Frage von Kundra13,

Statt privater Zusatzversicherung Arztkosten absetzen

Ich habe eine private Zusatzversicherung für Zahnersatz, und alternativer Heilmethoden. Kann ich alternativ entweder die private Zusatzversicherung oder die vollen Arztkosten von der Steuer absetzen, denn die Beiträge für die Zusatzversicherung geht ja anscheinend nicht.

Antwort von gandalf94305,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Im Prinzip kannst Du die Kosten für die private Zusatzversicherung als Vorsorgeaufwand ansetzen, allerdings geht dies nur bis zum Höchstbetrag von EUR 1.900. Dieser wird meist durch die Basiskranken- und Pflegepflichtversicherung bereits ausgeschöpft bzw. sogar überschritten.

Daher bleibt nur der Ansatz der Arztkosten abzüglich Erstattungen über die Zusatzversicherung als außergewöhnliche Belastungen. Sofern diese in Summe dann den Betrag der zumutbaren außergewöhnlichen Belastungen überschreiten, führt dies auch zu einer Steuerminderung.

Kommentar von Kundra13,

Leider wirken sich die Beiträge zur privaten Zusatzversicherung in Höhe von 1.200,-- Euro nicht steuerlich aus, da Basisversorgung hier schon reicht für die 1.900,-- Euro. Ist es möglich die Zusatzversicherung weg zu lassen und die volle Höhe der Arztrechnungen als außergewöhnliche Belastung an zu geben. Nur mal so eine Idee

Kommentar von gandalf94305,

Das war meine Vermutung. Daher kann die weitere Zusatzversicherung steuerlich nicht geltend gemacht werden. Die Arztkosten können nur abzüglich gezahlter Erstattungen geltend gemacht werden.

  • Mit Zusatzversicherung also beispielsweise: 40 EUR p.m. Beitrag, d.h. 480 EUR p.a., 6000 EUR für eine Zahnarztrechnung, von der 90% erstattet werden. Kosten in diesem Jahr: 1080 EUR. Ist die zumutbare außergewöhnliche Belastung überschritten und kannst daher den Zahnarzteigenanteil steuerlich absetzen, so wären das bei einem Steuersatz von 30% z.B. 180 EUR zurück. Kosten unter dem Strich also: EUR 900.

  • Ohne Zusatzversicherung würdest Du die 6.000 EUR selbst tragen. Steuerlich angesetzt ergibt das einen Rückerstattungsbetrag von EUR 1.800 (Bedingungen wie oben), d.h. zu tragen wären damit EUR 4.200.

Wie immer also lohnt sich die Versicherung insbesondere dann, wenn man sie heftig in Anspruch nimmt. Hat man nur kleine Ausgaben, so lohnt es sich eher nicht.

  • Mit Zusatzversicherung: 480 EUR p.a. Beiträge, 150 EUR für eine Zahnarztrechnung (Prophylaxe, kleinere Arbeiten). Erstattung vielleicht die 40 EUR für die Prophylaxe. Steuerminderung: 12 EUR. Kosten 508 EUR.

  • Ohne Zusatzversicherung: Kosten 150 EUR. Steuerminderung 45 EUR, Kosten damit 105 EUR.

Versicherungen, die man nicht in Anspruch nimmt, lohnen sich nicht. Schließt man die Versicherung jedoch erst im Alter ab, wenn man ab 45 vielliecht mehr Zahnarztbehandlungen benötigt, so kostet diese natürlich auch mehr.

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