Frage von MilaS, 9

Sollte man betriebliche Altersvorsorgemodelle immer nutzen? Gibt es Nachteile?

Wenn im Job betriebliche Altersvorsorgemodelle angeboten werden, sollte man die immer nutzen, oder gibt es auch Nachteile? Worauf achten?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Niklaus, 8

Pauschal ohne Kenntnis deiner persönlichen Verhältnisse kann man hier keinen seriösen Rat geben.

BAV kann sinnvoll sein muss aber nicht.

Nachteile:

  • Versteuerung der Rente in der Rentenphase
  • Krankenversicherung für Betriebsrente
  • Gesetzliche Rente wird leicht gemindert, da immer schon Geld in die BAV abgeführt wird, für die kein Rentenbeitrag geleistet wird.
  • Es wird wegen der Steuer und dem KV-Beitrag ein wesentlich höherer Rentenbetrag benötigt, um seine netto-Versorgungslücke zu schließen.

Die wirklich wichtige Frage zur Altersvorsorge sollte lauten: „Welche Altersvorsorge ist für mich optimal“? Die Altersvorsorge ist seit 2005 in 3 Schichten aufgeteilt. Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente). Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente. Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw. Kapitallebensversicherungen und Aktienfondssparpläne etc. Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Jede Form der Altersversorgung hat unterschiedlich hohe Aufwendungen zum Ansparen einer gleichen Nettorente. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher Altersvorsorge ein qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich durchgeführt wird. Denn es ist ein großer Unterschied, ob man von der ausgezahlten Rente noch Steuern und ggf. Krankenversicherung zahlen muss oder nicht.

Antwort
von TaxQA, 7

das Modell muss schon stimmen. Und die Produkte sollte Sinn machen.

Ich würde prüfen, wie sich der Arbeitgeber beteiligt, wie die steuerlichen Vorteile sind, wie die Historie der Altersvorsorge/ die Performance der Produkte ist, was mit der Anlage passiert, wenn man die Firma wechselt, etc.

Ich würde nicht jede Altersvorsorge des AGs nehmen und unterschreiben, vor allem nicht in jeder Höhe. Das will gut überlegt sein, ob es vielleicht nicht bessere Alternativen ausserhalb der Firma gibt.

Kommentar von Niklaus ,

Die meisten BAV-Verträge in Deutschland sind rein AN -finanziert.

Antwort
von GAFIB, 6

Nein, eine betriebliche Altersvorsorge ist nicht immer sinnvoll. Wer z.B. gesetzlich versichert ist, spart jetzt seinen Eigenanteil zur KV/PV von ca. 9,3 %, zahlt in der Rentenphase dann aber den vollen Beitrag von ca. 17,5% - mit noch steigender Tendenz!

Zum Ausgleich sollte sich zumindest der AG mit Zuschüssen beteiligen, denn auch er spart ja seine Sozialvers.beiträge von ca. 8%.

Wer - wie heute üblich - den Arbeitgeber noch mehrmals wechselt, der kann zwar generell seine bAV mitnehmen, aber nur, wenn der neue AG diesen Anbieter auch akzeptiert. Sonst wird´s bereits komplizierter mit der Übertragung, z.T. entstehen dabei Kosten oder man muss seinen Vertrag ggf. privat stellen.

Einfacher ist da ein Riestervertrag, da dieser komplett privat ist oder auch freies Sparen mit Fondssparplan oder in einer privaten Rentenversicherung (steuerlich attraktiv in der Rentenphase).

Es gibt also einige Kriterien zu berücksichtigen, deshalb muss eine Empfehlung immer individuell erfolgen nach Kenntnis der persönlichen Situation.

http://www.finanztip.de/direktversicherung/

Antwort
von Underfrange, 7

Noch vor wenigen Jahren hätte ich gesagt Ja, absolut mitnehmen.

Heute weiß ich, dass auch die bAV nicht immer das Beste ist. Häufig legen Kunden dabei sogar drauf.

Wer den Kaufkraftverlust in unserem System kennt und weiß, dass inzwischen sogar alte Bestandsverträge nach §40b Krankenkassenpflichtig sind wird vorsichtig.

In meiner Beratung streue ich Risiken und baue vor allem auch auf inflationsgeschützte Anlageformen. Wenn überhaupt betriebliche Altersvorsroge, dann nur wenn das Produkt stimmt, wenn der Arietgeber einen gehörigen Schuss dazu gibt oder wenn aus finanziellen Gründen (Schufa und Insolvenz etc.) keine private Vorsorge möglich oder sinnvoll ist.

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