Frage von Steffie123, 25

Steuer vortragen bei Zweitausbildung

Hallo,

ich hatte zuerst eine Berufsausbildung absolviert und beginne ab Oktober ein duales Studium.

Im Internet hatte ich gelesen, dass bei der Erstausbildung nur Sonderkosten fürs Studium geltend gemacht werden können, bei der Zweitausbildung (bzw. Studium) aber Werbungskosten. Ich habe es so verstanden, dass ich z.B. Fachliteratur, welche ich fürs Studium benötige, vorgetragen werden kann, auch wenn ich für das entsprechende Jahr kein Verlust erwirtschaftet habe. Die vorgetragenen Steuern kommen mir dann zugute, sobald ich Steuern zahle. Ist das so korrekt?

Vielen Dank im Voraus.

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Antwort
von wfwbinder, 15

Das ist verwirrend, was meinst Du?

  1. Kosten für die Erstausbildung gehen über § 10 EStG, sie haben nur Wirkung, wenn man in dem Jahr auch Geld verdient. mit diesen Kosten kann man keine Verluste erzielen und auch nichts auf ein anderes Jahr vortragen.

  2. Kosten für die Zweitausbildung sind Werbungskosten, die können, wie sie höher sind als die Einnahmen, auch zu Verlusten führen und diese Verluste können auf den vorangegangenen Veranlagungszeitraum zurück, oder auf die folgenden Zeiträueme vorgetragen werden.

Kommentar von Steffie123 ,

Hallo,

danke für die schnelle Antwort.

Angenommen ich habe nächstes Jahr ein Einkommen, durch mein Studiengehalt, von rund 12.000 Euro Brutto. Steuern zahle ich zwar, bekomme ich aber aufgrund meiner recht langen Fahrtstrecke mit Sicherheit wieder zurück. Jedoch benötige ich Büromaterialien und Bücher, sagen wir mal in Höhe von 200 Euro.

Außerdem liegt meine Hochschule recht weit weg - Anfahrt + Übernachtungskosten bekomme ich vom Unternehmen erstattet, die Verpflegung jedoch nicht. Kann ich trotzdem die Anfahrtsstrecke anrechnen? Welchen Satz kann ich für jeden Tag in der Hochschule als Verpflegung anrechnen?

Diese Kosten (Büromaterialien, Bücher, Verpflegung) erhalte ich dann zurück, sobald ich ein entsprechendes Einkommen habe, richtig?

Vielen Dank im Voraus.

Kommentar von EnnoBecker ,
Diese Kosten (Büromaterialien, Bücher, Verpflegung) erhalte ich dann zurück, sobald ich ein entsprechendes Einkommen habe, richtig?

Das solltest du mal als Gesetzesvorschlag einbringen.

Dann könnte der Büromaterialhändler, der Buchhändler und die Dönerbude direkt mit dem Finanzamt abrechnen und sie müssten nicht erst von dir das Geld nehmen.

So kommt man auch zum Kommunismus.

Kommentar von Steffie123 ,

Es geht um Aufwendungen, welche ich für das Studium benötige....

Kommentar von wfwbinder ,

EnnoBecker hat den Nagel auf den Kopf getroffen, aber ich nehme mal die leichte ironie raus.

  1. Es geht nicht darum, dass man etwas zurück bekommt.

  2. Man kann die Ausgaben nur als Werbungskosten abziehen, wie ich es schon in der Antwort unter 2. schrieb.

  3. in deinem Fall mit 12.000,- Studiengehalt (was ist das? eine Anstellung als studentische Hilfskraft?), gehen alle Aufwendungen, Fahrkosten zur Uni, Studiengebühren, Bücher, Bürobedarf usw. davon ab. Nur wenn ein negativer Betrag entsteht, wird auf neue Rechnung vorgetragen, aber bei 12.000,- Jahresbrutto kann ich mir das kaum vorstellen.

  4. Ergo, Du bekommst die ganze Steuer zurück (soweit welche abgezogen) aber keinen Cent Vortrag auf Folgejahre.

Kommentar von EnnoBecker ,
in deinem Fall mit 12.000,- Studiengehalt

Kommen erst mal 1.000 WKP runter und noch mindestens 2.000 Versicherung und die Steuer ist ohnehin Null.

Und Steffi guckt mit dem Ofenrohr ins Gebirge....

Kommentar von Steffie123 ,

Hallo,

danke für deine Antwort.

Ich mache ein duales Studium - das ist mein Studiengehalt. Steuern werde ich kaum zahlen, bekomme ich aber so oder so zurück, da ich eine recht lange Fahrtstrecke habe.

In welchem Fall bzw. bei welchen Kosten kann man einen Vortrag auf die Folgejahre bekommen oder gibt es sowas überhaupt nicht?

Kommentar von EnnoBecker ,

Es werden nicht Kosten vorgetragen, sondern negative Einkünfte. Das hatten wir hier aber bereits erschöpfend diskutiert.

Antwort
von EnnoBecker, 9

Im Internet hatte ich gelesen,

Bei allem, was rechtliche Fragen betrifft, sollte man im Gesetz lesen und nicht im "Internet".

Beispielsweise habe ich eine Seite gebaut und dort die blödsinnigsten Behauptungen aufgestellt, zum Beispiel dass man seine Aufwendungen fürs Büro, Bücher und Essen vom Finanzamt erstattet bekommt. Die Leute glauben das, denn man kann es ja "im Internet" nachlesen.

Die vorgetragenen Steuern kommen mir dann zugute, sobald ich Steuern zahle

Kann so sein, muss aber nicht. Der Verlust vird nämlich auch dann mit der Summe der positiven Einkünfte verrechnet, wenn man auch ohne den Verlust keine Steuern zahlen müsste. Und dann ist er im Nirvana verpufft, der schöne Verlustvortrag.

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