Frage von herrrossi666, 171

Steuerklasse 3 / 5

Ich bin seit Jahren in Steuerklasse 3 und meine Frau in Steuerklasse 5. Allerdings war ich bislang Alleinverdiener und meine Frau hat nichts verdient. Ich verdiene ca. EUR 80.000 brutto pro Jahr.

Meine Frau möchte bald wieder arbeiten gehen und kann mit einem Gehalt von ca. EUR 20.000 brutto pro Jahr rechnen.

Heisst das, dass sie 42% Steuer auf dieses Bruttogehalt zahlen muss? Die ganzen Brutto/netto Rechner können ja nicht wissen, dass mein/unser Grenzsteuersatz bei 42% liegt. Wie kann ich ausrechnen, welches Nettoeinkommen meine Frau erzielen würde?

Antwort
von SBerater, 154

probier es mal hier http://www.cecu.de/steuerklassenrechner.html

Kommentar von herrrossi666 ,

Der Rechner spuckt für EUR 20.000,- ca. EUR 4000,- Lohnsteuer aus. Das ist ein völlig anderer Betrag als 42% (ca. EUR 8400).

EUR 1000,- Lohnsteuererparnis kann man damit erklären, dass meine Frau ja die Werbungskostenpauschale zugesprochen bekommt.

Wo bleiben die restlichen EUR 3400 Unterschied? Kann das jemand erklären?

Antwort
von EnnoBecker, 132

Ich bin verwirrt:

Wie kann deine Frau eine Steuerklasse gehabt haben, wenn sie gar nicht Arbeitnehmerin war?

Zum Lohnsteuerabzugsrechner geht es über den Link vom SBerater.

Nehme ich an, ich hab den nicht angeklickt. Wen interessieren schon Lohnsteuerklassen?

Kommentar von Meandor ,

Dank guter Pressearbeit, zum Beispiel vom Bund der Steuerzahler und ähnlichen Institutionen, denken viele, dass man durch die Wahl der richtigen Steuerklasse Steuern sparen kann.

Kommentar von EnnoBecker ,

Ist auch nicht rauszukriegen aus den Köpfen.

Ebenso wie die Mär, dass Spinat besonders viel Eisen enthielte, dabei ist dies bereits 1934 widerlegt worden.

Kommentar von Meandor ,

Spinat enthält aber mehr Eisen als Kochsalz. Ist alles relativ.

Kommentar von EnnoBecker ,

Enthält Spinat denn überhaupt Kochsalz?

Komisch, jetzt habe ich gesucht nach der Spinatlegende, weil ich mir wegen der Jahreszahl nicht ganz sicher bin. Überall steht nur, dass in den 1890er Jahren "ein bekannter Wissenschaftler" eine Kommastelle falsch geschrieben hat.

Anscheinend ist dieser Wissenschaftler so bekannt, dass niemand seinen Namen kennt.

Kommentar von herrrossi666 ,

Wenn ein Arbeitnehmer die Steuerklasse 3 beantragt ist der Ehepartner automatisch in Steuerklasse 5.

Abgesehen davon geht es mir überhaupt nicht um die Wahl der Steuerklasse. Die Kommentare unten schiessen völlig am Ziel vorbei.

Ich will nur wissen, ob die ganzen Steuerklassenrechner im Internet richtig rechnen, da sie nicht das Gesamteinkommen miteinbeziehen-und es wird bei 3/5 schliesslich zusammen veranlagt. Der obige Rechner tut das übrigens auch nicht.

Meine Frage: Muss meine Frau unseren Grenzsteuersatz auf ihr zusätzliches Einkommen zahlen?

Kommentar von EnnoBecker ,

Meine Frage: Muss meine Frau unseren Grenzsteuersatz auf ihr zusätzliches Einkommen zahlen?

Okay, du willst es ja nicht anders: Nein, muss sie nicht.[1].

ist der Ehepartner automatisch in Steuerklasse 5.

Dann muss ich die Änderung in § 38b (1) Nr. 5, die offenbar über Nacht in Kraft getreten sein muss, verpennt haben.

Gestern nachmittag stand da jedenfalls noch: "in die Steuerklasse V gehören die unter Nummer 4 bezeichneten Arbeitnehmer, wenn der Ehegatte des Arbeitnehmers auf Antrag beider Ehegatten in die Steuerklasse III eingereiht wird"

und es wird bei 3/5 schliesslich zusammen veranlagt.

