Frage von ohrwurm,

Stellen Genussrechte ein höheres Risiko dar als Anleihen?

Ich habe eine Werbebroschüre der Firma Prokon bekommen. Die Firma scheint seriös zu sein und bietet Genussrechte mit einer Grundverzinsung von 6% an. Mir wurde allerdings gesagt, dass Genussrechte z.B. im Vergleich zu Anleihenmit weitaus mehr Risiko behaftet wären. Ist das so, und wenn ja, wieso? Was sind bessere Alternativen für eine ähnlihe Rendite? Vielen Dank

Antwort von obelix,
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prokon scheint ja eine gute werbung zu machen, wenn man sich die anzahl der fragen hier stellt.

bei 6% sollte man sich jedoch darüber im klaren sein, dass bei genussrechten auch eine beteiligung an den verlusten möglich ist, gar ein totalverlust ist nicht ausgeschlossen.

bei genussrechten ist man unternehmerisch beteiligt an dem konstrukt, bei insolvenz bekommt man nachrangig sein geld wieder.

6% mag eine gute verzinsung sein, jedoch ist es abh. von der gestaltung der zahlungen, der rückzahlung. und unter dem aspekt halte ich die verzinsung für ein wenig gering.

Antwort von wfwbinder,
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Bei den Genussrechten stehen ja die Erträge nciht fest, sondern sind auch vom Ertrag abhängig.

ausserdem (Beispiel Prokon), sollte man nicht eine Gesellschaft wie Prokon nehmen, sondern dann schon einen großen Anbieter 1. Bonität.

Habe den Prokon-Prospekt geprüft und demMandanten abgeraten.

Antwort von Haderheck,

Ein Genußrecht oder Genußschein kann vielfältig gestaltet sein, ist aber i.d.R. nahezu wie Eigenkapital anzusehen. Verzinsung und Rückzahlungsanspruch können entfallen oder eingeschränkt sein, wenn der Emittent keinen Gewinn erzielt. Eine "normale" Anleihe ist dagegen den anderen Schulden, z.B. den Bankverbindlichkeiten, gleichgestellt und muß bedient werden. Somit ist ein Genußschein immer unsicherer als eine Anleihe.
Bei Prokon wird das eingeworbene Genußkapital als Eigenkapital überwiegend in Windenergieprojekte investiert. Diese Eigenmittel werden durch Fremdkapital, d.h. Kreditaufnahme bei Banken ergänzt. Das Genußkapital steht voll im Feuer, denn die die Bankkredite sind vorrangig zu bedienen und Prokon selbst stellt nur einen sehr kleinen Kapitalanteil bereit. Wesentlich ist auch, dass die Genussrechte nicht handelbar sind und, soweit ich sehe, frühestens nach 3 Jahren zurückgegeben werden können (keine Ahnung zu welchen Bedingungen). Also eine sehr eingeschränkte Liquidität dieser Titel. Ob das Konzept von Prokon auch in schlechten Windjahren, bei technischen Risiken oder sonstigen Belastungen standhält, wäre außedem noch zu prüfen. Eine faire Rendite für einen solchen nur eingeschränkt liquiden Eigenkapitaltitel müßte nach meiner Einschätzung weit über 10%, eher bei 15% liegen. In jedem Fall sollte man nur einen kleinen Anteil des verfügbaren Anlagekapitals investieren.

Antwort von Niklaus,

Gewinn wird bei einem Genussschein nur ausgezahlt, wenn auch das Unternehmen Gewinn macht. Genussscheine werden in der Regel nachrangig ausgestaltet. Im Falle einer Insolvenz wird der Genussscheingläubiger erst nach den Forderungen der anderen Fremdkapitalgläubiger bedient. Genussscheine sind auch nicht durch die Einlagensicherung abgesichert. Als Alternative würde ich mir höchstens einen Investmentfonds der in Genussschein investiert kaufen. Da suchen die Fondsmanager die richtigen Genusscheine aus. Mein wichtigster Rat ist nur solche Produkte zu kaufen, die man kennt und verstanden hat.

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