Frage von Katinka80, 73

Steht ihm Leistungsausgleich zu nach Scheidung?

Hallo,

ich habe ein verzwicktes Problem.

Frau A und Herr B haben unehelich Haus gebaut. Frau A hatte den Grundbesitz und dieser ist auch nur auf sie eingetragen. Herr B hat bei der Baufirma mit unterschrieben und sich auch an den Baukosten zur Hälfte beteiligt. Es wurde auch viel Arbeitsleistung erbracht. Die Kreditsumme wurde auf 2 Kreditverträge geteilt so dass jeder anfing einen Kredit abbezahlte. Nach Fertigstellung wurde geheiratet ohne irgendwelche Verträge. Es zählt also die Zugewinngemeinschaft. Nach nur 1,5 Jahren Ehe hat sich das Paar getrennt. Herr B ist sofort ausgezogen und hat Frau A seinen Kredit überschrieben inkl. dem Geld das bereits eingezahlt war. Er fordert allerdings eine Summe X für die erbrachte Arbeitsleistung sowie für das aufgebrachte Kapital das zum Hausbau benutzt wurde. Es wurde nichts schriftlich festgehalten und somit ist es schwierig zu sagen welche Summe hier fällig wird. Frau A kann es sich gar nicht leisten überhaupt etwas zu zahlen. Herr B hat bereits eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen und angedroht zu streiten.

Hat Frau A was zu befürchten? Das Haus hat ja weil es vor Ehe gebaut wurde, nicht viel mit der Scheidung zu tun. Als Zugewinn zählen lediglich z.b. der Gartenzaun der nach Eheschließung gemacht wurde.

Danke schon mal für die Hilfe.

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Antwort
von wfwbinder, 41

So einfach ist das nicht, ihn einfach mit einem halben Gartenzaun abzuspeisen.

Und die Begründung:

Frau A kann es sich gar nicht leisten überhaupt etwas zu zahlen.

zieht ebensowenig wie:

Herr B hat bereits eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen und angedroht zu streiten.

Denn die zahlt nicht für Ereignisse, die schon vor Abschluss der Versicherung im Streit lagen.

Gehen wir es der Reihe nach durch:

  1. Der Grund und Bodern gehört Frau A. Damit gehört ihr alles, was mit dem Grund und Boden fest verbunden ist, also auch das Haus (mit Gartenzaun).

  2. Um den Zugewinnausgleich zu ermitteln, muss man schätzen, was das alles bei Eheschließung Wert war und bei Einreichung der Scheidung. Der von beiden, der den höheren Zugewinn hatte, muss dem anderen 1/2 dieses Mehrbetrages auszahlen.

  3. Nun wird es schwieriger. Sie hat ein Haus gebaut (sie war Bauherrin, weil auf ihrem Grund) und er hat ihr Geld dazu gegeben.

  4. War das eine Schenkung?

  5. War das ein Darlehen?

  6. "Herr B ist sofort ausgezogen und hat Frau A seinen Kredit überschrieben inkl. dem Geld das bereits eingezahlt war." Was soll das denn heissen? Einen Kredit kann man nicht "überschreiben." Man kann eventuell erreichen, dass ein anderer ihn übernimmt und der Gläubiger das akzeptiert und den alten Kreditnehmer freistellt. Gehen wir mal davon aus, sie hat die Zahlung Zins- und Tilgung übernommen.

  7. Damit hat sie ihn ja schon mal von Schulden befreit, was auch eineArt Ausgleich ist.

  8. Über den Rest muss man verhandeln. Eine streitige Auseinandersetzung hat einen ungewissen Ausgang. Insbesondere weil Nachweise für seine Zahlungen und Leistungen fehlen.

Ein uneheliches haus kannte ich noch nicht, ist aber mal was Neues.

Antwort
von Katinka80, 34

Welcher Zugewinn wäre denn da? Ich verstehe das gerade nicht. Das Haus wurde vor Tag der Ehe fertig. In der Ehe wurden nur Terrasse und Gartenzaun gemacht. Bargeld usw. ist nicht da. Frau A hat zudem jetzt doppelt so viele Schulden wie vor Eheschließung. Getilgt wurde in den 1,5 Jahren Ehe nicht viel. Wie wird die Eigenleistung errechnet? Da könnte ja jeder xy Stunden angeben. Ist das nicht so, dass man das nachweisen muss mit Stundenzettel oder so?

Kommentar von wfwbinder ,

Entschuldige bitte, aber hast Du meine Antwort nicht gelesen? Oder bezieht sich diese Äußerung auf die Antwort von @imager, dann klicke bei seiner Antwort auf "Antwort kommentieren" dann weiss man, wozu Du etwas sagen, oder fragen möchtest.

Welcher Zugewinn wäre denn da?

