Frage von vinoveritas, 56

Steuern in Raten zahlen - kann man dies offiziell beantragen?

Wenn man die Steuerzahlung nicht in einer Summe bewältigen kann, kann man dann eine Ratenzahlung offiziell beantragen oder ist dies in der Regel nicht möglich?

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Antwort
von Ernestine178, 56

Ich frage mich immer wieder, warum auf dieser Seite so viele Leute nach irgendwelchen Regeln suchen. Scheint typisch deutsch zu sein. Ich würde sagen, ruf' beim Finanzamt an und mache einen Termin und sprich mit dem zuständigen Sachbearbeiter.

Kommentar von Privatier59 ,

Da wird sich der Finanzbeamte aber herzlich für bedanken: Zum einen ist es nicht Aufgabe der Finanzverwaltung ratlosen Bürgern Nachhilfe in Rechtsdingen zu geben. Desweiteren ist die Arbeitsbelastung der Beamten so gewaltig, dass man für einen gemütlichen Plausch mit dem Steuerbürger garkeine Zeit hat.

Kommentar von vulkanismus ,

Falsch - Stundungsantrag ist schriftlich mit ausreichender Begründung zu stellen.

Kommentar von Meandor ,

Naja, in meiner AO steht nichts von schriftlich und Begründung.

Da steht nur, dass das Finanzamt nur auf Antrag stunden soll... Ich hab erst heute eine Stundung ohne Antrag gemacht. Hab ich jetzt gegen meine Dienstpflichten verstoßen?

Kommentar von vulkanismus ,

Ändere mal Dein Profil, Du Student = steuerlicher Anfänger

Kommentar von Meandor ,

Meinst Du mich? Ich bin noch sechs Wochen Student.

Kommentar von vulkanismus ,

Als solcher sagt man "ich habe eine Stundung gemacht". Sowas sagt keiner, der beim Finanzamt wirklich arbeitet.

Kommentar von Meandor ,

Ich wusste gar nicht, dass es einen Sprachleitfaden für Finanzbeamte gibt.

Ich bin Schwabe. Bei uns wird alles gemacht. Man macht die Post, man macht die Erklärung, man macht den Fall, man macht die Stundung, man macht den Einspruch, man macht die Veranlagung, man macht die AdV, man macht Statistik und man macht Mittag, dann macht man irgendwann Feierabend.

Das Du weder aus dem Finanzamt noch aus der Steuerberatung kommst, erkennt man ohne Probleme an Deinen Expertenthemen.

Kommentar von vulkanismus ,

Woher willst Du wissen, woher ich komme ? Könntest Du Dich geirrt haben ? Könnte ich auch Schwabe sein und eine Stundung trotzdem nicht "machen" ?

Kommentar von Meandor ,

Du könntest eine Stundung nie machen, denn ich kenne keinen Finanzbeamten der den Begriff Mehrwertsteuer verwendet. Jedem Finanzler wird das in der Ausbildung abgewöhnt und er lernt von der Umsatzsteuer zu sprechen.

Ein Finanzbeamter würde auch die einkommensteuer als Einkommensteuer schreiben.

Kontopfändung und Lohnpfändung ließen mich zuerst an jemanden von einer Vollstreckungsstelle denken, aber gerade die wissen, dass Stundungen auch von Amts wegen machbar sind.

Das lässt bei einem Finanzbeamten nur den Schluss zu, dass es sich um Angestellten handelt, den man auf die Vollstreckung gesetzt hat, weil man ihn nicht entlassen kann, oder ein Finanzbeamter der von seinem Job keine Ahnung hat. Ersteres könnte ich tolerieren, letzteres erachte ich als Schande.

Antwort
von GeorgeAvard, 53

Dies ist offiziell keine Option. Inoffiziell oft aber schon, vor allem wenn man einen guten Draht zum Finanzamtsmitarbeiter hat. Am besten persönlich dort vorsprechen oder anrufen und die Situation erklären. Oft werden Teilzahlungen von 3-4 Teilen möglich gemacht.

Kommentar von Meandor ,

Grundlage für eine Stundung ist § 222 AO, für die Ratenzahlung § 258 AO.

Antwort
von Privatier59, 46

Die Möglichkeit einer Stundung ist in der AO ausdrücklich vorgesehen:

http://dejure.org/gesetze/AO/222.html

Allerdings wird man Dir keine Steuern stunden die Du einbehalten hast, wie etwa die Umsatzsteuer. Und kostenlos ist die Stundung auch nicht.

Antwort
von Meandor, 46

Es gibt die Möglichkeit einer Stundung, dort wird die Fälligkeit verschoben. Daher fallen bei einer Stundung keine Säumniszuschläge sondern höchstens Stundungszinsen an.

Wenn die Stundung abgelehnt wird, und die Steuerschuld sich in Vollstreckung befindet, kann man sich Vollstreckungsaufschub gegen Ratenzahlung einräumen lassen. Dort bleibt die Fälligkeit bestehen und es fallen weiter Säumniszuschläge an.

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