Frage von silberheim, 780

Sonderzahlung in "Vorfinanzierungs"-Bausparvertrag

Hallo,

wir hatten gestern eine kleine Diskussion im Bekanntenkreis. Der eine Bekannte hat dieses Hausfinanzierungskonzept, bei dem ein Bausparvertrag angespart wird und dann nachher aus diesem die Finanzierung weiter mitgetragen wird !?? Naja jedenfalls hat er nun von seinen Eltern ein paar tausend Euro geschenkt bekommen und geschaut, ob er irgendwie eine Form der Sondertilgung betreiben kann. Eigentlich läuft die Ansparphase noch 3 Jahre ( 10 insgesamt). Das war so die Grundlage der Diskussion die sich dann ziemlich verstrickte und folgende Fragen auf warf:

  1. Kann er neben den ausgemachten monatlichen Raten einfach einen einmaligen Betrag auf das Bausparkonto einzahlen ?
  2. Könnte die zweite Phase dieses Finanzierungsmodells früher anlaufen, wenn dadurch der Bausparvertrag früher voll bespart ist ?
  3. Würde das wirklich Sinn machen ?
  4. Kann er das geschenkte Geld auch zur Sondertilgung des eigentlichen Kredites nutzen, den Bausparer nicht voll besparen und dann dadurch diesen Bausparer auch nahchher noch weiter laufen lassen, um die für jetzige Verhältnisse, wirklich guten Garantiezinsen weiter zu nutzen ?

Ich hoffe ich habe mich verständlich ausgedrückt !

MFG

Antwort
von Interhyp, Business Partner, 780

Hallo Silberheim,

gerne möchte ich Dir Deine Fragen beantworten:

  1. Dein Bekannter kann durchaus Sonderzahlungen zusätzlich zu den monatlichen Raten leisten.
  2. Das lässt sich pauschal nicht beantworten, da das abhängig von dem Kreditgeber ist. Manche lassen dies zu, andere bestehen darauf, dass die komplette Ansparphase eingehalten wird.
  3. Wenn die Ansparphase vorzeitig beendet werden kann, ist das durchaus sinnvoll, da man schneller in die zinsgünstigere Tilgungsphase eintritt und damit auch ein 100%iges Sondertilgungsrecht hat.
  4. Das ist schwer zu beantworten, da das sehr Kreditgeber abhängig ist und auch die ausgehandelten Vertragsmodalitäten eine Rolle spielen.

Grundsätzlich würde ich Deinem Bekannten raten, sich mit dem Bausparberater oder direkt mit dem Kreditgeber in Verbindung zu setzen, um seine Möglichkeiten abzuklären.

Ich hoffe, ich konnte Eure Diskussionsrunde um einige Antworten bereichern und wünsche Euch alles Gute.

Viele Grüße

Annette, Interhyp AG

Antwort
von MadRampage, 638

Hallo

  1. Ja, Einzahlungen in der Ansparphase sind in der Regel felxibel möglich, der Zuteilungszeitpunkt kann sich dadurch ändern.

  2. Durch höhere und frühere Einzahlungen als geplant erreicht man auch früher die erforderliche Bewertungszahl (=Zuteilungsreife). Ob das in der Situation diese Zuteilungsfreife des BSV um 2 Monate oder 6 Monate erhöht kann nur die Bausparkasse bzw. Dein Berater berechnen. WICHTIG: Prüfe genau ob das Vorausdarlehen ohne weitere Gebühren früher als geplant getilgt bzw. abgelöst werden darf!

  3. Das kann Sinn machen, um etwas früher die Vorausdarlehen abzulösen und damit wenige Monat die Vorausdarlehens-Zinsen zu sparen (siehe dazu auch 2.). Allerdings kann man das Geld auch genau so gut zum Zeitpunkt der Ablösung einsetzen um weniger Bauspar-Darlehen zu benötigen und damit die Raten zu senken. Beides sollte man nur machen, wenn man ausreichend Reserven hat. Sollten die paar tausend Euro die einzige "Hohe Kante" (Tagesgeld) sein, dann bitte diese Reserve belassen und nicht für Sondertilgungen verbraten.

  4. Kommt auf den Kredit drauf an: Sind dort Sondertilgungen vereinbart, ist das machbar. Oder meinst Du Du damit das Bauspar-Darlehen? Diese lassen in der Regel beliebige Sondertilgungen zu.

Ich hoffe meine Antworten sind auch verständlich :)

Kommentar von LittleArrow ,

Ein sehr übersichtlicher, sinnvoller Kommentar! DH! Für mich ist er auch sehr verständlich.

Zum 2. Punkt: Sollte man noch mehr Klartext reden:

Prüfe genau ob das Vorausdarlehen ohne weitere Gebühren früher als geplant getilgt bzw. abgelöst werden darf!

D. h. droht Vorfälligkeitsentschädigung?

Antwort
von baufibemu, 532

Hallo,

zu 1) das geht in der Regel nur, wenn in dem Kreditvertrag steht "Zinsbindung fest bis zur Zuteilung des Bausparvertrages". Wenn eine feste Zinsbindung vereinbart wurde, dann ist in der Regel eine Vorfällgikeitsentschädigung fällig, oder es geht gar nicht. zu 2) Auch das geht nur, wenn darin steht "fest bis zur Zuteilung des Bausparvertrages" zu 3) Ja zu 4) Das ginge nur, wenn der Bausparvertrag nicht mit dem Darlehensvertrag des Vorfinanzierungkredites gekoppelt ist. Damit schließt aber die Frage 1) aus. Wenn dort steht, fest bis zur Zuteilung, dann wird auch der Bausparvertrag als Tilgung des Vorfinanzierungskredites erwartet. Wenn eine feste Zinsbindung vereinbart wurde und der Bausparvertrag nicht abgetreten wurde, geht das. Dann ist aber in der Regel keine vorzeitige Ablösung möglich, oder aber nur gegen Vorfälligkeitsentschädigung.

Ich hoffe, damit geholfen zu haben.

Beste Grüße

Antwort
von barmer, 444

Hallo,

das hängt immer von den jeeiligen Bauspar- und Kreditbedingungen. Deshalb kann hier nur das Übliche besprochen werden.

zu 1.) das dürfte immer möglich sein,

aber

4.) wäre die sinnvollste Möglichkeit, wenns vom Kreditgeber her möglich ist (Sondertilgungen ohne Vorfälligkeitsentschädigung vereinbart ?). Tilgen ist immer besser als umschulden !

Viel Glück

Barmer

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