Frage von Niklaus,

Steuern auf ausländische Kapitalainkünfte.

Eine Frage an unsere Steuerspezialisten hier. Seit wann ist es denn Gesetz, ausländische Kapitaleinkünfte dem deutschen Finanzamt kundzutun. War das schon immer der Fall ?

Die Frage stellt sich mir im Fall von U.H. War das damals als er das Geld in die Schweiz angelegt hat und steuerlich hier nicht gemeldet hat, eine Straftat.

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von EnnoBecker,

Das kommt darauf an, um was für Kapitaleinkünfte es sich überhaupt handelt. Zinsen werden anders behandelt als Dividenden.

Zinsen sind immer (!) dort zu versteuern, wo der Bürger ansässig ist. Bei Dividenden wird es komplizierter, da darf die Schweiz zumindest teilweise zugreifen. Bei der Besteuerung in Deutschland wird dann entweder angerechnet oder ausgenommen (mit Progressionsvorbehalt).

Daher lässt sich die Frage...

Seit wann ist es denn Gesetz, ausländische Kapitaleinkünfte dem deutschen Finanzamt kundzutun.

...nicht genau beantworten. Ich glaube, der Meandor hat noch ein Einkommensteuergesetz von 1894, vielleicht kann er da mal reingucken, ob das da schon drinstand.

Kommentar von Meandor ,

Ich hab eine Einkommensteuererklärung von damals. Die formuliert aber sehr allgemein. Unter die Formulierung der Kapitaleinkünfte würde ich auch ausländische fassen, denn es steht nicht da, dass es nur um inländische geht.

Kommentar von EnnoBecker ,

Oder so.

Antwort
von Mikkey,

Das war schon immer* so.Früher gab es auch den immer noch vergleichsweise hohen Freibetrag von 801/1602€ noch nicht, sondern lediglich eine Werbungskostenpauschale von 100 DM.

* schon immer = soweit ich mich daran erinnern kann. Das mag etwa seit 1970 sein.

Antwort
von Privatier59,

War das damals als er das Geld in die Schweiz angelegt hat und steuerlich hier nicht gemeldet hat, eine Straftat.

Ich kenne den Fall UH nur aus den Medien und habe da in Erinnerung, dass er sich angeblich mit Telekom-Aktien verspekuliert haben soll. Das kann man als Hinweis dafür nehmen, dass es ja bei vor wenigen Jahren eine Spekulationsfrist für Wertpapiere gab die zuletzt 12 Monate betrug. Wer erst nach Jahresfrist Kursgewinne realisierte, hatte deswegen keine zu versteuernden Einnahmen und brauchte -sofern er nicht gerade gewerblich als Wertpapierhändler tätig war- weder in Deutschland noch im Ausland realisierte Kursgewinne dem Finanzamt kund zu tun.

Für Zinsen und Dividenden aber galt "schon immer" der Grundsatz, dass diese steuerpflichtig in Deutschland auch dann waren, diese im Ausland erzielt worden waren. Nur hat sich bekanntlich kaum jemand daran gehalten.

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Steuern,

Meines Wissens wurde spätestens in der Nachkriegszeit mit der Steuergesetzgebung das Welteinkommensprinzip eingeführt, d.h. ab diesem Zeitpunkt wäre es relevant gewesen, ausländische Kapitaleinkünfte zu deklarieren.

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