Weia. Bist wohl Generalfeldmarschal, dass du das so bestimmst? Dass deine Frau das mitmacht....


Bei Einzelveranlagung wird der Steuersatz nicht erreicht, bei Zusammenveranlagung ist sie nicht Steuerschuldner.

Kommentar von herrrossi666 ,

Wir kommen hier langsam weiter. Meine Frau und ich veranlagen zusammen. Mir geht es deshalb nicht darum, ob sie Steuerschuldner ist oder nicht, es geht mir um das Familieneinkommen und um die gemeinsame Steuerlast.

Ich möchte einfach wissen, ob ihre zusätzlich zum derzeitigen Familieneinkommen verdienten EUR 20.000 unsere Steuerschuld um 42% dieses Betrages erhöhen, abzüglich der Werbungskostenpauschale.

Ich kann mir ansonsten das Ergebnis der Brutto/Netto Rechner nicht erklären, also muss es da noch weitere Faktoren geben, die Einfluss haben.

Wenn ich selbst um EUR 20.000 mehr verdienen würde, so würden diese mit 42% besteuert werden. Werden EUR 20.000 anders besteuert, wenn meine Frau sie verdient, bis auf die zusätzliche Werbungskostenpauschale?

Kommentar von EnnoBecker ,

Die 42% greifen an 52.000 zvE, also bei Ehepaaren, die zusammenveranlagt werden, ab 104.000 zvE.

Ob die erreicht werden, kann außer euch niemand einschätzen. Auch nicht, ob es weitere Einkünfte gibt, die zu berücksichtigen wären.

Kommentar von herrrossi666 ,

Danke, das hilft mir schon mal weiter. Die 104k zvE erreichen wir zusammen ganz sicher, deshalb muss ich ausrechnen können, wieviel die Arbeit meiner Frau zum Familieneinkommen beitragen würde. Noch hilfreicher war das Zitat des Gesetzes. Ich bin nämlich so auf "§39b Einbehaltung der Lohnsteuer" gekommen.

Mittlerweile verstehe ich soviel:

Bruttoeinkommen (20k) -Arbeitnehmerpauschale (1k) -Sonderausgabenfreibetrag (0.036k)-Vorsorgeaufwendungen(=KV+RV+AV+PV) = das Einkommen, dass zur Lonsteuerberechnung herangezogen wird.

Dieses wird mit dem Grenzsteuersatz multipliziert.

Wenn ich das mache, dann komme ich auf EUR 6270:

20000-1000-36-(1640+1890+300+205) * 0.42 = 6270

Die Vorsorgeaufwednungen habe ich aus einem Brutto/Netto Rechner.

Der Brutto/Netto Rechner berechnet allerdings EUR 4020 Lohnsteuer, nicht EUR 6270.

Wo habe ich die EUR 2250 vergessen bzw. welche Posten kann man noch (automatisch) abziehen bevor man den Steuersatz anwendet? Oder ist der Rechner nicht aussagekräftig zur Ermittlung der geinsamen Lohnsteuer?

Kommentar von EnnoBecker ,

So berechnet man doch keine Steuern.

Natürlich muss das Programm auf eine andere Zahl kommen. Du hast doch eine Einzelveranlagung berechnet.

Ermittlung der geinsamen Lohnsteuer

Schon möglich, dass die Lohnsteuer der von dir ermittelte Betrag ist. Nur leider hat das keine Aussagekraft über eure Steuerlast. Bei den gegebenen Verhältnissen ist es sogar denkbar, dass zwei Einzelveranlagungen hier besser sind als eine Zusammenveranlagung.

Aber mit deiner Rechnung kommst du nicht ans Ziel.

Nimm dir ein beliebiges Steuerprogramm und gib die Zahlen ein, gern auch als wenn es 2012 wäre. Es gibt zwar Unterschiede zu 2013 (Freibeträge), aber die Richtung wird deutlich. Dann siehst du erst, wohin die Reise geht.

Kommentar von EnnoBecker ,

Du hast doch eine Einzelveranlagung berechnet.

Nachtrag:

Das stimmt nicht mal. Du hast keine Einzelveranlagung berechnet, sondern einfach das Gehalt der Frau oben auf deines draufgepackt. Das kann nur schiefgehen.

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