Frage von fonds123,

Steuer bei ausländischem thesaurierenden Fonds prüfen

ich habe gehört, dass Banken teils bei ausländ. Fonds beim Jahressteuerauszug falsche Angaben machen.

Wie kann ich als Anleger feststellen, ob die ausgewiesenen Beträge stimmen bzw. wie kann ich diese selbst ermitteln?

Ich habe erstmalig einen ausländischen Fonds in meinem Depot.

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gandalf94305, Community-Experte für Fonds & Steuern,

Das geht eigentlich ganz einfach. Du nimmst die ISIN des Fonds und gehst auf https://www.bundesanzeiger.de

Dort kann man die ISIN in das Suchfeld eingeben und dann links einschränken auf Kapitalmarkt -> Besteuerungsgrundlagen. Die Suchergebnisse sind dann die Publikationen der Fonds mit Steuerdaten.

Nehmen wir also z.B. den BGF World Energy Fund A2 EUR (ISIN LU0171301533), so sagt der Bundesanzeiger, daß die letzte Publikation dazu vom 28.12.2012 ist. Das sind die Besteuerungsgrundlagen für das Geschäftsjahr, das am 31.08.2012 endet, d.h. hier sind die Daten zu finden, die für die Einkommensteuererklärung 2012 relevant sind.

Suchst Du in diesem Dokument nach der ISIN weiter, so findest Du den Datensatz.

Unter Ziffer 1 Nr 2 stehen für Privatanleger 0,0739 EUR je Anteil ausgewiesen. Hattest Du also vom Fonds 200 Anteile, so wären das EUR 14,78 an thesaurierten Erträgen im Geschäftsjahr, das 2012 endete. Das ist der Betrag, der in der Einkommensteuererklärung zusätzlich als Ertrag anzugeben ist.

Kommentar von fonds123 ,

super! Jetzt bin ich deutlich schlauer!

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Fonds & Steuern,

PS: Banken machen natürlich nicht absichtlich falsche Angaben in der Art, daß sie einfach 0,20 EUR je Anteil als Erträge ausweisen, wenn es in Wirklichkeit 0,10 EUR waren. Das ist etwas subtiler.

  • Wenn ein Fonds zwischen seinem Geschäftsjahresende und der Publikation der Besteuerungsgrundlagen verkauft wird, dann liegen die Steuerdaten noch nicht vor. Es wird daher ein Schätzwert für die Erträge lt. InvStG berechnet, der zunächst mal veranschlagt wird. Gute Banken werden nach Bekanntwerden der Besteuerungsgrundlagen diese Fondsabrechnung korrigieren und entsprechend dies auch in der Jahressteuerbescheinigung berücksichtigen. Ungute Banken ignorieren diese Tatsache eines Korrekturbedarfs und rechnen mit den Schätzwerten weiter. Der Anleger muß selbst korrigieren.

  • Wenn das Geschäftsjahresende eines Fonds so liegt, daß zum Zeitpunkt der Erstellung der Jahressteuerbescheinigung für Dein Depot noch nicht alle Besteuerungsgrundlagen publiziert wurden, dann fehlen diese in der Jahressteuerbescheinigung. Du musst sie also selbst herausfinden.

  • Das System WMDATEN, in dem in Deutschland diese ganzen Besteuerungsgrundlagen gehalten werden, ist nicht unfehlbar. Durch falsche Datenversorgung kann es zu Fehlern kommen, z.B. bei der Ausweisung von akkumulierten auschüttungsgleichen Erträgen. Sehr beliebt sind Vorzeichenfehler. Manche Banken ziehen ihre Daten nach, wenn solche Datensätze korrigiert werden. Die meisten Banken ändern jedoch nichts und prüfen im besten Fall beim Verkauf die historischen Daten nochmals nach. Falls nicht: der Anleger muß nachrechnen.

  • Die Anrechnung ausländischer Quellensteuer wird von manchen Banken nicht korrekt in der Jahressteuerbescheinigung ausgewiesen. Sie findet sich im Bundesanzeiger im Feld f) aa). Sie ist als anrechenbare Quellensteuer in der Anlage KAP zu berücksichtigen, d.h. mindert Deine Steuerschuld.

Das wären die wesentlichen Fehlerquellen.

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