Frage von samyssmile, 89

Steuererklärung ohne Rechnungen?

Hallo Ich habe ein klein Gewerbe und habe im Jahr 2013 ca 6000€ verdient. (Nachhilfe Lehrer). Andere Einkünfte habe ich nicht. Ich habe meine Steuererklärung für 2013 nicht abgegeben und wurde jetzt geschätzt. Fast 12.000€ mehr als ich vermute. Ich muss jetzt 300€ Steuer Zahlen.

Dagegen will ich Einspruch einlegen und die Steuererklärung nach reichen. Und hier habe ich ein Problem, 99% der Kunden wollen/brauchen keine Quitung/Rechnung.

Deswegen habe ich auch keine. Wennn ich das richtig verstanden habe muss ich zusätzlich zu meinem Einkommensteuerbescheid Seite1 das EÜR Blatt hinzufügen.

Wie belege ich den jetzt meine Einnahmen? Reichen Kontoauszüge? Wie beweise ich jetzt das ich viel weniger verdient habe?

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Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Finanzamt & einkommensteuer, 69

Auch wenn Du jedem eine Quittung ausgestellt hättest, wäre das noch kein Bewweis, denn wie soll man das dem Quittungsblock ansehen?

Im besten Fall, wenn Du einen hättest, wo immer eine Kopie entsteht.

Aber mache Dir keine Sorgen. Schreibe einfach, was Du eingenommen hast.

Solltest Du darüber keine Aufzeichnungen gemacht haben, wäre es tatsächlich eine Unterlassungssünde.

In Zukunft in ein Buch eintragen.

Ausserdem stellt sich die Frage, wovon Du lebst, wenn Deine Einnahmen nur ca. 500,- Euro im Monat sind.

Gibt es ggf. noch andere, steuerlich relevante Vorgänge?

Kommentar von EnnoBecker ,
Ausserdem stellt sich die Frage, wovon Du lebst, wenn Deine Einnahmen nur ca. 500,- Euro im Monat sind.

Die Frage wird das Finanzamt auch stellen.

Kommentar von wfwbinder ,

Deshalb wurde auch in einer Höhe geschätzt, die ein Überleben möglich macht.

Kommentar von Mikkey ,

Das ist allerdings nicht logisch - der Grundfreibetrag macht per Definition das Überleben möglich - sonst wäredas EStG unvereinbar mit dem Grundgesetz ;-)

Kommentar von EnnoBecker ,

Warum? Wenn 12.000 Euro Einkünfte geschätzt wurden, gehen davon noch Sonderausgaben usw. ab und wir kommen durchaus in den Bereich.

Antwort
von Roenneberg, 61

Du solltest alles dokumentieren, vor allem auch die Ausgaben! Das drückt das zu versteuernde Einkommen...

Antwort
von EnnoBecker, 54

Ich vermute mal, es geht um die Einkommensteuererklärung. Wäre aber nett, wenn sowas dabeistünde. Bei 18.000 Euro EInnahmen ist auch die Umsatzsteuer eine Betrachtung wert.

Deinen Angaben zufolge bist du nicht abgabepflichtig. Hattest du denn eine Aufforderung zur Abgabe einer Einkommensteuer bekommen und falls ja, wie hast du darauf reagiert?

Leg gegen den Bescheid Einspruch ein mit der Begründung, dass du zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung nicht verpflichtet bist und beantrage die Aufhebung der Festsetzung sowie die Aussetzung der Vollziehung.

Die Voraussetzungen für eine Abgabepflicht stehen hier: http://www.buzer.de/s1.htm?a=56&g=estdv

Nachhilfe Lehrer

Hoffentlich nicht für Deutsch

Du hast übrigens kein Gewerbe.

Kommentar von Gaenseliesel ,

;-). Enno, ich glaub du bekommst auch bald d e i n e Quitung, für dein " Steckenpferd " ! Du weist wie ich's meine ? ... lach ! K.

Kommentar von EnnoBecker ,

Ja, hier geht es manchmal zu wie auf der Pferde Rennbahn.

(und da heißt es, der Genitiv sei ausgestorben...)

Kommentar von wfwbinder ,

@EnnoBecker

Seit Bastian Sick wissen wir doch:

Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod.

Kommentar von wfwbinder ,

Wenn er 300,- Euro Steuern zahlen soll, vermute ich, dass im Sachverhalt ein Komma fehlt.

Fast 12.000€ mehr als ich vermute.

Sollte wohl heissen:

"Fast 12.000,- Euro, mehr als ich vermutete."

Denn wie will er sonst auf 300,- Euro runter kommen?

Aber im Prinzip auch egal.

Kommentar von EnnoBecker ,

So egal ist das nicht. Wenn ich Finanzamt bin und 18.000 Einnahmen schätze, bin ich automatisch bei der Umsatzsteuer.

Da sieht man mal, wohin die Rechtschreib"künste" unserer Nachwachsenden so führen können. Mit dem Komma kannst du durchaus recht haben.

Kommentar von vulkanismus ,

Hatten wir das nicht schon einige Male?

Der Bescheid steht sicher unter dem Vorbehalt der Nachprüfung.

Also kein Einspruch.

Aufgehoben wird sicher nicht.

Und AdV gibts höchstens bei Vorliegen der Steuererklärung.

Es gäbe noch den bekannten weiteren Tip, aber ich will nicht.

Wer nicht hören will, soll fühlen.

Kommentar von EnnoBecker ,

Hm.... da muss man aufpassen. Gerade Schätzbescheide werden zunehmend ohne VdN erlassen - was ja auch logisch ist.

Zudem ist der Einspruch das stärkere Rechtsmittel wegen der AdV-Möglichkeit und deshalb den Änderungsantrag vorzuziehen.

Und AdV gibts höchstens bei Vorliegen der Steuererklärung.

Nochmal: Er ist nicht abgabepflichtig. Es genügt, wenn das Finanzamt dies so anerkennt. Natürlich kann es auf die Abgabe bestehen, dann sind wir im 149 AO.

Die Abgabe trotz Nichtverpflichtung wird aber wohl die schnellste Lösung sein.

Kommentar von vulkanismus ,

Schätzbescheide ohne VdN?

Bin schon zu lange raus aus dem Geschäft (dem Herrn sei Dank).

Vielleicht wird das in den Bundesländern unterschiedlich gehandhabt.

Hier gab/gibt es eine dienstliche Weisung für VdN.

Kommentar von EnnoBecker ,
Hier gab/gibt es eine dienstliche Weisung für VdN.

Die wird es hier sicherlich auch geben, allerdings werden die Bediensteten wohl eher in die Weisungen von hier gucken als in die von "hier".

Der Hintergund, keinen VdN zu setzen, ist doch auch völlig einleuchtend.

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