Frage von Paul50000,

Steuern -Anschaffungsnaher Aufwand

Hallo, ich habe 2010 ein Mietshaus gekauft und div. Renovierungsarbeiten durchgeführt. Die Rechnungen für 2010 und 2011 wurden bei der Steuererklärung angegeben und als Werbungskosten abgesetzt. Bei der Vorbereitung meiner Steuererklärung 2012 merke ich nun, dass meine durchgeführten Investitionen (Summe der Rechnungen) 15 % (+MWST) des vom Finanzamts ermittelten Gebäudewerts überschreiten (alle Rechnungen wurden über das Konto bezahlt).Konsequenz: Die voll steuermindernden Werbungskosten für 2010 und 2011 werden nachträglich praktisch storniert und können nur noch mit 2 % abgeschrieben werden.

Meine Frage lautet: (1) Bin ich dazu verpflichtet, Rechungen für Ausgaben beim Finanzamt anzugeben oder kann ich einfach eine Rechnung weglassen (z.B. 5.000,00 Euro für eine neue Heizung) um die oben genannte Grenze nicht zu überschreiten - oder mache ich mich strafbar?

Es wäre toll, wenn mir jemand eine kurze Antwort geben könnte.

Schon jetzt vielen Dank.

Peter

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Antwort
von Privatier59,

Dieser Gedanke verblüfft mich und ich glaube eine wirklich qualifizierte Antwort könnte man da nur bei vertiefter Prüfung der einschlägigen Vorschriften geben:

Du willst Kosten nicht steuermindernd angeben. Das ist nicht verboten und schon garnicht strafbar.

Du willst damit eine für Dich günstige Gestaltung der steuerlichen Verhältnisse erreichen die es ansonsten nicht gäbe. Das allerdings ist verboten. Nur ist doch letztendlich kein Vorteil für Dich ersichtlich, denn durch das Auslassen von Belegen erhöhst Du die steuerliche Absetzung letztendlich nicht.

Mein Tipp ist: Laß Dich von einem Steuerberater in dieser Frage beraten. Dann bist Du auf der sicheren Seite. Und im übrigen solltest Du auch noch mal genau rechnen. Die kritische Grenze liegt nämlich bei 15% des Kaufpreises und damit weit unter dem Gebäudewert.

http://www.steuer-schutzbrief.de/steuertipp-rubriken/steuer-tipps/artikel/immobi...

Kommentar von EnnoBecker ,

Der "Steuer-Tipp 1" ist falsch und widerspricht der 3. Die "wesentlichen Verbesserungen" greifen auch nach den 3 Jahren, guxtu BMF-Schreiben vom 18.07.2003.

Kein Wunder, es sind ja auch Tipps und nicht Tips.

Und der Hinweis "Beantragen Sie ein Ruhen Ihres eigenen Steuerverfahrens." ist ebenso falsch wie unsinnig.

Erstens ruht nicht das Steuerverfahren, sondern das Einspruchsverfahren (Was soll denn ein Steuerverfahren sein?). Und zweitens ruht das Verfahren kraft Gesetz, guxtu § 363 (2) Satz 2 AO, es muss also nicht beantragt werden.

Zur Frage äußere ich mich im Laufe des Tages.

Antwort
von EnnoBecker,

Dieser Gedanke verblüfft mich und ich glaube eine wirklich qualifizierte Antwort könnte man da nur bei vertiefter Prüfung der einschlägigen Vorschriften geben:

Das ist § 6 (1) Nr. 1a EStG:

"Zu den Herstellungskosten eines Gebäudes gehören auch Aufwendungen für Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die innerhalb von drei Jahren nach der Anschaffung des Gebäudes durchgeführt werden, wenn die Aufwendungen ohne die Umsatzsteuer 15 Prozent der Anschaffungskosten des Gebäudes übersteigen..."

Also "des Gebäudes" ist schon richtig und "Anschaffungskosten" auch. Aaaaber..... da steht auch "Anschaffungskosten" und nicht "dem Finanzamt bekanntgegebene Anschaffungskosten". Damit ist die Sache vom Lehrstuhl aus wohl eindeutig.

Kommentar von Privatier59 ,

Dieser Gedanke verblüfft mich und ich glaube eine wirklich qualifizierte Antwort könnte man da nur bei vertiefter Prüfung der einschlägigen Vorschriften geben:

Ich würde an Deiner Stelle keine Doktorarbeit schreiben!

Kommentar von gammoncrack ,

Hat bestimmt die Tüddelchen vergessen :-)

Kommentar von LittleArrow ,

Tüddelchen

???? Meinst Du "Gänsezeichen"?

Antwort
von gammoncrack,

Steuerhinterziehung, da bewusstes Handeln.

Kommentar von Paul50000 ,

Hallo und besten Dank,

hört sich etwas "brutal" an, aber im Prinzip habe ich das fast vermutet. Habe im Internet bereits etwas nachgeforscht und keine Antwort gefunden.

Meine Hoffnung waren eigentlich 10 Antworten mit dem Tenor "Kein Problem" ;-)

Viele Grüße aus Sindelfingen

Peter

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