Frage von Olivenbaum2013, 34

Steuern beim quasi inaktiven Unternehmen

Hallo, ich habe im Februar dieses Jahres mein Gewerbe angemeldet, das aber hauptsächlich noch in der Vorbereitung steckt. Dabei entstehen natürlich schon eine ganze Menge kosten, denn mein Büro ist ein Zimmer in meiner Wohnung. Abgesehen wird auch Geld investiert in Fahrten zwecks Terminen, Büromaterialien, Telefon etc. Kann man das steuerlich absetzen, obwohl noch kein Gewinn erwirtschaftet wurde? Und by the way: Tangiert das irgendwie das 'In-Anspruch-nehmen der Kleinunternehmer-Regelung' (ich habe noch die Wahl)? Danke

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Olivenbaum2013,

Schau mal bitte hier:
Steuern Unternehmen

Antwort
von SBerater, 23

die Kosten kannst du absetzen, ja. Aber dann ist das "Unternehmen" - oder sagen wir besser Gewerbe - aktiv.

Bei der EÜR gibst du die Kosten an. Die laufen dann gegen die Einnahmen, die ja hoffentlich das Ziel der ganzen Aktion sind.

Kleinunternehmer? Du musst entscheiden, was du willst. Die Prämissen dafür kennst du hoffentlich (http://www.finanzfrage.net/tipp/kleinunternehmer).

Wenn du Vorsteuer bei den Ausgaben geltend machen willst, dann solltest du dir das mit dem KU überlegen. KU und Vorsteuer is nich!

Kommentar von Olivenbaum2013 ,

Einnahmen sind schon das Ziel, die Frage ist nur: Wann? Und was ist, wenn man alles abbrechen muss?

Kommentar von SBerater ,

wenn man alles abbrechen muss, dann ist die Frage, ob es überhaupt Einnahmen gab. Wenn nicht, wird das Finanzamt nichts davon anerkennen und es als Hobby abtun. Dann war alles Privatvergnügen.

Letztenendes zahlt man dann eben 0 Steuern, hat aber auch keine steuerliche Anerkennung.

Antwort
von blackleather, 14

Kann man das steuerlich absetzen, obwohl noch kein Gewinn erwirtschaftet wurde?

Ab dem Moment, in dem die ersten Ausgaben anfallen, ist das Unternehmen doch gar nicht mehr inaktiv, auch nicht "quasi". Es ist vielmehr äußerst aktiv und alle seine Ausgaben sind steuerlich als Betriebsausgaben zu erfassen.

Und by the way: Tangiert das irgendwie das 'In-Anspruch-nehmen der Kleinunternehmer-Regelung'

Nur dann, falls du aus diesen Ausgaben irgendeinen Vorsteuerabzug geltend machen wolltest.

Kommentar von Olivenbaum2013 ,

Danke.

Allerdings lese ich: "Vorsteuer darf ein Unternehmer abziehen, wenn er beim Verkauf seiner Güter oder Dienstleistungen selbst Umsatzsteuer erheben muss. Das ist dann der Fall, wenn sein Jahresumsatz 17.500 EUR übersteigt. In allen Rechnungen an seine Kunden muss er dann (je nach Art seines Produkts) 7 oder 19 % Umsatzsteuer ausweisen." Wahrscheinlich bleibe ich bei unter 17.500 EUR für dieses Jahr (im kommenden auch). Ist das tatsächlich relevant?

Den Anspruch auf Vorsteuer nicht zu erheben, heißt, dass man die gezahlten Steuern zum späteren Zeitpunkt absetzen kann, nicht im Voraus - oder?

Kommentar von blackleather ,

Ist das tatsächlich relevant?

Es ist relevant für die Frage, ob du Kleinunternehmer bleiben oder zum Umsatzsteuer optieren, d.h. freiwillig USt. abführen willst, auch wenn du eigentlich noch unter der Kleinunternehmergrenze bleibst und deshalb nicht abführen müsstest.

Den Anspruch auf Vorsteuer nicht zu erheben, heißt, dass man die gezahlten Steuern zum späteren Zeitpunkt absetzen kann, nicht im Voraus - oder?

Nein. Den Vorsteueranspruch nicht geltend zu machen, heißt ganz einfach, die betreffende Vorsteuer vom Finanzamt nicht erstattet zu bekommen - weder jetzt noch später.

Kommentar von Olivenbaum2013 ,

Na dann ist doch alles klar. Abgesehen davon, dass ich unter 17.500 EUR Jahresumsatz jeweils in diesem und nächstem Jahr bleibe, will ich das, was ich im Rahmen der Vorbereitungsaktivitäten an Steuern bezahlt habe, gerne wieder haben. (Ob ich dann das nächste Jahr alles abblasen muss, weiß ich doch nicht - befinde mich auch noch mit einem Fuß in der Marktanalyse - erwarte aber schon in diesem bzw. nächstem Jahr die erste Nachfrage nach meiner Diensleistung.)

Wer verzichtet denn freiwillig auf die Vorsteuer? Da muss es doch einen Nachteil geben, oder?

Kommentar von blackleather ,

Wenn du die bezahlte Vorsteuer unbedingt zurück haben willst, musst du zur Umsatzsteuer optieren. Etwas anderes bleibt dir nicht übrig, wenn du die Kleinunternehmergrenze nicht übersteigst.

Wer freiwillig auf die Vorsteuer verzichtet? Du witterst einen Nachteil?

Recht hast du! Die Option zur Umsatzsteuer bindet dich nämlich für volle 5 Kalenderjahre (§ 19 Abs. 2 Satz 2 UStG) - auch dann, wenn du sogar im 5. Jahr vom Umsatz her noch immer Kleinunternehmer bist, aber inzwischen die abzuführende Umsatzsteuer die zu erstattende Vorsteuer übersteigt.

Freiwillig verzichten die auf die Vorsteuer, die diesem Nachteil aus dem Weg gehen wollen.

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