Frage von goul123123, 316

Sparen mithilfe von Fonds oder Aktivplan^2 von der Sparkasse

Hallo, ich bin gerade 18 geworden und bin deshalb zur Sparkasse gegangen um ein Konto zu eröffnen etc. Da ich an Wirtschaft interessiert bin (aber natürlich noch unerfahren) und mein Geld effektiv sparen will, habe ich dann gleich noch einen Termin bekommen, bei dem nur das Thema Sparen besprochen wurde. Mir wurden drei Möglichkeiten vorgestellt: Fondsparen, Lebensversicherung ( den Aktivplan ^2 der Neue Leben) und Bausparvertrag. Im Moment tendiere ich zu dem Aktivplan, da er sich für mich am attraktivsten anhörte. Wer den Aktivplan kennt, weiß, dass man dort einen gewissen Prozentsatz in Fonds investiert. Bei der Sparkasse werden einem natürlich die DeKa Fonds empfohlen. Ich habe aber einiges schlechte über die DeKa Fonds gelesen und da frage ich mich welche ich anstatt nehmen könnte. Hat jemand überhaupt Erfahrung mit dem Aktivplan ? Macht der Sinn zum Sparen ? Hat jemand andere Ideen ? Auch wenn ich zu dem Aktivplan tendiere, da ich nicht wirklich Haken daran sehe, hatte ich ein bisschen das Gefühl, dass mir der Sparkassenangestgellte etwas "aufschwatzen" wollte. Also bitte Meinungen zu dem Aktivplan und zu Fonds. Vom Fondsparen wurde mir abgeraten, da meine Beträge dafür zu niedrig wären. Ich hätte eigentlich auch Interesse am Fondsparen aber macht es Sinn wenn man monatlich 50 Euro investiert ? Ich freue mich auf die Antworten.

Mit freundlichen Grüßen Leon

Antwort
von Kevin1905, 316
Da ich an Wirtschaft interessiert bin (aber natürlich noch unerfahren) und mein Geld effektiv sparen will, habe ich dann gleich noch einen Termin bekommen

Nur ein kleiner Denkanstoß:

Wenn der Bankberater wüsste mit welchen Anlage(forme)n man reich wird - und zwar so reich, dass man nicht mehr arbeiten müsste - glaubst du er würde hinter dem Schalter sitzen und anderen Leuten noch etwas verkaufen?

Halte dich was Geld angeht und bei vielen Entscheidungen im Leben an den einfachen Grundsatz dir nur Ratschläge von Leuten zu holen, die da sind, wo du noch hin willst.

Erst einmal solltest du also die Basics checken.

  • Was ist eine Aktie?
  • Was ist ein Fonds?
  • Welche Art von Fonds gibt es?
  • Was will ich eigentlich genau?
  • Wie viel Zeit habe ich und wie viel Zeit pro Woche/Monat habe ich um mich damit zu befassen?
  • Welche Absicherungen sollte ich evtl. haben bevor ich mit Sparen und Investieren anfange?
  • Welches Geld will evtl. der Staat von mir haben.
Antwort
von Rat2010, 287

Du brauchst mit 18 eine Lebensversicherung? Sicher?

Wenn du die nicht brauchst, solltest du auch ganz sicher keine abschließen. Auch wenn sich das Angebot für dich gut anhört, sorgen die Kosten - und nciht nur die - dafür, dass es im Vergleich zu einem Fondssparplan uninteressant ist. Wie du schreibst wird eben nur ein bestimmter Prozentsatz in Fonds investiert. Anderswo ist es bis auf einen mehr oder wenger großen Teil des Ausgabeaufschlags alles und dass dabei wesentlich mehr rauskommt dürfte für jeden verständlich sein.

Die Sparkasse ist nebenbei die schlechteste aller Adressen, das Fondssparen anzugehen. Schlechte Produkte und Konditionen. Wenn du den Weg hierher gefunden hast, ist das schon der halbe Schritt, mit Beratung vom Spezialisten nur maximal die Hälfte des Ausgabeaufschalgs zu zahlen. Es geht dann mehr in bessere Fonds und dass dabei mehr rauskommt, ist doch logisch, oder?

Der Aktivplan wurde dir schön geredet, weil die Verkäuferin ihn verkaufen soll. Lang laufende Versicherungsverträge binden Kunden lange und erhöhen die Hürde, sich anderweitig umzusehen selbst dann, wenn - was wahrscheinlich ist - das Ergebnis auf Dauer sehr wenig befriedigend ist.

50 € in einen Fondssparplan sind ein guter Anfang. Du bis ja noch jung. Fondssparpläne kann man auch jederzeit aussetzen, anheben, senken auflösen oder auch z. B. zu Gunsten eines Riester-Fondssparplans beenden. Sprich: man kann sie seinem Leben anpassen. Eine Versicherung leistet das höchstens, wenn man die Nachteile, die damit einhergehen, in Kauf nimmt. Der wesentliche Nachteil ist, dass men einen nicht unwesentlichen Teil seines Geldes verliert.

Warum sollten 50 € in einem Fondssparplan zu wenig, in einer Versicherung aber viel genug sein? Ich denke, es liegt am Vertrieb. Bei Versicherungen werden für die Abschlusskosten die Beiträge vieler Jahre hochgerechnet. Die 50 € sind also nur der netten Beraterin zu wenig für einen Fondssparplan.

Antwort
von Niklaus, 225

Das ist die typische Beratung dieses Institutes. Du bist nahezu am besten geeignet für einen Fondssparplan mit Aktienfonds. 50 € sind ein ganz normaler Betrag. aber mache den Sparplan nicht bei dem Institut. Denn du bekommst dort nur die Fonds der Fondstochter Deka. Leider sind diese nur immer in der Werbung gut. Das darfst du mir glauben, denn ich bin Fondsspezialist.

