Frage von Sani44, 2

Steuererhöhungen, wenn doch die Steuern sprudeln?

keine persönliche Finanzfrage, aber in meinem Interesse. Ich verstehe es einfach nicht!

Die Steuern sprudeln, die Mehreinnahmen sind fakt, auch die Verschuldung ist gesunken. Und dennoch will die Politik die Steuern erhöhen.

Was sind denn bitte plausible Gründe dafür?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Privatier59,

Was sind denn bitte plausible Gründe dafür?

Ich weiß nicht, ob Du Dich an das Jahr 2005 erinnern kannst: Die SPD wollte keine Erhöhung der MWSt, die CDU eine von 2%. Im Rahmen der großen Koalition hat man sich auf 4% geeinigt. Millionen Wähler haben darüber gestaunt und waren am rätseln, ob unsere Politiker einfach nicht rechnen können oder, ob sie schlicht nur verlogen sind.

Ich fürchte, dass sich Geschichte doch wiederholt. Und wer fragt bei Wiederholungen schon nach Gründen?

Kommentar von Julia23 ,

Ähm ... wir waren bei 16% MwSt die zum 01.01.2007 auf 19% erhöht wurde , also 3% Erhöhung - wenn ich mich richtig erinnere.

Zurück zu 2013: die Verschuldung steigt und steigt und vorallem viele Städte sind faktisch Pleite und können Ihre Aufgaben gar nicht mehr wahrnehmen. Natürlich könnte man auch anderswo massiv einsparen - aber wo? Immer wenn's konkret wird gibt es 1000 gründe genau diese Subvention doch nicht abzuschaffen oder diese Ausgaben doch als absolut notwenig darstehen zu lassen.

Kommentar von Sani44 ,

das mit den Städten mag tragisch sein, aber sieht man sich die letzten Jahre seit 2007 an, wofür die Steuerzahler zahlen mussten, dann verstehe ich das in dem Kontext nicht. Man sollte auch mal die Banken melken, deren Branche doch gerettet wurde.

Oder sehen wir hier den Beginn einer grossen Umverteilung auf EU-Ebene?

Kommentar von Rat2010 ,

Ich gebe dir Recht, dass sich an der Verteilung des Steueraufkommens etwas ändern soll.

Steuern erhöhen oder sparen??? Aber dann passt Deutschland doch noch schlechter in die Eurozone!!! Eine "leichte Modifizierung" des Maastrichtvertrages wäre wesentlich besser für die Europäer. Vor allem fördert das die Beschäftigung.

Kommentar von EnnoBecker ,

Ähm ... wir waren bei 16% MwSt die zum 01.01.2007 auf 19% erhöht wurde , also 3% Erhöhung - wenn ich mich richtig erinnere.

Mathematik ist auch nicht so deine Stärke, was?

Die Umsatzsteuer hat sich um 18,75% erhöht und die Preise dadurch um 2,586%. Wo hast du die drei Prozent her?

Kommentar von Julia23 ,

okok - hast ja recht, Ich mein(te) Prozentpunkte: Die MwSt wurde um 3 Prozentpunkte erhöht, von 16% auf 19%

Antwort
von Rat2010,

Wie meinst du das "die Politik will die Steuern erhöhen"? SPD und Grüne hatten im Wahlprogramm, Reiche stärker zu besteuern und das steht da erst mal wie das Betreungsgeld oder die Maut für Ausländer der CSU.

Sinn macht das alles nicht aber es steht halt im Wahlprogramm und deshalb muss man in Koalitionsverhandlungen so tun, als ob das auch Sinn macht.

Die CDU kann nicht allein regieren und deshalb werden die unsinnigen Themen aus den Wahlprogrammen der potentiellen Koalitionspartner zum Thema gemacht.

"Plausibel" sind derartige Maßnahmen natürlich nicht. Sie können auch rückgängig gemacht werdne und werden das auch, wenn sich die Mehrheitsverhältnisse ändern.

Die CDU/CSU hat den Auftrag zur Regierungsbildung und die anderen Parteien in einer parlamentarischen Demokratie auch irgendwie die Aufgabe, diese Regierungsbildung zu ermöglichen. Klassischerweise gibt man dem einen oder anderen nach und trifft sich hin und wieder in der Mitte. Eine Anhebung des Spitzensteuersatzes, die durch irgendwas gemildert wird - in der Diskussion ist die Abmilderung der kalten Progression also eine wie auch immer geartete Infaltionsanpassung der Einkommenssteuer - scheint das zu sein, worauf man sich vielleicht einigen kann.

Politik geht halt so.

Antwort
von Julia23,

Welche Verschuldung ist denn gesunken? Sowohl die Kommunen als auch Länder und der Bund haben sich weiter Verschuldet: Es wurden in den letzten 4 Jahren rund 100 Mrd. neue Schulden alleine vom Bund gemacht!

Zwar sind die Steuereinnahmen (nominell) so gut wie noch nie aber es reicht nicht für einen ausgeglichen Haushalt und erst recht nicht für eine Schuldentilgung. Und dann schau Dir mal unsere Stadte an was die alles nicht mehr leisten, wie Straßer, Brücken, Schulen verfallen.

Es gibt also viele gute Gründe mehr Geld auszugegen um die Unfrastuktur und Bildung zu erhalten und zu verbessern. Man muss entweder an anderer Stelle kürzen oder eben die Steuern erhöhen um das hinzubekommen.

Kommentar von Julia23 ,

Das war höchstens ein Einmaleffekt durch Verschiebung der Schulden. Die Schuldenuhr ticken weiter mit und 1.000€ neue Schulden pro Sekunde: http://www.steuerzahler.de/BdSt-stellt-Schuldenuhr-um/54462c63825i1p637/index.ht...

