Frage von Arbeitsbiene, 116

Steuerhinterziehung Hiwi-Job?

Hallo,

ich stelle meine Frage für eine Freundin, die gerade kein Internet hat. Es geht dabei um die Frage, ob ihr Konsequenzen wegen Steuerhinterziehung drohen.

Sie hatte einen Job als Hiwi und hat immer auf Werkverträge gearbeitet. Angeblich lag sie damit monatlich unter 400€ und hätte die Einkünfte sowieso nicht versteuern müssen. Das Problem besteht jetzt darin, dass sie diesen Job auch nirgends angegeben hat (sie sagt, sie wusste es nicht besser) und jetzt Arbeitslosengeld II beantragen muss. Das Jobcenter möchte nun natürlich Kontoauszüge und einen Steuerbescheid sehen...

Ich hab nun die Befürchtung geäußert, dass sie eine Strafe wegen Steuerhinterziehung zahlen muss, konnte im Netz aber keine Angaben dazu finden, wieviel sie vermutlich bezahlen muss (und ob es noch weitere Konsequenzen gibt). Nun ist die Angst natürlich groß. ;) Habt ihr eine Ahnung, was auf sie zukommt?

Antwort
von Lamberts, 114

Da würde ich mir keine Sorge machen. Einfach mal zum Finanzamt gehen, sich den Steuerbescheid ausstellen lassen, und wo keine Steuern fällig waren, müssen keine angegeben werden.

Kommentar von vulkanismus ,

Der Tip ist gut. Ich geh´morgen auch zum Finanzamt und lass´mir einen Steuerbescheid ausstellen.

Antwort
von GeoffHarper, 104

Wenn ihr Einkommen innerhalb des steuerfreien Satzes liegt, muss sie keine Steuern zahlen und ist auch nicht verpflichtet eine Einkommenssteuererklräung abzugeben, da hieraus eher für sie zu erwarten ist dass sie etwas zurück bekommt und nicht umgekehrt. Ich würde mir also keine weiteren Sorgen machen. Im Zweifelsfall einen Mitarbeiter des zuständigen Finanzamts konsultieren.

Antwort
von gandalf94305, 78

Wenn ihr Einkommen unter ca. 700 EUR liegt, zahlt sie (aufgrund von Abzügen durch Krankenversicherung, Werbungskosten für Fahrten zur Arbeit, Arbeitsmittel etc.) keine Steuern. Sie ist somit nicht verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Dabei spielt es keine Rolle, ob Werkverträge oder Hiwi-Jobs nach Stundenabrechnung im Spiel sind. Sie sollte jedoch genau prüfen, ob sie wirklich die Auszahlungen netto erhalten hat oder ob hier doch Steuern abgezogen wurden.

Es gibt genügend Steuerrechner im Internet, um das mal kurz zu prüfen. Wenn ihr Einkommen unter gut 8.000 EUR p.a. liegt, dann ist alles ok.

Wenn sie Steuerabzüge hatte, sollte sie eine Einkommensteuererklärung machen, um die Steuern zurückzubekommen.

Kommentar von Arbeitsbiene ,

Das hört sich doch beruhigend an. Vielen Dank! :)

Antwort
von EnnoBecker, 57

Sie kann keine Steuern hinterzogen haben, es sei denn, sie hat Umsatzsteuer ausgewiesen.

Also kann sie auch nicht wegen Hinterziehung belangt werden.

Abseits davon hat sie aber die Pflicht, eine Einkommensteuererklärung abzugeben, weil sie Lohnersatzleistungen bezieht. Und eine Umsatzsteuererklärung, weil sie als Unternehmerin agiert hat. Dort allerdings mit Kleinunternehmerregelung.

Dem JC kann sie aber nur sagen, dass sie mangels konkreter Steuerpflicht keine Steuererklärungen abgegeben hat.

Kommentar von Arbeitsbiene ,

Danke für die schnelle Rückmeldung. :)

Das heißt dann also, dass ihre Schuld "nur" darin besteht, keine Einkommensteuer- und Umsatzsteuererklärung abgegeben zu haben? Weißt du zufällig auch, mit welchen Konsequenzen sie deswegen rechnen muss?

Kommentar von EnnoBecker ,

Weißt du zufällig auch, mit welchen Konsequenzen sie deswegen rechnen muss?

Kann ich nur für die Steuer angeben: Mit gar keinen.

Entweder merkt das Finanzamt nicht, dass da ein Steuertatbestand geschaffen wurde oder es tut nichts, weil es auch weiß, dass außer Verwaltungsarbeit nichts bei rumkommt, schon gar keine Steuereinnahmen.

Oder sie erwischt die "Neue", die sich noch Abzeichen verdienen will und deshalb zur Abgabe der Steuererklärungen auffordert - dann gibt man eben welche ab.

Oder die "Neue" schätzt gleich, dann legt man Einspruch ein und gibt die Erklärungen ab.

Kommentar von Arbeitsbiene ,

Ah, ok. Vielen Dank! :)

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