Frage von radkop,

Sonderzahlung: Auszahlung oder Betriebliche Altersversorgung?

Hallo,

von meinem Arbeitgeber habe ich eine Sonderzahlung i. H. v. 4.000 Euro brutto erhalten. Mein Arbeitgeber bietet mir an, das Geld mit dem Dezembergehalt auszahlen zu lassen oder den Betrag in eine Betriebliche Altersversorgung (Deferred Compensation) umzuwandeln.

Da ich das Geld aktuell und auch in der nächsten Zeit ziemlich sicher nicht brauche, überlege ich nun, welcher Weg der richtige ist - auszahlen oder umwandeln.

Ohne die Sonderzahlung beläuft sich mein Jahresbrutto für 2012 auf ca. 54.500 Euro. Weitere Info's: Steuerklasse 1, keine Kinder, kirchensteuerpflichtig, gesetzliche versichert, NRW.

Ansonsten habe ich einen riestergeförterten Bausparvertrag, um damit in absehbarer Zeit eine Immobilie zu erwerben - als private Altersversorgung.

Wie werden die 4.000 Euro steuerlich behandelt, wenn ich mich nicht für eine Umwandlung entscheide? Stimmt es, dass bei einer Umwandlung, nur bis zu einer bestimmten Höchstgrenze, der Umwandlungsbetrag sozialversicherungsfrei ist?

Besten Gruß radkop

Antwort
von Niklaus,

Die Entgeltumwandlung der betrieblichen Altersvorsorge ist nur eine Möglichkeit der Altersvorsorge. Die Frage ob die betriebliche Altersvorsorge für dich optimal ist, ist damit noch nicht beantwortet. Diese Frage kann man seriös nur durch eine exakte Altersvorsorgeanalyse mit Schichtenvergleich beantworten.

Die wirklich wichtige Frage zur Altersvorsorge sollte lauten: „Welche Altersvorsorge ist für mich optimal“? Die Altersvorsorge ist seit 2005 in 3 Schichten aufgeteilt. Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente). Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente. Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw. Kapitallebensversicherungen und Aktienfondssparpläne etc. Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Jede Form der Altersversorgung hat unterschiedlich hohe Aufwendungen zum Ansparen einer gleichen Nettorente. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher Altersvorsorge ein qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich durchgeführt wird. Denn es ist ein großer Unterschied, ob man von der ausgezahlten Rente noch Steuern und ggf. Krankenversicherung zahlen muss oder nicht.

Antwort
von qtbasket,

Ist ein Rechenspiel.....

Meine Empfehlung wäre eigentlich Gehaltsumwandlung - im Rahmen der nachgelagerten Besteuerung brauchst du jetzt die Sonderzahlung nicht versteuern, das Finanzamt holt sich später seinen Teil bei der Rentenbesteuerung im Alter.

Aberes gibt da für dich etwas zu beachten: Wie attraktiv ist das Modell, was dein Arbeitgeber dir anbietet, wie hoch ist die zu erwartende Verzinsung, welche Abschlussgebühren werden evtl. auf dich umgelegt - im Prinzip die Frage, was ist das für eine Gehaltsumwandlung.

Dazu sollte dein Betriebsrat dir Auskunft geben können, oder auch die Personalabteilung.

Auszahlen ist zwar nett, aber du musst jetzt vollversteuern...

Kommentar von LittleArrow ,

Auszahlen ist zwar nett, aber du musst jetzt vollversteuern

Steuern ist ein Aspekt. Hinzu kommt noch die Krankenversicherungsüberlegung. Wenn der Fragesteller in der GKV ist, dann muss er jetzt (noch) keinen GKV-Beitrag auf die Sonderzahlung zahlen, aber später in der Auszahlungsphase, soweit er dann unterhalb der Beitragsemessungsgrenze (Tendenz steigend) liegt.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community