Frage von Minik,

Steuerfestsetzung, Überweisung und Vorauszahlungen

Guten Tag,

ich war bis vor einiger Zeit noch freiberuflich tätig und im ersten Jahr, in dem ich komplett Angestellt war, fielen mehrere unglückliche Zustände zusammen. Ich bin unter anderem zum ersten Mal innerhalb des Gebiets eines Finanzamts umgezogen und wusste nicht, dass ich dann auch dort meine Adresse ändern muss (bei der Stadt hab ich mich natürlich sofort umgemeldet).

Plötzlich flatterte Jahre nach dem Umzug ein Brief des Finanzamts ins Haus. Ich hätte "trotz mehrfacher Aufforderung" (die ich nicht bekommen habe) meine Einkommenssteuererkl. 2010 nicht eingereicht und solle fast 3000€ EkSt nachzahlen. Ich habe nur schnell im Internet recherchiert und sofort Einspruch eingelegt (der auch bewilligt wurde) und eine Erklärung nachgereicht. Trotzdem, soll ich die Summe noch überweisen und habe wenige Tage später eine Mahnung bekommen. Ich habe bereits bei mehreren Steuerberatern nach Terminen gefragt, aber keiner hat kurzfristig Zeit, deshalb frage ich hier.

1) Gibt es eine Möglichkeit die Zahlung zu vermeiden?
2) Bekomme ich das Geld zurück wenn ich es überweise (immerhin habe ich das besteuerte Einkommen nie gehabt)
3) Worauf muss ich besonders achten?
4) Gibt es eine Möglichkeit mich von der Erklärungspflicht wieder abzumelden (meines Wissens ist eine EkSt Erklärung für angestellte doch freiwillig)
5) Der Brief spricht außerdem über hohe Vorauszahlungen in den nächsten Jahren. Lassen sich diese vermeiden bzw. werden durch die normal abgeführten Steuern durch meinen Arbeitgeber abgedeckt.

Ich werde mich natürlich sobald wie möglich von einem Steuerberater beraten lassen, aber im Moment bin ich über jeden Ratschlag dankbar.

Viele Grüße und vielen Dank
Falko

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Minik,

Schau mal bitte hier:
einkommensteuer Einkommensteuererklärung

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von blackleather,

1) Ja. Durch einen Antrag auf Aussetzung der Vollziehung des Schätzungsbescheides. Ohne diesen Antrag ist der Bescheid zwar (wegen des Einspruchs) nicht bestandskräftig, darf aber vom Finanzamt bis auf weiteres erst mal vollzogen werden.

2) Natürlich. Sobald aufgrund der Steuererklärung die Veranlagung durchgeführt wird, wird ja auch neu abgerechnet und die Überzahlung erstattet.

3) Vor allem auf die Einhaltung der Abgabe- und Rechtsbehelfsfristen.

4) Ja. Indem du dem Finanzamt erklärst, dass du kein Fall von Pflichtveranlagung (siehe § 46 Abs. 2 EStG) bist.

5) Die Vorauszahlungen werden automatisch angepasst, sobald der Steuerbescheid aufgrund deiner Einkommensteuererklärung ergeht. Du kannst aber auch schon vorher dagegen Einspruch einlegen (Antrag auf Aussetzung der Vollziehung nicht vergessen!) und die Herabsetzung beantragen.

Kommentar von EnnoBecker ,

Saubere Antwort.

Kommentar von Minik ,

Super. Danke für die schnellen, ausführlichen Antworten!

Antwort
von RatsucherZYX,

Überlege dir, bis wann du die Erklärung für 2010 fix und fertig unter dem Arm zum FA bringen kannst.

Geh am Freitag selbst hin und erkläre dem zuständigen Bearbeiter, falls er nicht gerade einen Brückentag hat, was passiert ist und wie du das jetzt bis zum.........definitiv regeln kannst, durch Abgabe der Steuererklärung.

Der Rest regelt sich dann fast von selbst, wenn du anhand deiner Gehaltsabrechnung vor Ort nachweisen kannst, dass deine Lohnsteuer monatlich durch den AG abgeführt wird. Sicherlich will man dann noch wissen, welche weiteren Einkünfte du hast und wie du die versteuerst.

Ich würde der Sache gelassen entgegen sehen und das sehr praktisch regeln, notfalls sogar im Gespräch mit dem Vorgesetzten des Bearbeiters, falls du sonst wirklich eine saubere Weste hast.

Ob du wirklich einen Steuerberater für 2010 benötigst, kommt auf den Umfang und die Besonderheiten an.

Kommentar von Minik ,

Die Erklärung 2010 habe ich bereits per Elstersoftware abgeshickt, fürchte nur in all der Eile etwas übersehen zu haben. Aber eigentlich kann nicht viel schief gehen, da ich mehr oder weniger die kürzmöglichste EkStErklärung überhaupt mache (keine Werbekosten, nicht verheiratet, keine Nebeneinkünfte, kein besonders hohes Einkommen oder Ersparnisse). Ich glaub nicht, dass ich da einen festen Sachbearbeiter habe, zumindest die Briefe bisher waren von verschiedenen Beamten. Ich warte mal ab wie dort auf den Antrag auf Aussetzung der Zahlung reagiert wird und werde ggf. mal vorstellig. Danke für die Antwort.

Antwort
von Privatier59,

Hast Du Aussetzung der Vollziehung beantragt? Bestimmt nicht! Nur Einspruch einlegen genügt eben nicht. Der Hinweis auf die eingereichte Steuererklärung sollte nicht fehlen. Zuviel bezahlte Steuern bekoimmt man zurück. So pleite sind Schäuble und Co. nun auch nicht, dass 3000,-- Euro nicht mehr drin wären in der Finanzkasse.

Kommentar von Minik ,

^^ Die Situation der Finanzkasse hält ja leider auch andere Behörden nicht von der Verfolgung von Kleinstbeträgen ab. In der Tat habe ich keinen Antrag auf Aussetzung gestellt (war mir leider noch nicht bekannt). Danke für die Antwort.

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