sind weder steuermindern noch steuererhöhend, verändern das zu versteuernde Einkommen nicht.

Antwort
von billy, 37

Steuernachzahlungen sind im Folgejahr nicht steuermindernd absetzbar! Wer kommt denn auf diese Idee ?

Kommentar von EnnoBecker ,

Wer kommt denn auf diese Idee
?

KATHAB

Antwort
von Privatier59, 32

Als was denn eintragen? Einzige Relevanz dürfte das bei der Kirchensteuer haben, sofern solche gezahlt wird.

Antwort
von FREDL2, 49

Fassen wir mal zusammen: Dein Freund musste zu Unrecht steuerfrei gezahlte Zulagen für 2009 und 2010 nachversteuern. Soweit nachvollziehbar, Steuerschuldner ist hier vorrangig der Arbeitnehmer. Mit der Änderung der ESt des Freundes u. ggf. Nchzahlung der Steuern durch den Freund für 2009 und 2010 ist der Fall erledigt.

Du willst nun die Nachzahlungen Deines Freundes in Deiner Einkommensteuer 2013 geltend machen. Als was? Der einzige Gedanke, der sich mir in dem Zusammenhang aufdrängt wäre, dass Du Dich durch das Jammern Deines Freundes aussergewöhnlich belastet fühlst. Das könnte ich nachvollziehen, jedoch ist es kein steuermindernder Tatbestand.

Kommentar von EnnoBecker ,

Aber doch interessant, auf was für Ideen die Leute so kommen, oder?

Kommentar von FREDL2 ,

@EB: und das als vermutlich multiple Persönlichkeit. Oder deswegen? Kann ich nix zu sagen, bin zu einfach ;-))

Kommentar von EnnoBecker ,

Ja, wenn mal vom Fragesteller eine Einlassung käme...

Antwort
von EnnoBecker, 35

Ich verstehe das so, dass du seine Einkommensteuernachzahlungen in deiner Einkommensteuererklärung ansetzen möchtest, richtig?

Kennst du einen einzigen Fall, in dem Einkommensteuerzahlungen steuermindernd sind? Also probier es aus und sag mir Bescheid, wenn das geklappt hat.

Ich würde dann auch dieSteuerzahlungen deines Freundes in meiner Einkommenstuererklärung ansetzen. Musst mir dann nur noch sagen, wieviel es war.

Bitte rechne mir mal folgenden hypothetischen Fall vor:

Das Einkommen beträgt (vor Steuern) 1.000, der Steuersatz sei 10%. Die Einkommensteuer ist von der Bemessungsgrundlage zur Einkommensteuer abzugsfähig. Wie hoch ist die Steuer?

Also ich mal mal den Anfang:

10% von 1.000 sind 100. Wenn ich die von den 1.000 abziehe, habe ich nur noch 900. Davon 10% sind 90.

Ziehe ich die von den 1.000 ab, dann bleiben 910, davon 10% sind 91.....

Wie hoch ist nun die Steuer?


Nein, Einkommensteuer ist nicht von der Steuer abzugsfähig, § 12 Nr. 1 EStG. Und schon gar nicht bei einer anderen Person.

Kommentar von Privatier59 ,

Und schon gar nicht bei einer anderen Person.

Das verstehtst Du falsch: ER macht den Abwasch und SIE die Steuererklärung. Hoffentlich ist die Verteilung beim Kinderkriegen nicht auch so.

Kommentar von EnnoBecker ,

Bei uns ist das so:

Ich sehe so aus, als würde ich Kinder kriegen, aber den Abwasch mach ich auch.

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