Frage von RothMike, 1

Sozialauswahl nach Pleite - was muß die Firmenleitung u. der Betriebsrat beachten?

Wenn die Firma pleite macht, und Kündigungen zur Folge haben, welche Kriterien muss der Chef bzw. der Bertriebsrat dann genau beachten bei der Auswahl derer, die gehen müssen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Zitterbacke, 1

Es muß die Sozialauswahl eingehalten werden.

Das bedeutet, daß auch der Insolvenzverwalter(mit allen Rechten und Pflichten eines Arbeitgebers) mit Einbindung des Betriebsrates eine Liste aufstellen muss, in denen die von einer Kündigung betroffenen Arbeitnehmer nach Kriterien wie z.B. Dauer der Betriebszugehörigkeit, Lebensalter, Familiensituation, Kinderzahl, Vorliegen einer Schwerbehinderung etc. aufgeführt sein müssen.

Das Prinzip der Sozialauswahl besagt, daß nur diejenigen Arbeitnehmer gekündigt werden können, die sozial am wenigsten schutzbedürftig sind.

Kündigt der Insolvenzverwalter ohne eine Sozialauswahl getroffen zu haben oder berücksichtigt bei der Kündigung die soziale Situation eines Arbeitnehmers unzureichend, dann ist eine solche Kündigung sozialwidrig, d. h. unwirksam und kann mit Erfolg vor dem Arbeitsgericht angefochten werden.

Die Sozialauswahl vollzieht sich in drei Stufen. Es wird festgestellt, welche Arbeitnehmer überhaupt in die Auswahl einbezogen werden .

  1. Ermittlung der sozialen Schutzwürdigkeit der Arbeitnehmer

2.Überprüfung , ob der Kündigung Gründe nach § 1 Abs. 3 Satz 2 KSchG entgegenstehen

3.Einzelfallüberprüfung . Alle Umstände des Einzelfalls müssen gewürdigt und gegeneinander abgewogen werden.

Alles Gute . Gruß Z... .

Antwort
von Lohnbuchhaltung, 1

Kommts zur Kündigung nach Firmenpleite darf der Betriebsrat mit dem AG zusammen über die Sozialauswahl entscheiden bzw. hier frei handeln-so dürfen Angestellte gekündigt werden, auch wenn mehrere Faktoren darauf hinweisen, daß bei anderen die Kündigung aus sozialen Aspekten nicht so hart äwre. So das Bundesarbeitsgereicht dieses Jahr entschieden. Lies hierzu bitte auch http://www.lto.de/recht/nachrichten/n/bag-urteil-6azr85411-kuendigung-sozialplan...

Antwort
von SBerater, 1

das kann man so nicht sagen. Nur die Information, dass eine Firma pleite ist und dass es Kündigungen geben wird, ist zu wenig.

Wenn eine Firma Insolvenz anmeldet, dann kommt normalerweise ein Insolvenzverwalter. Der hat deutlich mehr Rechte als es im normalen Geschäftsbetrieb gibt. Und damit ist viel mehr möglich.

Ein Insolvenzverwalter hat Sonderkündigungsrechte. Er muss die üblichen Kündigungsfristen nicht einhalten.

Damit ist bei der Fragestellung keine Antwort möglich. Spontan würde ich sagen: alle werden den Job verlieren - meist mit einer Frist von 3 Monaten.

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