Frage von Netzwissen,

steuerliche Abschreibemöglichkeit für ein selbstgenutztes Wohnhaus

Hallo Zusammen,

meine Eltern haben 1963 ein Haus gebaut und es seither selber genutzt. Bis heute hatten sie noch nie einen Euro steuerlich geltend gemacht. Wenn ich es aber richtig weiß, war es früher möglich ein selbstgenutztes Haus 50 Jahre abzuschreiben. Ist das richtig? Wenn bisher noch nie abgeschrieben wurde, können meine Eltern dann wenigstens noch die restlichen zwei Jahre (2012 und 2013) geltend machen und wenn ja wie viele Prozent Abschreibung können angesetzt werden, 2%?

Gruß HA

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Netzwissen,

Schau mal bitte hier:
Steuern Haus

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Steuern,

Bei selbstgenutzten Immobilien gibt es nur zwei steuerliche Begünstigungen:

  • Arbeitszimmer (hier wird die Immobilie auf 50 Jahre abgeschrieben, d.h. man würde flächenanteilig die 2% abschreiben)

  • Haushaltsnahe Dienstleistungen (hat aber mit dem Haus selbst nichts zu tun)

Ansonsten gibt es keine Optionen, da das Haus ja nicht im Zusammenhang mit einer Einkunftsart steht. Anders wäre es, wenn ein Teil vermietet oder gewerblich genutzt würde.

Kommentar von EnnoBecker ,

Arbeitszimmer

Naja, genaugenommen gehört das AZ nicht in den Kreis der zu eigenen Wohnzwecken genutzten Immobilien. Das ergibt sich aus § 8 EStDV (Eigenbetrieblich genutzte Grundstücke von untergeordnetem Wert).

Es ergibt sich aber auch, dass, wenn man das AZ nicht als eigenbetrieblich genutztes Grundstücksteil als BV behandelt, so muss man es doch wie BV behandeln.

Aber das dürften steuerrechtliche Hochdrahtseilakte werden, wenn man das zu Ende denkt.

Antwort
von Mikkey,

Theoretisch gibt es so etwas noch, aber dadurch, dass die Förderung sich auf das Herstellungs- bzw. Erwerbsjahr und die darauffolgenden Jahre beschränkt, ist es in diesem Jahrtausend nicht mehr möglich (§§ 7b und 10e EStG).

Nach 7b ist eine maximale Förderungsdauer von 32 Jahren möglich, nach 10e von 8 Jahren. Beides ist lange vorbei. Eine 10e-Förderung wäre für Erweiterungen bis einschl 1994 Möglich gewesen, die wäre aber spätestens 2001 zu Ende gewesen.

Kommentar von Zitterbacke ,

Vergangenheit ! Zukunft ? Die längste Zeit bist du nicht auf dieser Welt ! Kopf hoch . :-)))

Antwort
von Privatier59,

Freue mich schon auf die Antwort der Steuerspezialisten zu dieser exotischen Idee. Vielleicht kann ich auch noch rückwirkend was geltend machen. Bafög zum Beispiel hab ich nie bekommen. Werde umgehend die Antragsvoraussetzungen prüfen. Auf die 35 Jahre Verspätung kommt es dann auch nicht mehr an.

Kommentar von Zitterbacke ,

Könnte auch sein , daß ein Abschluß aberkannt wird. ;-)))

Antwort
von KontenCD,

Hallo,

da bist du leider völlig auf dem Holzweg. Selbstgenutztes Wohnungseigentum kann steuerlich nicht berücksichtigt werden. Allenfalls können "haushaltsnahe Dienstleistungen, Handwerkerleistungen) zu einer Steuerersparnis führen.

Antwort
von Zitterbacke,

Wohnen sie denn noch dort? Wenn ja ,keine AfA (Absetzung für Abnutzung) für selbstgenutzte Immobilien . Bei einer Vermietung ist es möglich. Gruß Z... .

Antwort
von EnnoBecker,

Bis 1965 oder 1966 betrug der Abschreibungssatz nicht 2%, sondern 1%. Du hättest also, wenn es denn möglich wäre, sogar noch ein oder zwei Jahre mehr Zeit. Außerdem wird es in den 50 Jahren sicherlich Anbauten gegeben haben, die eine Verlängerung der Abschreibungszeit nach sich ziehen.

Bis etwa 1987 hat man in der BRD sogar die Nutzungswertbesteuerung gekannt. d.h. man hat so getan, als würde man an sich selber vermieten.

Aber auch das ist 26 Jahre her. Falles es aus dieser Zeit noch ein nicht beendetes Einspruchsverfahren gibt, wäre dieser Bescheid noch offen. Dann können deine Eltern ihren Einspruch gleich mal erweitern. Der SB freut sich :-)

Diese Nutzungswertbesteuerung übrigens lässt Zweifel darüber aufkommen, dass sie nie etwas steuerlich geltend gemacht hätten. Denn die Nutzungswerte waren ja zu erklären.

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