Frage von ms1985,

Steuerbescheid für Jahr 2011 widerrufen

Hallo,

Ende 2011 habe ich mein Studium abgeschlossen und bin in das Berufsleben eingestiegen. D.H. im Jahr 2011 habe ich insgesamt um die 3000 Euro Brutto verdient. Anfang 2012 habe ich Steuererklärung abgegeben und natürlich das bezahlte Lohnsteuer in voller Summe erstattet bekommen. Nun überlege ich mir wie ich die Steuererklärung für das Jahr 2012 machen soll. Gibt es die Möglichkeit den Steuerbescheid von 2011 nichtig zu erklären und Anfang 2013 die Steuererklärung für zwei Jahre also (2011 und 2012) abzugeben, sodass nicht nur der Freibetrag von 8004 Euro im Jahr 2012 sondern auch der Freibetrag von 2011 in voller Summe angerechnet werden soll? Ich verdiene 2000 Brutto monatlich. Es würde sich enorm auf die Steuererklärung auswirken und ich würde das eingehaltene Lohnsteuer in voller Summer erhalten können, wenn ich beide Jahre verrechne.

Danke im Voraus für Eure Tipps/ Hilfe.

Grüße

Marcin

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Antwort
von alexbl3003,

Zunächst einmal gelten die Freibeträge immer nur pro Kalenderjahr (jeweils vom 01.01. bis 31.12.). Eine Verrechnung oder Übertragung aus unterschiedlichen Jahren ist nicht möglich.

Abgesehen davon wird ein Steuerbescheid vier Wochen nach Erlass rechtswirksam. Er lässt sich dann nicht mehr anfechten. Selbst wenn du dann bemerkst, irgendetwas vergessen zu haben, was möglicherweise deine Steuer reduziert, so könntest du den Bescheid dann nicht mehr anfechten und könntest den Betrag auch nicht in das Folgejahr übertragen. Deswegen muss man sich so etwas immer vor Abgabe ganz genau überlegen.

Kommentar von gammoncrack ,

Dann habe ich hierzu einmal eine Frage:

Ein Freund hatte mir - da mir hier die Kenntnisse fehlen - 2010 meine Einkommenssteuerklärung fertig gemacht. Leider ist ihm dort der Fehler unterlaufen, eine Kirchenzugehörigkeit einzutragen, die aber nicht vorhanden war. Als dann der Steuerbescheid kam, habe ich nicht erkannt, dass hier ein Fehler vorhanden war. Das fiel erst dieses Jahr auf, als die neue Einkommenssteuererklärung gemacht wurde - gleicher Fehler, aber dieses Mal von mir bemerkt. Ich habe das dann dem Finanzamt mitgeteilt, wobei mein Freund sagte, ich solle mir keine großen Hoffnungen machen, dass das korrigiert wird.

Und was habe ich bekommen? Eine korrigierte Mitteilung für 2010 mit einer entsprechenden Erstattung:

Und meine Frage ist nun, ob es sich hier um eine Kulanzentscheidung des FA gehandelt hat. Fände ich natürlich toll, wenn so etwas gemacht wurde.

Kommentar von FREDL2 ,

Tja, meine Lieben. Erst böse Witze machen und dann braucht ihr uns doch wieder. Solltet ihr mal drüber nachdenken.

Die AO sieht mehrere Möglichkeiten der nachträglichen Korrektur und Änderung von Steuerbescheiden vor. Es gibt mehr im Leben als den allgemein bekannten Einspruch.

Ein einmal ergangener Einkommensteuerbescheid kann nach den Regelungen in der AO innerhalb der so genannten Festsetzungsfrist und Festsetzungsverjährung noch geändert werden. Die Begriffe dürfen selber ergurgelt werden.

Hier haben wir es höchstwahrscheinlich mit einer offenbaren Unrichtigkeit nach § 129 AO zu tun.Eine offenbare Unrichtigkeit liegt vor, wenn das Finanzamt einen offensichtlichen Fehler in den Steuerbescheid übernimmt.

Falls es wider Erwarten was anderes aus der AO ist, wird EnnoBecker mir schon zuverlässig das Fell über die Ohren ziehen.

Kommentar von gammoncrack ,

Habe ich doch gleich mal nachgesehen:

§ 129 AO.

Du bist richtig gut :-)

Kommentar von FREDL2 ,

Gell.

Antwort
von blackleather,

Gibt es die Möglichkeit den Steuerbescheid von 2011 nichtig zu erklären und Anfang 2013 die Steuererklärung für zwei Jahre also (2011 und 2012) abzugeben, sodass nicht nur der Freibetrag von 8004 Euro im Jahr 2012 sondern auch der Freibetrag von 2011 in voller Summe angerechnet werden soll?

Nein.

Das Einkommensteuer wird jährlich festgesetzt (§ 25 Abs. 1 EStG). Die Steuerzahler kann sich dem Intervall nicht aussuchen.

Kommentar von EnnoBecker ,

Auf Ideen kommen die Leute......

Kommentar von FREDL2 ,

@EB: Dafür haben sie ja studiert ;-(

Antwort
von Larkolas,

Nein, natürlich geht das nicht!

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