Frage von Thacker, 84

Steuer- und Sozialabgabenpflicht bei privatem Immobilienverkauf zwischen Geschwistern auf Leibrente?

Guten Tag. Frau Witwe ist verstorben und hat 2 Söhne, die sie zu gleichen Teilen beerben. Lt. Grundbuch besaß Frau Witwe 50% von einem Haus, das Sohn 1 (ihm gehörten bereits aus vorangegangener Schenkung vor über 10 Jahren die anderen 50%) mit seiner Familie bewohnt. Sohn 1 (Käufer) hat sich mit Sohn 2 (Verkäufer) darauf geeinigt, diesem dessen (geerbte) 25% auf Leibrentenbasis abzukaufen. Hierzu soll ein Notar aufgesucht werden. Fragen: 1. Kann der Kaufpreis ( und damit die Höhe der Leibrente) frei zwischen beiden Brüdern vereinbart werden, also unabhängig vom tatsächlichen Marktwert der 25% vom Haus, der bei rd. 150t€ liegen dürfte? Frage 2 Muss der Verkäufer (Frührentner) auf die zusätzliche Leibrente (aus diesem privaten Immobilienverkauf) zukünftig Einkommenssteuern und zusätzliche Sozialabgaben bezahlen? Über Ihre Antworten dazu würde ich mich sehr freuen,vielen Dank!

Antwort
von EnnoWarMal, 51

1. Kann der Kaufpreis ( und damit die Höhe der Leibrente) frei zwischen beiden Brüdern vereinbart werden, also unabhängig vom tatsächlichen Marktwert der 25% vom Haus, der bei rd. 150t€ liegen dürfte?

Grundsätzlich ja. Allerdings würde ich vorher prüfen, welche (steuer)rechtlichen Folgen daraus entstehen.

So würde ich beispielsweise nicht 200.000 zahlen, weil man dann darüber nachdenken müsste, ob nun die 200.000 der Grunderwerbsteuer unterliegen oder die 50.000 der Schenkungsteuer.

Andersrum würden auch 100.000 zu einer Schenkung von 50.000 führen - allerdings diesmal von S2 an S1.

2 Muss der Verkäufer (Frührentner) auf die zusätzliche Leibrente (aus diesem privaten Immobilienverkauf) zukünftig Einkommenssteuern und zusätzliche Sozialabgaben bezahlen?

Nein, der diesbezügliche Rentenerlass ist bereits vor Jahren aufgehoben bzw. völlig neugefasst worden. Hier sehe ich ein Darlehen. Zu versteuern wären beim S2 höchstens die hierauf entfallenden Zinsen.

In der Gesamtheit würde ich diese Aktion nicht ohne vorherige Beratung durch jemanden durchführen, der sowohl eure genauen Pläne kennt als auch die möglichen Stolperfallen. Und der dann auch genau sagen kann, wie hier verfahren werden muss.

Oder kürzer: Hier ist kein Steuerberater teurer als ein Steuerberater.

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