Frage von chefin1175, 267

Steuererklärung Firmenwagen

Ich fahre einen Firmenwagen (Listenpreis 25.500 €) der monatlich mit 1% auf meinem Gehalt versteuert wird. Ich fahre in der Woche ca. 900 km von zu Hause zur Arbeitsstätte. Im Vorjahr habe diese Kilometer in meiner Steuererklärung angegeben und wurden als Werbungskosten anerkannt. In diesem Jahr nicht. Mit der Aussage, dass mir ja keine Kosten entstehen und für die monatlich in Abzug gebrachten 250,00 € (1%) hätte ich ja ein Auto zur Nutzung. Darf man als Firmenwagennutzer mit 1 % Regelung keine Pendlerpauschale in Abzug bringen?

Hatte ich im Vorjahr nur Glück ?

Antwort
von LittleArrow, 229
Ich fahre in der Woche ca. 900 km von zu Hause zur Arbeitsstätte. Im Vorjahr habe diese Kilometer in meiner Steuererklärung angegeben und wurden als Werbungskosten anerkannt.

Wenn Du wirklich 900 km fährst, dann hätte als Entfernungspauschale nur ca. die Hälfte als Werbungskosten berücksichtigt werden dürfen. Der Werbungskostenbetrag ist also Anzahl der Arbeitstage x Entfernungskilometer (einfache Fahrt!) x € 0,30/km. Die Anzahl der Arbeitstage sind Deine Arbeitstage, also ohne Urlaub, Krankentage und mehrtägige Dienstreisen. Wenn im Vorjahr hingegen die vollen, gefahrenen Kilometer anerkannt wurden, dann ist das falsch bzw. Glück für Dich damals.

Darf man als Firmenwagennutzer mit 1 % Regelung keine Pendlerpauschale in Abzug bringen?

Doch. Daher Einspruch einlegen, aber korrekte Angaben bitte.

Kommentar von chefin1175 ,

...die 900 km sind bereits die einfache Fahrt. Tatsächlich sind es ca. 1800 km.

Meine Frage zielt dahingehend, ob ich für 900 km Pendlerpauschale in Ansatz bringen darf, obwohl ich außer 1 % (255,00 €) keine weiteren Kosten habe.

Kommentar von LittleArrow ,

Hier findest Du mehr Informationen zur Entfernungspauschale: https://www.smartsteuer.de/portal/lexikon/E/Entfernungspauschale.html

Mich irritiert Dein Verständnis der 1 % Regelung. Lies Dir bitte in dem vorgenannten Lexikon unter "Firmenwagen" die Regelung durch. Die 1 % sind keine Kosten, sondern ein fiktiver Hinzurechnungsbetrag um Bruttogehalt. Was es Dich kostet, merkst Du an der Änderung des Steuerbetrages berechnet mal mit und mal ohne Firmenwagen-Hinzurechnungsbetrag. Warum kommt bei Dir nicht die Hinzurechnung von € 0,03/km x kürzeste Entfernungskilometer infrage?

Kommentar von EnnoBecker ,
obwohl ich außer 1 % (255,00 €) keine weiteren Kosten habe.

Es ist eine Entfernungspauschale und keine Kostenpauschale. Wer mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt und außer dessen Anschaffung und gelegentliche Wartung auch keine weiteren Kosten hat, für den ist die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ebenso groß[1] wie für denjenigen, der die U-Bahn nimmt.


[1] Die Entfernung wird im Gesetz als "kürzeste Straßenverbindung zwische W und A" definiert. Also auch wenn die U-Bahn erst einmal drei Runden dreht oder Luftlinie fährt - es gilt die kürzeste Sztraßenverbindung.

Antwort
von FREDL2, 208
Darf man als Firmenwagennutzer mit 1 % Regelung keine Pendlerpauschale in Abzug bringen?

Klar darf man. Ausser der Arbeitgeber hat einen Anteil der Fahrtkosten pauschal versteuert. Dieser pauschal versteuerte Betrag mindert Deine Werbungskosten.

Schau mal auf Deine Lohnsteuerbescheinigung. Steht dort in Zeile 18 (Kalenderjahr 2013) eine Summe, dann ist das so.

Antwort
von EnnoBecker, 8
Hatte ich im Vorjahr nur Glück
?

Nein, sondern die Streichung des Werbungskostenabzugs ist rechtswidrig.

Einspruch einlegen.

Kommentar von chefin1175 ,

Sehr geehrter Herr Becker, vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Verstehe ich richtig, dass ich in meinem Fall für die in der 900 km/ Woche gefahrenen Kilometer von zu hause zur Arbeitsstätte die Pendlerpauschale von 0,30 €/km in Ansatz bringen kann. Obwohl ich nur die 1 % Regelung habe und nicht zusätzlich noch 0,03 €/km hinzugerechnet werden.

Ich habe versucht mich zu diesem Thema zu belesen, aber ein konkretes ja oder nein ist nicht zu finden. Meine Angst ist nur, dass wenn ich den diesjährigen Bescheid moniere, der Bescheid des letzten Jahres auch noch vom FA angefochten wird. Da wurde es ja anstandslos hinzugerechnet.

Kommentar von EnnoBecker ,

Verstehe ich richtig, dass ich in meinem Fall für die in der 900 km/ Woche gefahrenen Kilometer von zu hause zur Arbeitsstätte die Pendlerpauschale von 0,30 €/km in Ansatz bringen kann.

Es ist keine Pendlerpauschale, sondern eine Entfernungspauschale. Wenn man das weiß, ergibt sich bereits aus der Logik, dass sich die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nicht ändert, egal ob man mit dem eigenen Auto fährt, mkit einem fremden oder ob man zur Arbeit sackhüpft.

Woher du das Auto hast, ist für den Ansatz der Entfernungspauschale völlig unwichtig. Wichtig ist das Auto nur für die Frage, ob man mehr als 4.500 Euro ansetzen kann. Bei dir ist das der Fall. Deswegen hat der Gesetzgeber das auch genau so ins Gesetz geschrieben:

"* soweit der Arbeitnehmer einen eigenen oder ihm zur Nutzung überlassenen Kraftwagen benutzt.*"

Die Herkunft des Autos und dessen Bezahlung (1%-Regelung) ist etwas völlig anderes als das Bewältigen der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Beides hat nichts miteinander zu tun.

Meine Angst ist nur, dass wenn ich den diesjährigen Bescheid moniere, der Bescheid des letzten Jahres auch noch vom FA angefochten wird

Selbst wenn das Finanzamt im letzten Jahr einen Fehler gemacht hätte (was aber nicht der Fall ist), könnte das Finanzamt den Bescheid im Normalfall nicht ändern.

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