Frage von fabrik,

Spielt der Gesundheitszustand mit eine Rolle wenn man Tarif in PKV wechseln will?

Wenn man länger krank ist, verbaut man sich dann die Chance, den Tarif bei der PKV wechseln zu dürfen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Larkolas,

In einen Tarif mit weniger Leistung kannst du jederzeit wechseln, aber nicht in einen "besseren".

Kommentar von alfalfa ,

Man darf auch in einen besseren Tarif wechseln - wenn die Gesundheitsfragen okay sind. 204 VVG ist nicht nur Downgrade....

Antwort
von silberkopf,

wechseln darf man auch wenn man viel krank ist, aber evtl. folgen dann neue Gesundheitsprüfungen und der neue Tarif wird aufgrund Risikozuschlägen dann teurer als gedacht...

Antwort
von Privatier59,

Was heißt denn "Tarif wechseln". In den Basistarif immer, umgekehrt aber gibt es Probleme.

Kommentar von alfalfa ,

Oder den besseren Standardtarif, wenn PKV vor 2009 abgeschlossen wurde. Vorteil beim Standardtarif: AR werden zum größten Teil beitragsreduzierend angerechnet.

Antwort
von alfalfa,

Wenn es um einen Tarifwechsel nach § 204 VVG geht, gilt folgendes: - Bei einem Wechsel hat das VU das Recht eine erneute Risikoprüfung vorzunehmen. Das wird jedoch in der Praxis nur dann gemacht, wenn der Zieltarif eine höhere Absicherung bietet als der Ursprungstarif. Das gilt auch, wenn nur ein Leistungsbaustein höherwertiger ist. (Das kann auch eine geringere Selbstbeteiligung sein)

Das Ergebnis dieser Prüfung kann sein, dass das VU:

  • Ablehnt
  • Ausschlüsse ausspricht
  • einen oder mehrere Risikozuschläge nimmt

Es verhält sich (fast) wie bei einem Neuantrag.

Bietet der Zieltarif in allen Leistungsbereichen niedrigere Leistungen an, so wird meist auf die Prüfung verzichtet.

In den Standardtarif (für Personen, die vor 2009 bereits versichert waren) oder Basistarif (ab 2009 PKV versichert) kann man immer wechseln.

Auch besteht die Möglichkeit in verkaufsgeschlossene Tarife zu wechseln, was einige VU gerne verneinen. (Doch da liegen meist die Schätzchen verborgen).

Empfehlung: Einen solchen Tarifwechsel durch einen Versicherungsberater begleiten lassen, denn gerne wird auch seitens der VU das Thema Anrechnung von Rückstellung verweigert. Und außerdem sollte man wissen, welche Limitierungen der Zieltarif hat (z.B Bezugsquellen für Hilfsmittel, Labor- und Materiallisten mit festen Euro Obergrenzen usw.)

Kommentar von Larkolas ,

Nö ich denke die Versicherung DARF auch keinen Zuschlag verlangen oder Leistungsausschlüsse vereinbaren bei weniger Leistungen. ;)

Kommentar von alfalfa ,

Woher nimmst Du denn diese Erkenntnis? Es ist streng genommen ein neuer Antrag! Und wie ich bereits schrieb, wird die Versicherung mutmaßlich keine Prüfung vornehmen, wenn alle Leistungen gleich oder niedriger sind. Jedoch hat sie das Recht wie bei einem Neuantrag eine Risikoprüfung vorzunehmen.

Kommentar von Larkolas ,

Ich zitiere: "soweit die Leistungen in dem Tarif, in den der Versicherungsnehmer wechseln will, höher oder umfassender sind als in dem bisherigen Tarif, kann der Versicherer für die Mehrleistung einen Leistungsausschluss oder einen angemessenen Risikozuschlag und insoweit auch eine Wartezeit verlangen"

Daraus schließe ich, dass das VU es eben NICHT kann, wenn die Leistungen NICHT umfassender oder höher sind. :)

Kommentar von alfalfa ,

Logisch einwandfrei argumentiert. Doch: Ein Wechsel ist wie ein Neuantrag. In der Risikoplitik herrscht Gestaltungsfreiheit. Das bedeutet, dass es in der Hoheit des VU liegt auch diese Konstellation erneut zu prüfen. Und warum? Man stelle sich eine Person vor, die chronisch krank ist und im Saldo hohe Kosten verursacht. Diese Person macht nach § 204 VVG einen Wechsel nach unten in allen Leistungsbereichen um Kosten zu sparen. In dem Fall - weil es ja eine neue Entscheidungssituation ist - wird mit hoher Sicherheit Leistunsausschlüsse und Risikozuschläge - oder beides die Folge sein. Leider schon oft in der Praxis erlebt.

Kommentar von Larkolas ,

Habe nun die Info von einem Mitarbeiter einer Versicherung dass ich Recht habe. ;) Aber natürlich kann es durchaus (leider) in der Praxis anders laufen... Wenn ein Tarifwechsel genau wie ein Neuantrag wäre, bräuchte man ja gar keinen Paragraphen, der diesen extra beschreibt...

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