Eine der besten Möglichkeiten, längerfristig sein Geld anzusparen ist ein Fondssparplan mit Aktienfonds. So ein Fondssparplan kann man quasi für das ganze Leben brauchen. Entnahmen für den Führerschein oder das erste Auto, sind ebenso möglich wie die Kompensation von finanziellen Engpässen während dem Studium oder der Berufsausbildung. Der Sparplan kann natürlich auch für die Altersvorsorge genutzt werden. Bei dem Sparplan sind Aktienfonds zu bevorzugen wegen der vermutlich längeren Laufzeit. Fondssparpläne gibt es bereits für eine Mindesteinzahlung ab 25 € pro Monat. Verfügbarkeit, Erhöhung, Reduzierung oder Kündigung, keine feste Laufzeit, keine Stornokosten. Aktienfonds haben nachweislich alle anderen Anlageformen in Bezug auf Rendite und Sicherheit weit übertroffen. Aktienfonds sind sehr gut diversifiziert, weil sie viele Aktien im Portfolio haben. Die Anlage ist inflationsgeschützt, da Aktien Sachwerte sind und auch insolvenzgeschützt, weil Aktienfonds Sondervermögen sind. Aktienfonds schwanken, weil die Märkte volatil sind, aber das hat nichts mit Sicherheit zu tun. Man kann Aktienfonds auch mit einem dynamischen Trailinglimit absichern. Das bedeutet, dass das Limit immer dem Kurs folgt. Wenn die Märkte fallen geht es raus aus dem Aktienfonds in einen Geldmarktfonds und bei steigenden Märkten wieder zurück in den Aktienfonds. Durch die intelligente Kombination der Stopp-Loss-Order und der Start-Buy-Order kann man Kursverluste reduzieren und- Kursgewinne mitnehmen. Durch den Einsatz des Trailinglimits kommt der Cost-Average-Effekt in Sparplänen erst richtig zur Geltung. Es fällt kein Ausgabeaufschlag beim Tauschen an. Zu einem Sparbuch, Bausparvertrag, Versicherung oder ETFs würde ich nicht raten. Diese Produkte sind nicht nur unnötig sondern haben auch noch andere Nachteile

Antwort
von Hanseat, 219

Da haben Sie ja einen typischen Bankberater-Termin hinter sich, da wird Alles angeboten was der Bauchladen hergibt, irgendwas wird der Kunde schon kaufen. Und dann werden die Produkte mit der höchsten Provision noch besonders herausgestellt.

Zitat: "Mir wurden drei Möglichkeiten vorgestellt: Fondsparen, Lebensversicherung ( den Aktivplan ^2 der Neue Leben) und Bausparvertrag." Sehr merkwürdig, 3 völlig unterschiedliche Produkte mit völlig unterschiedlichen Charakteristika. Wenn der Berater logisch vorgegangen wäre und Ihre wünsche und Erfahrungen besprochen hätte, dann hätte da eigentlich nur eines der erwähnten produkte herauskommen können.

Zitat: "Vom Fondsparen wurde mir abgeraten, da meine Beträge dafür zu niedrig wären." Blödsinn, das geht sehr gut mit 50,- Euro monatlich.

Rest: siehe Kevin1905

Schießen Sie den Bankberater zum Mond !

VG,

Kommentar von Zitterbacke ,
das geht sehr gut mit 50,- Euro monatlich.

Auch schon mit 25 €uronen geht das !!

Kommentar von LittleArrow ,

... und auch zweimonatlich oder einmal im Quartal. So könnte man mit den "viel zu niedrigen Beträgen" gut gestreut bei mehreren Fonds anlegen. Diese Sparkassenangestellte könnte (hier) noch eine Menge lernen;-)

Antwort
von LittleArrow, 172

Vom Fondsparen wurde mir abgeraten, da meine Beträge dafür zu niedrig wären.

Klar, denn einen solchen Plan kannst Du jederzeit beenden und Dein so Erspartes besser bzw. anderweitig nutzen. Daher erhält die Sparkassenangestellte auch nicht soviel "Lob und (finanzielle) Anerkennung" als wenn sie einen Lebensversicherungsvertrag vermittelt/-kauft. Da hängt der (junge) Kunde nämlich "lebenslänglich" an der Angel. Du brauchst doch derzeit weder eine Kapitallebensversicherung noch einen Bausparkassenvertrag oder?

Also diese Beratung kannst Du vergessen; sie ist gründlich schief bzw. falsch gelaufen und es ist gut, dass Du hier nachgefragt hast.

Bitte diese Dame um ein kostenloses Exemplar mit dem Namen Basisinformationen über Wertpapiere und weitere Kapitalanlagen, das Du übrigens auch bei einer anderen Bank erbitten kannst. Das lies Dir erstmal durch (siehe auch Kevins Fragen!) und spare trotzdem Deine € 50/Monat bis Du ca. € 2.000 als Geld-Polster hast.

Zwischenzeitlich fülle mal (gedanklich) diese Checkliste aus:

http://www.bmelv.de/cae/servlet/contentblob/656294/publicationFile/38033/Checkli...

und lese hier die vielen Beiträge zum Thema Geldanlage.

PS: Natürlich kann man mit € 50/Monat einen Fondssparplan besparen. Da bekommst Du sogar jeden Monat mindestens zwei verschiedenen Fonds! Aber dennoch lies vorher die genannte Broschüre, denn es gibt vor dem Fondskauf noch einiges zu beachten.

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