Frage von Bestaros, 28

Steuerfrage: Ehepartner arbeitet im EU-Ausland, Gewerbe in Deutschland

Hallo,

mein Ehepartner wird demnächst eine Festanstellung im EU-Ausland annehmen. Derzeit betreiben wir beide ein Gewerbe (GbR) in Deutschland.

Mein Ehepartner wird dann komplett ins EU-Ausland ziehen um dort zu wohnen und zu arbeiten. Unsere Wohnung hier in Deutschland bleibt jedoch ganz normal bestehen und ich wohne weiterhin hier. Das Gewerbe soll so auch bestehen bleiben.

Wie verhält sich das nun steuerrechtlich? Wo werden welche Einnahmen versteuert? Können wir trotzdem gemeinsam veranlagt werden hier in Deutschland? Progressionsvorbehalt, ja oder nein?

Vielen Dank im voraus. Ich weiss, dass wir einen Steuerberater brauchen. Ich hätte nur gerne vorab ein paar Infos.

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Antwort
von EnnoBecker, 16

Also zuerst die gute Nachricht: Ihr bleibt beide in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig, was zur Folge hat, dass das Ehegattensplittiing angewendet werden kann.

Jetzt die schlechte: Es gibt nicht "das EU-Ausland". Es gibt deren mehrere. Und Deutschland hat mit jedem ein Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen. In genau dieses DBA mit diesem Land muss man reinschauen, wenn man was zum Besteuerungsrecht sagen können will. In wieviel sollen wir jetzt reingucken?

Verständnisfrage: Wird die GbR aus euch beiden (plus gegebenenfalls weiteren Leuten) gebildet oder seid ihr jeweils Beteiligte an verschiedenen GbRs?

Was auch wichtig sein könnte: Hat die GbR eine Betriebsstätte oder feste Einrichtung in Deutschland, also sowas wie Verkaufsräume, Produktionsstätten, einen Server oder Büro?

Kommentar von Bestaros ,

Erstmal vielen Dank für die Antwort.

Ich habe mich da im Anfangspost etwas vertan. Es handelt sich um "Island", welches ja nicht zur EU gehört aber zum EWR. Ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Island besteht auch.

Die GbR (eine einzige) besteht nur aus uns beiden. Es ist eine so genannte Ehegatten-GbR. Es ist ein Internet-Unternehmen, das heisst es gibt keine Verkaufsräume. Die GbR ist an unserem aktuellen Wohnort in Deutschland angemeldet und wird von uns von zu Hause aus geführt. Das soll auch so bleiben.

Kommentar von EnnoBecker ,

Hm....

Da ihr ja in Deutschland wohnt und auch ansässig im Sinne des DBA seid, gibt es in Bezug auf die Tätigkeit der GbR ja gar keine Besteuerungskonkurrenz.

Bleibt ja nur noch die Arbeit in Form der "Festanstellung". Und da kennen wir ja das Prüfmuster:

Die Besteuerung erfolgt in Island. Es sei denn,

  • der Arbeitnehmer hält sich weniger als 183 in Island auf und
  • der Arbeitgeber ist nicht in Island ansässig und
  • die Vergütungen werden nicht von einer isländischen Betriebsstätte getragen.

Es sei denn, ein Sondertatbestand (16, 18, 19) greift.

Besteuert Island, so unterwirft Deutschland die isländischen Einkünfte dem Progressionsvorbehalt.

Kommentar von Bestaros ,

Genau das haben wir gesucht. Unser Steuerberater hat uns das gestern auch so bestätigt.

Vielen Dank!

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