Frage von amelie11, 1.333

Steht mir nach Elternzeit Arbeitslosengeld zu?

Hallo,

meine Elternzeit läuft im Januar 2014 ab, habe ich danach Anspruch auf Arbeitslosengeld? Ich war vor der Geburt meines Sohnes vollzeit beschäftigt, mein AG kann mir aufgrund der Betriebsgröße keine Teilzeitanstellung anbieten, außerdem müsste ich täglich 120 km fahren.

Ist es in meinem Fall wichtig eine Kündigung zu schreiben oder einen Aufhebungsvertrag? Steht mir eine Abfindung zu? Und wie verhält es sich mit Urlaub den ich in der Schwangerschaft hatte, ich musste aufgrund eines Beschäftigungsverbotes umgehend meinen Arbeitsplatz räumen, kann ich den mir auszahlen lassen oder ist der abgelaufen?

Vielen Dank für Eure Hilfe!

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Antwort
von Primus, 1.333

Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses bzw. der Kenntnisnahme des Beendigungszeitpunktes während der Elternzeit besteht die Pflicht zur frühzeitigen, persönlichen Arbeitsuchendmeldung (spätestens 3 Monate vor dessen Beendigung).

Liegen zwischen der Kenntnis des Beendigungszeitpunktes und der Beendigung des Arbeits- oder Ausbildungsverhältnisses weniger als drei Monate, hat die Meldung innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis des Beendigungszeitpunktes zu erfolgen.

Die frühzeitige Arbeitsuchendmeldung kann bei jeder Agentur für Arbeit erfolgen. Zur Fristwahrung reicht eine schriftliche oder telefonische Anzeige bzw. eine Online-Meldung aus, wenn die persönliche Meldung nach terminlicher Vereinbarung nachgeholt wird.

Eine Abfindung steht Dir je nach Betriebszugehörigkeit nur dann zu, wenn der Arbeitgeber die Kündigung ausspricht.

Der Urlaub steht Dir anteilmäßig zu und wird meist bis zum Ablauf der Kündigungsfrist gewährt.

Vorsicht bei Eigenkündigung oder Aufhebungsvertrag!

Sprich vorher mit der Agentur für Arbeit, damit Dir keine 3 monatige Sperre des ALG I droht.

Antwort
von BappelBappel, 1.268

Hallo Rentenfrau,

das ist schlichtweg unsinn.

Aus folgenden Gründen:

Für das Arbeitsamt ist ein täglicher Arbeitsweg von 2 Stunden (einfach!) zumutbar. Verweigert man darunter einen Arbeitsplatz, hat es die Sperre zur Folge.

Des Weiteren sollte man AUF KEINEN FALL einen Aufhebungsvertrag unterschreiben, denn in diesem Fall erhält man EBENSO eine eine Sperre durch das Arbeitsamt.

Tu dir selbst einen gefallen und geh zum Arbeitsamt und lass dich beraten. Erst wenn du eine SCHRIFTLICHE Zusage hast, dass du einen Aufhebungsvertrag unterschreiben sollst, machst du dies bitte. Solltest du keine Einigung mit Arbeitgeber und Arbeitsamt finde, suche schnellstmöglich einen Rechtsbeistand.

Übrigens: Bis dein Kind 3 Jahre alt ist, darf dich das Arbeitsamt nicht zwingen das Kind in eine Kita zu geben. Das betrifft allerdings eher ALG-II. Das würdest du nämlich bekommen, wenn du dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehst und dennoch arbeitslos bist.

Antwort
von Rentenfrau, 1.101

Hallo amelie11, wenn DU nur das eine Jahr Elternzeit mit der Arbeit ausgesetzt hast, dann hast Du jetzt schon einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I. ABER wichtig, Du mußt dem Arbeitsmarkt tatsächlich zur Verfügung stehen, Dein kleines Kind sollte also in einer KiTA sein, sonst spricht Dir die Arbeitsagentur die zeitliche Verfügbarkeit ab. Du kannst mit dem Arbeitgeber einen Aufhebungsvertrag machen, wenn Du dem Arbeitsamt erklärst, daß Du mit dem kl. Kind nicht 120 km tgl. fahren kannst, dürfte das ok sein.

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