Frage von Nikki777, 12

Steuerberater - sehr hohes Honorar rechtens?

Leider blicke ich bei meinen eigenen Steuern nicht recht durch, was an einem eher komplizierten Sachverhalt liegt. Ich erkläre das mal kurz:

Ich bin freiberuflich tätig und verdiene so einen mehr oder weniger konstanten monatlichen Betrag. Zusätzlich bin ich Studentin. Bei einer guten Bekannten von mir sieht es genauso aus. Zeitgleich haben wir beide noch eine GBR und verdienen also auch noch gemeinsames Geld.

Weil wir nicht wussten, wie wir diese Sachverhalte steuerlich richtig angeben, haben wir uns für die Steuererklärung 2012 an einen Steuerberater gewandt. Er wollte sich im Vorhinein nicht darauf festlegen, was seine Dienste ca. kosten würden, was ja auch völlig okay ist, da er nicht wusste, was an Arbeit auf ihn zukommt. Er meinte aber, dass das nicht viel sei und wir uns keine Gedanken machen müssten. Da wir keine großen Einnahmen hatten, so seine Argumentation, könne sein Honorar auch nicht allzu hoch ausfallen.

Nun hat er uns seine Unterlagen zugeschickt und es läuft darauf hinaus, dass wir nun insgesamt 600 Euro Steuern nachzahlen müssen. Da sind wir sehr glimpflich davongekommen ;-) Unsere Einnahmen waren aber wie gesagt auch noch nicht sehr hoch:

  • bei mir waren es ca 10000 Euro
  • bei uns gemeinsam waren es ca 6500 Euro
  • bei meiner Freundin habe ich den Betrag nicht im Kopf, es sind aber auch definitiv unter 6000 Euro.

Nun berechnet uns der Steuerberater als Honorar insgesamt um die 740 Euro. Ich möchte hier niemanden anschwärzen oder so was und frage wirklich nur aus reiner Ahnungslosigkeit: Ist das nicht ganz schön viel? Denn es ist ja um Einiges mehr, als wir überhaupt Steuern zahlen...

Über Informationen würde ich mich sehr freuen :-)

Liebe Grüße, Nicole

Anzeige
Antwort
von expermondo, 5

Hallo Nikki777,

Schau mal bitte hier:
Steuerberater Honorar

Antwort
von SBerater, 10

hier könntest du selbst recherchieren, wo die Gebühren liegen http://www.buzer.de/gesetz/1536/index.htm

Es geht um die Anzahl der Steuererklärungen und um den Betragsrahmen. Das regelt die Einordnung und dann kommt noch ein Faktor obendrauf je nach Aufwand (2/10 bis 10/10). Und damit könnte der von dir genannte Betrag schon entstehen.

Auf der Rechnung müssten die zugrundeliegenden Aspekte genannt sein.

Kommentar von Nikki777 ,

Ich habe die Unterlagen gerade nicht vorliegen, aber in der Rechnung ist auf jeden Fall jeder Betrag mit einem solchen Faktor aufgeschlüsselt, das ist mir auch aufgefallen. Ich finde es nur so extrem teuer in Relation zu dem Geld, das wir überhaupt eingenommen haben. Ich dachte immer, das Einkommen spielt da irgendwie mit rein.

Kommentar von blackleather ,

740 : (10.000 + 6.500 + 6.000) = 3,29 %.

Findest du 3 % viel?

Kommentar von Schiko ,

Dies ist schon Einmalig für 3 Positionen mit 22500 die 740 Gebühren, die rechnerisch 3,29% von 22500 ergeben, als günstig zu bezeichnen ist schon einmalig.

MfG.

Kommentar von blackleather ,

Dabei habe ich mit dem Bruttowert gerechnet. Man muss ja auch noch daran denken, dass der Steuerberater die MWSt nicht behalten darf. Ihm verbleibt also zur Abdeckung seiner Kanzleikosten nur der Nettobetrag von rd. 620 €, das sind schon bloß noch 2,76 % der 22.500 €.

Und wenn man dann noch daran denkt, dass der StB ja günstigstenfalls eine Gewinnspanne von 20 % hat, hat er an diesem ganzen Auftrag vielleicht gerade mal 120 bis 125 € verdient.

Kommentar von EnnoBecker ,

Ich hab jetzt mal folgendes kalkuliert:

für die GbR: 1 FE, 1 Gewinnermittlung, 1 UStE, alles mit Mindestbemessungsgrundlagen und Mindestsatz. Ich komme auf rund 150 Euro.

Dann kommt bei den beiden Beteiligten jeweils etwa dieselbe Summe dazu plus nochmal vielleicht 100 für eventuelle weitere Anlagen.

Da bin ich grob bei 650 Euro. Netto. Weniger geht also überhaupt nicht.

Und bei der Fragestellerin zumindest haben wir nicht den Mindestgegenstandswert (8.000) bei der Anlage N, da sie selbst mehr als diese 8.000 hat.

Und wie gesagt, das waren die untersten Grenzen und nicht mal die Mittelgebühr.

Ich sags nochmal: Weniger geht gar nicht.

Antwort
von Meandor, 10

740 Euro für zwei Einkommensteuererklärung mit min. einer Gewinnermittlung und dazu noch eine Feststellungserklärung mit Gewinnermittlung.

Ich kenne die StBVV nicht auswendig, aber ich gehe davon aus, dass das am untersten Rand des Möglichen ist.

Kommentar von Nikki777 ,

Also hätte das Ganze noch viel teurer werden können? Oder wie meinst du das?

Kommentar von Privatier59 ,

Genau das sollen diese Worte uns sagen. Umsonst ist eben nur der Tod.

Kommentar von Meandor ,

Ja, das wollte ich sagen. Die niedrigste Gebühr die eine Steuerberater meines Wissens abrechnen darf sind 240 Euro.

Ich kenn jetzt die Rechnung nicht, aber es geht wohl um drei Steuererklärung, wenn er jedesmal die Mindestgebühr abrechnet komme ich auf 720 Euro.

Er hat Euch also wohl nur das Minimum von dem berechnet, was er berechnen muss.

Kommentar von EnnoBecker ,

Die niedrigste Gebühr die eine Steuerberater meines Wissens abrechnen darf sind 240 Euro.

Nö. Eine Umsatzsteuererklärung kann auch 40 Euro kosten. Beispielsweise.

Kommentar von EnnoBecker ,

...und eine bis drei Umsatzsteuererklärungen.

... und eventuell Gewerbesteuererklärungen, so null bis drei.

Antwort
von Privatier59, 10

Statt uns Rätsel raten zu lassen stell doch mal ein, was genau berechnet wurde. Wenn ich mich nicht verzählt habe, müßten das doch 3 Steuererklärungen sein und ebenso viele Rechnungen.

Kommentar von Nikki777 ,

Sorry, habe die Unterlagen nicht vorliegen, da ich nicht zu Hause bin. Kann aber morgen gern die genauen Beträge posten!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten