Frage von mecki1, 28

Sozialhilfe für meine Eltern?

Mein dementer und an Leukämie erkrankter Vater -noch vorläufige Pflegestufe 1 mit einer Lebenserwartung von ca. 1 Jahr- befindet sich seit einer Woche im Pflegeheim. Das Heim kostet monatl. 3000 € - 1.064,-- € gibt die Pflegekasse dazu. Meine Mutter möchte im eigenen Haus weiter wohnen. Sie bewohnt dort eine Wohnung (ca. 65 qm). Sie hat die Pflegestufe 1. An finanziellen Ausgaben hat sie die üblichen Versicherungen und die Mittel für den tägl. Bedarf. Zeitungen und andere Luxusgüter sind bereits gekündigt, das Auto wird noch verkauft werden. Mein Sohn wird am 1.5. in die obere Wohnung einziehen (54 qm - 400,-- € Warmmiete), um meiner Mutter im Haushalt zu helfen, bzw. damit meine Mutter Geld zur Verfügung hat.

Zusammen verfügen meine Eltern über eine monatl. Rente von 1.800,-- €.

Sollen meine Schwester und ich für unsere Eltern sozialhilfe beantragen? Wie ich gelesen habe müssen wir die als Erben wieder zurückzahlen.

Sollen wir das Haus verkaufen? In diesem Falle hätten wir Geld für die Pflege unserer Eltern und meine Mutter muss dann doch ins Heim.

Sollen meine Schwester und ich unser Elternhaus kaufen? Es hat einen Wert von ca. 400.000,-- €. In diesem Fall würden die Mieten meines Sohnes und unserer Mutter mit in die Finanzierung einfließen!?

Ich weiß mir keinen Rat. Eine Bekannte hat mir vom Sozialamt abgeraten. Zu viel Papierkram und zu viele Nerven für Geld, dass man zurückzahlen muss. Sollen wir es aus eigenen Kräften versuchen?

Ich erhoffe mir hier einen guten Rat - vielen Dank!

Antwort
von wfwbinder, 28

Großer Sachverhalt, viele Möglichkeiten.

  mit einer Lebenserwartung von ca. 1 Jahr- befindet sich seit einer Woche im Pflegeheim. Das Heim kostet monatl. 3000 € - 1.064,-- € gibt die Pflegekasse dazu.

Unterdeckung von ca. 1.940,- euro. Aber da Ihr ja leider das Ende schon absehen könnt, eben auch begrenzt auf ca. 24.000,- hoffentlich mehr, damit Ihr den Vater länger habt, aber doch kein Grund das Haus zu verkaufen (zumindest nicht aus meiner Sicht).

Das Haus hat anscheinend 2 Wohnungen. eine wird ja demnächst Miete bringen. Sagen wir mal die Kaltmiete sind 250,- Euro. Renten sind 1.800,- = 2.050,-. Unterdeckung 1.940,-. Was an Geld gebraucht wird, sind also die Lebensunterhaltungskosten der Mutter. Also die auf sie entfallenden Nebenkosten für das Haus und Haushaltsgeld.

Wenn Ihr wegen der Heimkosten das Sozialamt fragt, geht es an das Haus der Mutter. 

Da ist es doch besser die Zähnen zusammen zu beissen und pro Kind einen monatlichen Zuschuss von 250,- bis 300,- Euro zu zahlen und der Mutter das Haus zu erhalten.

Alternative:

Ich kauft der Mutter das Haus ab. Teilkaufpreis ist das lebenslange Wohnrecht. Den Rest zahlt ihr mit einem zur Zeit billigen Immobilienkredit. Aus diesem Kaufpreis kann dann die Mutter die Heimkosten zahlen. In den Vertrag müsste auch eine Regelung für den Fall, dass die Mutter mal ins Heim muss. Aber dann kann ja auch die zweite Wohnung vermietet werden.

Zusammen gefasst, ich würde nicht verkaufen, weil Die Belastung der Mutter durch die Krankheit des Vaters schon schlimm genug ist. Da sollte sie nicht die Wohnung wechseln müssen.

Da die Mutter ja auch Pflegestufe 1. hat, kommt ja dort auch Pflegegeld.

Antwort
von Primus, 26

Können die Heimkosten nicht durch eigene Mittel gedeckt werden und die Kinder sind finanziell nicht in der Lage, für  die noch fehlende Summe aufzukommen, springt das Sozialamt ein. Die Mutter darf bis zu ihrem Tode oder einer Heimunterbringung in ihrem Haus wohnen bleiben.

Dann geht das Haus allerdings in den Besitz des Sozialamtes über,  das sich durch den Erlös des Verkäufers die Sozialleistungen zurück  holt.

Zahlen die Kinder den noch fehlenden Betrag, bleibt das Haus im Familienbesitz. 

Kommentar von Primus ,

Verkäufers  soll natürlich Verkaufes  heißen. 

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