Frage von mulungu,

Steuern - wird Liebhaberei schnell vom Finanzamt unterstellt?

Die Frage stelle ich für meine Cousine, die mit großer Hingabe Puppen sammelt. Sie hat nebenberuflich angefangen ihr Hobby zum Beruf zu machen. Aber ihr fehlt ein bisschen der unternehmerische Ehrgeiz und sie macht eher Verluste als Gewinne. Die kann sie im moment bei den Steuern noch geltend machen, aber ich frage mich, wie lange das noch so geht. Es kann doch sein, dass ihr das Finanzamt Liebhaberei unterstellt und keine Gewinnabsicht sieht, oder? Damit wäre der Steuervorteil weg, wenn ich es richtig sehe. Geschieht das schnell, oder wie verfährt das Finanzamt normalerweise? Drohen sonst Konsequenzen? Ist das vielleicht sogar schon Steuerbetrug?

Hilfreichste Antwort von hypothekenteam,
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Da spricht schon vieles dafür, daß es sich um eine Liebhaberei handelt. Der Bundesfinanzhof vertritt die Auffassung, dass Liebhaberei vorliegt, wenn ein Betrieb nicht nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt wird und nach seiner Wesensart auf Dauer gesehen keinen Gewinn erzielen kann. Ob das schnell geschieht, hängt davon ab, inwieweit es beim Finanzamt auffält, bzw. wie lange dies dauert. Das ist je nach Arbeitsbelastung verschieden. Ich nehme aber an, daß die steuerlich geltend gemachten Verluste auch nicht sooo bedeutend gewesen sein dürften, daß im Falle eines Falles gewaltige Steuern nachgezahlt werden müssten.

Antwort von Meandor,
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Das Finanzamt hat die bisherigen Bescheide unter Garantie vorläufig erlassen.

Das Finanzamt wartet in der Regel fünf bis sieben Jahre. Dann prüfen sie die Gewinnerzielungsabsicht im Gesamten.

Das Finanzamt wird bei Deiner Cousine zu dem Schluss kommen, dass es Liebhaberei ist.

Deine Cousine darf dann Steuer für fünf bis sieben Jahre zuzüglich Zinsen zurückzahlen.

Antwort von timoteus,
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Manchmal ist das Finanzamt gerade in der Zeit unmittelbar nach einer Gewerbeanmeldung noch großzügig mit der Bewertung der Gewinnabsichten. Es ist ja auch sehr häufig so, dass am Anfang noch keine Gewinne erwirtschaftet werden, weil z.B. viel Geld ins Marketing fließt und das Unternehmen am Markt noch nicht besonders etabliert ist. Aber wenn sich über Jahre herausstellt, dass keine Gewinne erwirtschaftet werden und die Absicht dazu nicht erkennbar ist, dann muss man schon damit rechnen, dass irgendwann Fragen gestellt werden. Aber ich gehe bei Puppen mal davon aus, dass es keine ausufernd hohen Verluste sind, die da verrechnet werden.

Antwort von Adoeser,
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Eine Gewinnerzielungsabsicht sollte immer ersichtlich sein. Aber wenn ein Gewerbe am Anfang ist, dann darf der Anlauf schon zwei bis drei Jahre dauern. Woraus entstehen eigentlich ihre Verluste??? Handelt sie mit Puppen oder Repariert sie diese? Das wäre nämlich auch entscheidend. Wenn sie die Puppen nur einkauft, ohne weiterzuverkaufen und das über längere Zeit, dann ist hier natürlich keine Geweinnerzielungsabsicht zu erkennen.

Kommentar von mulungu,

Nein, sie macht soweit ich weiß keine Reparaturen. Sie kauft sie nur auf und verkauft sie - aber offensichtlich nicht wirklich gewinnbringend.

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