Frage von Tigi21, 1.130

Sparerpauschbetrag nicht ausgeschöpft: in der Steuererklärung einfach mit 801 Euro korrigieren?

Guten Tag!

Ich habe leider 2012 meinen Sparerpauschbetrag einer Bank erteilt, bei der ich weniger Kapitalerträge erwirtschaftet habe als bei den anderen Banken, bei denen ich Kundin bin.
Bei keiner der drei Banken alleine käme ich auf den Maximalbetrag von 801 Euro, aber wenn ich alle drei zusammenlege, sogar minimal drüber.

Meine Frage daher: darf ich das Nicht-Ausschöpfen in der Steuererklärung korrigieren, indem ich unter Anlage KAP einfach den Maximalbetrag von 801 Euro angebe, auch wenn der tatsächlich erteilte Sparerpauschbetrag nur bei 390 Euro liegt?
Oder mache ich mich da strafbar?

Herzlichen Dank.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Tigi21,

Schau mal bitte hier:
Steuererklärung Sparerpauschbetrag

Antwort
von gandalf94305, 1.130

Zunächst mal: die Summe aller erteilten Freistellungsaufträge bei Banken darf nicht größer als 801 EUR bei Alleinstehenden sein. Es wird allerdings seit einiger Zeit an das BZSt nicht mehr der erteilte Freistellungsauftrag, sondern nur noch der in Anspruch genommene gemeldet.

Wenn Du nur 390 EUR Freistellungsaufträge erteilt hast und in Wirklichkeit über 801 EUR an Kapitalerträgen hattest, dann wurden Steuern (Abgeltungssteuer, SolZ und ggf. Kirchensteuer) gezahlt. Diese sind in der Jahressteuerbescheinigung jeder der Banken aufgeführt.

Du wirst nun also die Angaben aus den Jahressteuerbescheinigungen auf einem Blatt Papier zusammenfassen und in die Anlage KAP eintragen. Ebenso werden dort die gezahlten Steuern aufgeführt.

Unabhängig davon, was nun an Freistellungsaufträgen bestand: für die ersten 801 EUR an Kapitalerträgen gezahlte Steuern bekommst Du dann zurückerstattet. Das passiert automatisch und Du mußt hier nichts "korrigieren", sondern einfach nur die Umfänge der Kapitalerträge und Steuern korrekt eintragen.

Kommentar von gandalf94305 ,

PS: Der einfachste Weg ist übrigens die Korrektur der Freistellungsaufträge, wenn Dir klar ist, daß irgendwo mehr an Erträgen anfallen als geplant. Du kannst jederzeit Freistellungsaufträge erhöhen oder reduzieren, solange sie nicht unter die bei der jeweiligen Bank schon gegen den Freistellungauftrag verrechneten Erträge gesenkt werden. In Summe müssen die Freistellungsaufträge bei max. 801 EUR stehen.

Kommentar von RatsucherZYX ,

Du wirst aber in der Steuerklärung gefragt, wieviel du bei den Banken freigestellt hast, da dafür ja keine KAP usw. einbehalten wurden. Der ausgeschöpfte Betrag geht auch aus den Steuerbelegen der Banken hervor. Für die Differenz bis zu € 801 erhältst du automatisch in deinem Steuerbescheid die bezahlten KAP usw. wieder erstattet.

Kommentar von gandalf94305 ,

Das ist nicht ganz korrekt. Man wird in Anlage KAP nicht nach der Höhe des Freistellungsauftrags gefragt, sondern nach der Höhe des in Anspruch genommenen Freistellungsauftrags.

Theoretisch könnte also jemand bei drei Banken je 250 EUR Kapitalerträge haben und jeweils bei jeder Bank einen Freistellungsauftrag über 801 EUR einrichten. Das wird nicht auffallen. Es wird erst auffallen, wenn jemand in Summe der in Anspruch genommenen Freistellungsaufträge über die 801 EUR kommt, da diese Beträge nämlich an das BZSt gemeldet und von den Finanzämtern abgefragt werden.

Antwort
von barmer, 903

Nein, alles korrekt angeben und in Anlage KAP oben das Kreuzchen für Günstigerprüfing machen !

Dann macht der Compiuter im FA das wieder gut !

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