Frage von OmriC, 12

Steuererklärung 2013 / Veranlagung

Hallo,

ich habe folgende Situation:

Mein Mann ist seit September 2012 in einer Ausbildung. Ich verdiene seit September 2012 voll.

Mein Mann hat bisher laut (Lohnsteuerbescheinigung) keine Steuern zahlen müssen, weil er zu wenig verdient.

Ich hingegen verdiene mehr und zahle demnach auch Steuern.

Wir waren damals, nach der Hochzeit (April 2012) beim Finanzamt und haben unsere Steuerklassen auf 4 und 4 geändert.

Wir haben dem Beamten beim Finanzamt unsere Situation erklärt. Er meinte, es wäre besser, wenn wir diese auf 4 und 4 ändern, und nicht auf 5 & 3, da es sonst zu einer Nachzahlung gekommen wäre.

2012 mussten wir nicht nachzahlen. Jetzt frage ich mich, ob wir nun dieses Jahr doch lieber getrennt veranlagen, denn mein Mann zahlt sowieso keine Steuern. Und wenn wir zusammen veranlagen, wären wir doch klar im Nachteil oder?

Wie sollen wir nun veranlagen? Muss er denn überhaupt eine machen, wenn er keine Steuern zahlt? Ich habe nämlich auch 2011 wegen zu geringem Einkommen keine Steuern bezahlt und das FA meinte, ich brauche gar keine machen!

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Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Finanzamt & einkommensteuer, 10

Sobald die Einkünfte von Eheleuten erheblich voneinander abweichen ist die Zusammenveranlagung insgesamt gesehen günstiger.

Es kann schon sein, dass bei bei der Kombination der Steuerklassen 5/3 ein Nachzahlung für ein Ehepaar herauskommt, trotzdem ist es insgesamt günstiger, als die Einzelveranlagung, das hat @gandalf richtig dargestellt.

Wenn die Eheleute meinen, sie müssten wissen auf wen wieviel Steuer für das jeweilige Einkommen entfällt, kann man beim Finanzamt innerhalb der Zusammenveranlagung die getrennte Steuerberechnung beantragen.

Antwort
von gandalf94305, 7

Sofern keine speziellen Effekte durch Progressionsvorbehalte oder Werbungskosten knapp an der Grenze von zusammen 2.000 EUR im Spiel sind, dürfte die Zusammenveranlagung im Splittingtarif für Euch günstiger sein, denn letztendlich wird - anschaulich gesprochen - der Betrag, den Dein Mann noch zusätzlich verdienen könnte, ohne Steuern zahlen zu müssen, ja bei der Zusammenveranlagung auf Dein Gehalt angerechnet und Ihr zahlt dann darauf keine Steuern.

Nehmt doch mal einen der vielen Einkommensteuerrechner im Netz und gebt dort Eure Gehälter ein. Zunächst jeder für sich und getrennt zu veranlagen, dann gemeinsam.

http://www.n-heydorn.de/steuer.html

Beispiel:

  • Mann verdient 6.000 EUR im Jahr und zahlt keine Steuern.

  • Frau verdient 24.000 EUR im Jahr und würde z.B. 2.710 EUR Steuern zahlen.

  • Gemeinsam veranlagt wären dies aber nur 1.140 EUR zu zahlen.

Rechnet es durch.

Kommentar von EnnoBecker ,

Abgesehen davon spielt es keine Rolle, welche Lohnsteuerklassen hergenommen werden, denn selbst bei der Einzelveranlagung würde dann halt der eine nachzahlen und der andere zurückbekommen.

Kommentar von OmriC ,

Wieso das denn? Wenn man getrennt veranlagt, dann bekommt mein Mann eben nichts zurück!

Oder nicht??

Kommentar von EnnoBecker ,

Bei Steuerklasse 5 schon. Er hatte ja dann zuviel vorausbezahlt.

Kommentar von OmriC ,

Aber dann müsste ich nachbezahlen, stimmts?

Wie ist das jetzt mit jeweils Steuerklasse 4?

Kommentar von EnnoBecker ,

Aber dann müsste ich nachbezahlen, stimmts?

Ja, und wahrscheinlich mehr als er zurückbekäme.

Kommentar von gandalf94305 ,

Vielleicht gibt es da ein kleines Mißverständnis oder unbekanntes Detail.

  • Steuerklassen bestimmen die Lohnabzüge, d.h. wie viel jeden Monat als vermutlich anzunehmende Steuerzahlungen vom Gehalt abzuziehen sind

  • Die Einkommensteuererklärung im Folgejahr ist Grundlage der Veranlagung, d.h. der tatsächlichen Berechnung der zu zahlenden Steuern - unabhängig von der erfolgten Wahl der Steuerklassen

Sind die Gehälter also nicht identisch UND man wählt Steuerklassen 4/4 UND alle Werbungskosten beider Eheleute sind identisch, so wird es naturgemäß eine Über- oder Unterzahlung bei den laufenden Steuerabzügen geben. Das wird dann durch die Veranlagung korrigiert.

Wenn Dein Mann keine Steuern zahlt, bekommt er auch nichts zurück. Wenn der Mann aber keine Steuern zahlt, kannst Du bei gemeinsamer Veranlagung mehr zurückbekommen, als bei einer getrennten Veranlagung.

Kommentar von OmriC ,

Ich verstehe das aber nicht. Wieso kann ich bei gemeinsamer Veranlagung mehr zurückbekommen, als bei einer getrennten Veranlagung?

Mein Mann verdient doch was, zwar wenig, aber trotzdem! Und das wird doch dann mit meinem Lohn addiert.

Jedoch können wir dann nur die von MIR vorrausbezahlte Lohnsteuer eintragen, da er keine bezahlt hat.

Dann hätten wir doch theoretisch "zu wenig" bezahlt, oder?

Verstehe ich das falsch? Stehe gerade auf dem Schlauch?

Kommentar von EnnoBecker ,

Dann rechne den ganzen Kram doch einfach mal durch.

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