Das wissen wir nicht, weil keine Werte angegeben sind.

Getilgt wurde in den 1,5 Jahren Ehe nicht viel.

Trotzdem ist es erstmal Zugewinn.

Das Haus wurde vor Tag der Ehe fertig. In der Ehe wurden nur Terrasse und Gartenzaun gemacht.

Ist doch aber was und das Haus kann auch sonst eine Wertsteigerung erhalten haben, weil die Immobilienwerte in den letzten 2 Jahren gestiegen sind.

Wie wird die Eigenleistung errechnet? Da könnte ja jeder xy Stunden angeben. Ist das nicht so, dass man das nachweisen muss mit Stundenzettel oder so?

Wenn die beiden das nicht notiert haben, so ist es Pech.

Frau A hat zudem jetzt doppelt so viele Schulden wie vor Eheschließung.

DEshalb schrieb ich ja, dass dies ihr Argument sein wird, wenn Herr "B" sie verklagt.

Aber wie es aussieht, hat er ja noch gar nicht geklagt. Und wenn er zu einem Anwalt geht, wird der erstmal prüfen, ob die Klage Aussicht auf Erfolg hat und wie ich schon schrieb, das Prozessrisiko ist erstmal bei ihm, er muss die Kosten vorlegen.

Antwort
von imager761, 31
Als Zugewinn zählen lediglich z.b. der Gartenzaun der nach Eheschließung gemacht wurde.

Falsch: Als Zugewinn zählt die Differenz ihres Vermögens ab Tag der Scheidungsantragszustellung abzüglich ihres Anfangsvermögens mit Datum der Eheschliessung.

Auf das Haus bezogen meint das gutachterlichen Wert ohne offene Darlehen abzgl. Wert unbeauten Grundstücks.

Von ihrem Zugewinn würde der ebengleich berechnete ihres Noch-Ehemannes abgezogen und von der Differenz kann er die Hälfte in Geld verlangen (ehelicher Zugewinnausgleich).

Im übrigen hat der BGH festgestellt, dass nicht nur Matrialeinsatz, sondern auch Eigenleistungen durchaus anzurechnen sind. Hiervon wäre allersings der eheliche gezogenen Nutzen (Mietkosteneinsparung) abzuziehen.

G imager761

Antwort
von Katinka80, 28

Ein Zugewinn ist so gut wie nicht da. Der Zustand vom Haus hat sich nach Eheschließung nicht stark verändert. Gartenzaun wurde fertiggestellt und Terrasse gepflastert. Das wäre dann der Zugewinn. Allerdings hat Frau A nach Übernahme des Kredits von Herrn B in der Trennungszeit doppelt so viele Schulden wie zuvor. Herr B wurde von den Schulden befreit. Keine Ahnung ob das alles als Schenkung zu sehen ist. Es wurde nie etwas vereinbart weil nicht an Trennung gedacht wurde. Herr B hat eben in "sein" Haus investiert. Kann mir jemand sagen, wie es für Frau A aussieht? Soll Frau A noch einen Rechtsschutz abschließen? Noch wird ja nicht gestritten. Das kommt erst zur Scheidung.

Kommentar von wfwbinder ,
  1. Es ist eine Scheidungsfolgesache und wird, zumindest bezüglich Zugewinn, in der Scheidung geregelt. Die ist nach meiner Kenntnis gar nciht versicherbar.

Wenn Sie für den "normalen" Rechtsstreit nun etwas abschließt, kann die Rechtschutz m. E. die Regulierung verweigern, aber mal sehen, ob noh eine VErsichrerungsspezi was dazu sagt/schreibt.

  1. Zugewinn ist nciht nur die Wertsteigerung des Hauses, sondern auch wie während der Ehe gezahlten Tilgungen.

  2. Natürlich hat Frau "A" nun mehr Schulden. Aber da kommt natürlich auch ein bisschen der Punkt Fairness. Sollte er völlig ohne Vermögen, aber mit den von ihm aufgenommenen und in das Haus investierten Schulden aus der Ehe gehen?

  3. Ausserdem ist Frau A doch in einer Toppposition. Nicht sie muss klagen, sondern er. Nicht sie muss einen Gerichtskostenvorschuss zahlen, sondern er. Sie hat schon die Restschulden übernommen und kann sagen "ich habe doch für seine Leistungen auch seine Bankschulden übernommen.

Ich weiss ehrlich nicht, Wo die FRau sich benachteiligt fühlt.

Sie hat ein Haus, was wohl um einiges mehr Wert ist, als das was als Schulden darauf lastet. Seine Klage, wenn er eine anstrengt, wird teuer für ihn, mit ungewissem Ausgang.

Kommentar von imager761 ,
Ein Zugewinn ist so gut wie nicht da.

Falsch, s. m. Kommentar :-)

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