Frage von discovery, 2.845

Steuererklärung: Fahrtkosten Kilometer nachweisen

Hallo Leute,

im Rahmen meiner Einkommenssteuererklärung möchte das Finanzamt gerne einen Nachweis über die gefahrenen ~36.000km. Nun ist es allerdings so, dass ich lediglich 4.000km davon wirklich nachweisen kann - nämlich mit TÜV-Bericht vom 02.01.2014 sowie einer Achsvermessung vom 01.02.2014. Also praktisch ziemlich genau einen Monat, und hochgerechnet auf das Jahr würden die Kilometer hinhauen. Darauf ist jeweils der Kilometerstand vermerkt. Alle anderen anfallenden Werkstattarbeiten führe ich selber durch, da ich in der Hinsicht sehr talentiert bin. Dadurch bedingt habe ich allerdings keine weiteren Belege für das restliche Jahr... akzeptiert das FA diesen Fall so oder was würdet ihr mir raten?

Danke und mit freundlichen Grüßen!

Antwort
von wfwbinder, 2.733

Das Jahr 2014 ist ja mal gerade 2.5 Monate alt. Wenn Du den Kilometerstand vom 02. 10. 2014 nachweisen kannst dann dürften doch seit dem bei 3.000 Kilomter pro Monat = 36.000 im Jahr, seit dem TÜV-Bericht gerade mal 43.500 gefahren worden sein. Mache dem Finanzamt den Vorschlag ggf. den Wagen vorzuführen mit dem Kilometerstand.

Kommentar von discovery ,

Danke für deine Antwort. Sorry, aber ich kann dir nicht ganz folgen. Der TÜV-Bericht ist aus Januar, nicht aus Oktober... das Jahr 2014 ist bereits vorüber.

Ich vergaß zu erwähnen, dass besagtes KFZ in Folge eines Verkehrsunfalls verschrottet wurde. Ein Kilometerstand ist auf dem Beleg des Verwerters leider nicht angegeben.

Kommentar von Snooopy155 ,

Wenn man so viele km beruflich fährt, dann sollte es doch irgendwelche Nachweise, Terminkalender oder vergleichbares geben, aus denen sich diese Mobilität ableiten läßt. Ebenfalls sollte auch bei einem Unfall durch einen Gutachter der km-Stand festgehalten worden sein, wenn eine Versicherung mit in die Schadensregulierung eingebunden war.

Kommentar von discovery ,

Naja, es handelt sich um meine erste Steuererklärung und ich habe mir da vorher - mag vielleicht naiv sein - nie Gedanken zu gemacht bis mir mein Steuerberater schon angedeutet hat, dass es da Rückfragen geben wird. Der Unfall war im Oktober. Es gab keinen Personenschaden, die Polizei hat ein Protokoll geschrieben und bis auf ein paar Meter Leitplanke wurde von der Versicherung auch nichts reguliert, dementsprechend war auch kein Gutachter zugegen.

Kommentar von LittleArrow ,

Folge eines Verkehrsunfalls verschrottet

Jetzt mußt Du Dir noch mehr zum Unfall ausdenken: Welche Unfallprotokolle gibt es von wem?

Kommentar von discovery ,

Ausdenken muss ich mir gar nichts. Es gibt ein Unfallprotokoll, das seitens der Polizei angefertigt wurde. Auch darauf ist allerdings kein Kilometerstand festgehalten.

Kommentar von wfwbinder ,

@discovery

das Datum war ein Tippfehler, ich meinte Januar, wie Du es schriebst.

Das der Wagen weg ist, ist leider nicht zu ändern, aber vermutlich hast Du einen Ersatzwagen gekauft, dessen Kilometerstand beim Kauf festgehalten wurde und somit kann man dessen Fahrstrecke festhalten und hochrechnen.

Kommentar von discovery ,

Den Ersatzwagen habe ich seit November, richtig. Ich mache mir nur Gedanken ob der Vorraum für das FA "glaubhaft" ist

Kommentar von wfwbinder ,

Man nutzt jede Möglichkeit. Kein Problem.

Antwort
von billy, 2.422

Es ist doch aber selbstverständlich und nachvollziehbar wenn ein AN in den Werbungskosten unabhängig vom Verkehrsmittel die Entfernungspauschale absetzen möchte, dem FA dafür auf Verlangen Belege vorzulegen. Bei der DB genügt die BahnCard, beim Pkw könnten es Werkstattrechnungen Tankquittungen oder ein Fahrtenbuch sein. 

Kommentar von discovery ,

Klar, ich verstehe schon, dass sonst jeder angeben würde was er möchte... bloß in meinem Fall ist es eben so, dass ich nur über einen ganz kleinen Teil einen wirklich handfesten Nachweis habe. Keine Tankquittungen aufbewahrt, Werkstattrechnungen gibt es nicht, weil ich, wie gesagt, alles selber mache, und an ein Fahrtenbuch habe ich nie gedacht. TÜV-Berichte gibt es eben diesen einen. Der belegt mir aber nur EINEN von ZWÖLF Monaten.

Antwort
von gandalf94305, 2.458

Auch wenn mein Fahrzeug von Aliens entführt worden wäre, könnte ich doch meine Termine und die Lokationen der besuchten Kunden benennen. Man fährt doch nicht zum Spaß 36.000 km im Jahr, oder?

Also: erstelle eine Liste der Orte, die Du angefahren hast und damit sollte die Plausibilisierung der Strecken möglich sein.

Antwort
von Primus, 1.964

Lies mal die Antworten, die zu einer fast identischen Frage im Schwesterforum gegeben wurden:

http://www.gutefrage.net/frage/steuer-fehlende-belege-fahrtkosten

Kommentar von discovery ,

Danke für deine Antwort.

Ich vergaß zu erwähnen, dass besagtes KFZ in Folge eines Verkehrsunfalls verschrottet wurde. Ein Kilometerstand ist auf dem Beleg des Verwerters leider nicht angegeben.

Ich frage mich nun ob dieser Beleg über den ersten Monat ausreichen könnte... etwas anderes habe ich nicht.

Kommentar von vulkanismus ,

Das ist einer der wenigen Fälle, die einen Besuch beim Finanzamt rechtfertigen.

Versuche den Sachverhalt dem Beamten glaubhaft zu machen.

Kommentar von Primus ,

So ist es.

Kommentar von discovery ,

Danke! Das hat mir weitergeholfen, werde ich in Angriff nehmen. Würde dir ja gerne die hilfreichste Antwort geben, aber das geht wohl nur für Antworten - nicht für Kommentare :)

Kommentar von vulkanismus ,

Passt schon - Hauptsache, Dir ist irgenwie geholfen.

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