Hier offizielle Daten vom Bundenamt: de.statista.com/statistik/daten/studie/154798/umfrage/deutsche-staatsverschuldung-seit-2003/

Kommentar von Rat2010 ,

Von Neuverschuldung hältst du also gar nichts, oder? Wie soll ein Staat die Wirtschaft anregen, wenn er gleichzeitig sparen soll?

Wie soll Europa mit Japan oder den USA konkurrieren, wenn die alles richtig (also Schulden was geht) und wir alles falsch machen? Die Eurozone kann sich so wenig gesundsparen wir irgendein Land. Sparen kann zu stabilen Finanzen führen. Es führt aber ganz sicher zu politischer Instabilität ... wollen wir das???

Kommentar von Julia23 ,

Ich habe nur die Ausage des Fragestellers, dass die Verschuldung gesunken sei, in Frage gestellt. Nach meinen Informationen machen wir weiterhin rund 1000€ neue Schulden pro Sekunde: http://www.steuerzahler.de/BdSt-stellt-Schuldenuhr-um/54462c63825i1p637/index.ht...

Die Verschuldung steigt also weiter an - oder habe ich was verpasst??

Kommentar von GAFIB ,

Völlig richtig, die Verschuldung ist weiter angestiegen (u.a. wegen der Bankenrettung). Wenn sich die übernommenen EU-Bürgschaften materialisieren, dann kommen noch kräftige Portionen dazu.

In 2007 betrug die D-Schuldenlast ca. 1,7 Bill. €, in 2013 liegen wir bereits bei 2,1 Bill. € (plus 400 Mrd. Euro seit 2007).

Kommentar von Rat2010 ,

35,4/2.060= 1,71 % Das wäre der Ansiteg der Neuverschuldung in 2012.

... da muss man doch die Inflation hinbekommen! Wen interessiert eine Neuverschuldung, wenn die so gering ist, dass sie unter der Inflation bleibt oder nach Inflation kaum noch was von ihr da ist? Die Schulden sind in Geld und wer bestimmt dessen Wert??? Maßgeblich und längerfristig die Staaten, die die Schulden bezahlen sollen. Wo liegt das Problem?

Ich sag es selbst: dass man die Inflation nicht so einfach regulieren kann wie die Schulden. Nur: wenn man keine Schulden macht, dann wird das auch nichts mit der Inflation. Bestes Beispiel, wo Tatenlosigkeit hinführt ist Japan (jetzt, wo es fast schon zu spät war, passiert endlich was). Und die USA machen vor, wie es geht.

Kommentar von Zitterbacke ,

@Juli... . Wie geht es dir ?? Geht es dir gut ?

Kommentar von NasiGoreng ,

Wie soll ein Staat die Wirtschaft anregen, wenn er gleichzeitig sparen soll?

Wachsende Staatsverschuldung ist kein geeignetes Mittel, die Wirtschaft anregen. Sie führt letztlich immer zu Inflation und nachfolgender politischer Instabilität.

Wenn der Staat der Wirtschaft helfen will, dann muss er für vernünftige Gesetze sorgen, die Bürokratie abbauen, Subventionen streichen, für besseren Wettbewerb sorgen und er darf keine Unternehmen so groß werden lassen, dass sie nicht mehr zusammenbrechen dürfen.

Antwort
von billy,

Jetzt versuch mal die Parteien die letztlich eine Koalition bilden und uns die nächsten vier Jahre regieren auf ihre Aussagen vor der Wahl festzulegen, alles " Schnee von gestern ". Und egal welche Parteien regieren, für den Griff in die Taschen der Steuerzahler werden immer Gründe gefunden.

Kommentar von Sani44 ,

wir werden ja sehen, was denn nun kommt. Einige Politiker der CDU/ CSU sind gegen Steuererhöhungen, die Grünen rudern auch zurück, die SPD muss erstmal in sich gehen.

Ich halte wenig von Steuererhöhungen. Die wirklichen Spitzenverdiener - das sind nicht die, die keine 100 tEuro verdienen - kann man (wäre ich einer) härter anpacken. Da spielt es keine so grosse Rolle. Ob es wirklich mehr bringt, wenn nur wenige mehr zahlen, das ist fraglich.

Man sollte auch nicht vergessen, dass internationale Konzerne hier Steuern zahlen. Da sollte eine Lösung gefunden werden.

Antwort
von NasiGoreng,

auch die Verschuldung ist gesunken.

Das stimmt leider nicht. Es ist nur so, dass die mit der sogenannten "Eurorettung" eingegangenen irrwitzig hohen Verpflichtungen und Bürgschaften (noch) nicht im Staatshaushalt bilanziert werden.

Was sind denn bitte plausible Gründe dafür?

Politiker gehören mehrheitlich zum intellektuell minderbemittelten Teil unserer Bevölkerung. Von Wirtschaft haben sie sowieso keine Ahnung: Die Kanzlerin ist eine staatskapitalistisch geprägte Physikerin, ein in Schmiergeldzahlungen verwickelter Jurist ist Finanzminister und ein Militärarzt ist Wirtschaftsminister usw. Von Geld verstehen sie meist nur, dass sie selbst zu wenig haben und dass das Ausgeben von anderer Leute Geld ihnen Wählerstimmen bringt.

Staatschuldenfinanziertes Wachstum ist wie Rauschgift. Man kommt nicht mehr davon los, bis die Enteignung der Bürger durch eine Vermögensabgabe, Inflation, Staatsinsolvenz oder Währungsreform unausweichlich ist.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten