Frage von jogerfoto,

Steuererklärung nachgefordert

Meine Frau ist 2005 gestorben. Sie war selbständig, ich nicht. Bis dahin wurde ich bei ihr mit veranlagt. Dann sagte man mir, ich brauch keine Steuererklärung mehr abgeben. Nach ihrem Tod bekam ich monatlich c. 100 Euro Betriebsrente von ihrer Firma. Jetzt bekam ich einen Brief vom Finanzamt, dass ich für 2010 eine Steuererklärung nachreichen soll. Ich soll meine Unterlagen prüfen und eventuell bis 2005 die Unterlagen nachreichen. Muss ich das?

2005 war ich mit ihr in mehreren Kliniken in der Bundesrepublik, Fahrten zur Ärzten und Spezialisten aber da habe ich keine Quittungen mehr.

Antwort vom Anwalt erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zum Mietrecht. Kompetent, von geprüften Rechtsanwälten.

Experten fragen

Antwort
von Gaenseliesel,

Ja ich fürchte auch Du bleibst nicht verschont. Lohnsteuerhilfevereine oder Steuerberater helfen dabei, würde ohnehin dazu raten. Es kostet zwar eine Kleinigkeit aber damit bist Du dann auf der sicheren Seite ! Es ist im Moment ja noch nicht einmal gesagt ob überhaupt steuerpflichtige Einnahmen waren, sprich Steuern anfallen. Du kannst hier schon einmal vorab ausrechnen, wie es in Deinem Fall ausfallen wird : http://www.test.de/Steuerberechnung-fuer-Rentner-Hilfe-fuer-die-Steuerschaetzung... Also, davor drücken geht auf "keinem Fall" ! K.

Antwort
von Meandor,

Damals war sich das Finanzamt sicher, dass bei gleichbleibenden Einkünften keine Steuer ergibt, bzw. keine Pflicht zur Abgabe besteht.

Jetzt ist sich das Finanzamt dessen eben unsicher. Die Gründe dafür kennt nur das Finanzamt und wird sie Dir nicht mitteilen.

Da Du eine Aufforderung zur Abgabe hast, musst Du abgeben.

Kommentar von EnnoBecker ,

Da Du eine Aufforderung zur Abgabe hast, musst Du abgeben.

Die Aufforderung ist aber ein Verwaltungsakt, und was kann man gegen einen Verwaltungsakt innerhalb der Einspruchsfrist tun?

Kommentar von Gaenseliesel ,

" Einspruch " ........ würde sich dadurch etwas ändern ? Die unangenehme Prozedur, würde sich nur nach hinten verlagern, oder ? K. " AUGEN auf / zu UND DURCH " !!!

Kommentar von EnnoBecker ,

würde sich dadurch etwas ändern ?

Ja.

Wenn mich ein FA auffordert, eine Gewerbesteuererklärung (für mich wohlgemerkt) abzugeben, so ist das ebenfalls eine Aufforderung nach § 149.

Da lege ich einen Einspruch ein: "....möchte ich keine GewStE abgeben, da ich keine gewerblichen Einkünfte erziele und nach Maßgabe des GewStG keine Erklärung abzugeben brauche.....bitte um Wideruf der Aufforderung nach § 131 AO...."

Dann kann das FA zwar sagen "Doch, wir wollen aber doch eine (Einsopruch abgelehnt)". Und dann kriegen sie eben eine leere Erklärung mit Unterschrift.

In aller Regel werden sie aber sagen "Na gut, dann eben nicht."

Bezogen auf diesen Fall ist das eben die Prüfung des § 56 EStDV bzw. 46 EStG.


@Meandor
Fachfrage: Ist Widerruf (131) oder Rücknahme (130) richtig? Ich bin mir nicht sicher.

Kommentar von Meandor ,

Die Aufforderung eines Steuerberaters zur Abgabe einer Gewerbesteuererklärung ist meines Erachtens rechtswidrig. Es dürfte daher § 130 AO sein.

Außer der Steuerberater betreibt eine Trinkhalle und erklärt die Einkünfte nicht. Dann würde ich die Aufforderung aber auch nicht widerrufen.

Kommentar von EnnoBecker ,

Das eben ist die Frage: Was ist rechtswidrig daran, jemanden zur Abgabe einer GewStE aufzufordern?

Kommentar von Meandor ,

Kommt auf den Wissensstand des Auffordernden an....

Solange die Möglichkeit besteht, dass derjenige gewerbesteuerpflichtige Einkünfte erzielt, ist die Aufforderung nicht rechtswidrig.

Kommentar von EnnoBecker ,

Die Möglichkeit besteht doch aber immer.

Wenn ich beispielsweise hier Geld für meine Antworten bekommen würde, dann wäre Gewerblichkeit schon verwirklicht.

Antwort
von Schiko,

Dieser Aufforderung solltest Du auf keinen Fall nachkommen. Die Länder Finanzämter sind inzwischen davon informiert, welche Renten jeder Deutsche bezieht. Dies kann der örtliche Finanzbeamte jederzeit abrufen. Natürlich ist für die Nicht Beachtung es selbstverständlich, dass kein Besitz vorhanden sein darf und auch höhere Zinseinnahmen als 801 im Jahr.

Vorsorglich der Hinweis, erst wenn das zu versteuernde Einkommen im Jahr 8004 über- steigt, kommt es zur Veranlagung.

MfG.

Kommentar von Gaenseliesel ,
> Dieser Aufforderung solltest Du auf keinen Fall nachkommen.

.... ein kleiner Tippfehler ? auf k e i n e n Fall ? ;-) K.

Kommentar von EnnoBecker ,

Es beginnt jetzt der zivile Ungehorsam.

Antwort
von EnnoBecker,

Da sind einige Fragen offen:

Dann sagte man mir, ich brauch keine Steuererklärung mehr abgeben.

Wer ist man und wie hat "man" es dir gesagt?

bekam ich monatlich c. 100 Euro Betriebsrente

Und das waren die einzigen Einnahmen? Wo kann man von 100 pM leben?

Muss ich das?

Das kommt drauf an, insbesondere auf die Einkünftesituation. Die 100 Euro können es ja wohl kaum sein.

Kommentar von jogerfoto ,

Man war die Steuerberaterin meiner Frau. 100 Euro Betriebsrente meiner Frau. Natürlich habe ich auch Geld verdient.

Kommentar von EnnoBecker ,

Natürlich habe ich auch Geld verdient.

Na, mit der sparsamen Aussage schicke ich dich mal lieber gleich zum § 56 EStDV.

Kommentar von Gaenseliesel ,

;-) ! so würde ich diese Aussage ebenfalls interpretieren.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten