Frage von orphelia, 1.061

Sollte man auch als Arbeitsloser eine Steuererklärung machen?

Stimmt es, dass es sich auch als Arbeitsloser lohnen kann eine Steuererklärung zu machen und sollte man dies in Erwägung ziehen?

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Absetzbarkeit, 1.028

Man sollte, wenn man nicht verpflichtet ist.

Weil, wenn man ALG I bezogen hat und davor, oder danach Einkünfte hatte, dann ist man verpflichtet eine Einkommensteuererklärung abzugeben, weil das ALG I dem Progressionsvorbehalt unterliegt. § 46, Abs. 2 Nr. 1 EStG.

Wenn das ALG I das Ganze Jahr gezahlt wurde, oder ALG I + ALG II, dann lohn sich die Veranlagung zwar nicht für das Jahr, weil ja keine Lohnsteuer gezahlt und damit auch keine erstattet werden kann, aber die Bewerbungskosten udn eventuelle andere Werbungskosten können zu einem Verlust führen, der dann im Folgejahr als Verlustvortrag abgezogen werden kann (oder Rücktrag ins Vorjahr).

Antwort
von LittleArrow, 846

Wenn Du im Vorjahr noch Arbeitslohn-/gehalt bezogen hast, dann lohnt sich die Steuererklärung für das Jahr im folgenden Kalenderjahr meistens. Du siehst mit einem guten Steuerprogramm, ob Du noch Steuern erstattet bekommst.

Wenn Du ferner auf Kapitalerträge Einbehalte für Kapitalertragsteuer und Soli hattest, dann solltest Du für diese Einkünfte in der Anlage KAP die Günstigerprüfung beantragen. Die Günstigerprüfung führt zu einer Steuererstattung, wenn das steuerpflichtige Einkommen bei Alleinstehenden bei max. € 15.400/Jahr liegt.

Antwort
von Kevin1905, 891
Stimmt es, dass es sich auch als Arbeitsloser lohnen kann eine Steuererklärung zu machen und sollte man dies in Erwägung ziehen?

Wenn du ALG I beziehst spielt es keine Rolle ob es sich lohnen kann, es ist ganz einfach zwingend vorgeschrieben (vgl. u.a. §§ 32b, 46 EStG), da ALG I dem Progressionsvorbehalt unterliegt.

ALG II hingegen ist eine aus Steuermitteln finanzierte Transferleistung. Steuererstattungen werden hier als Einkommen angerechnet, Steuernachzahlungen hat das Jobcenter allerdings zu tragen.

Antwort
von GeorgeAvard, 705

Ja, das ist auf jeden fall eine Überlegung wert, denn man kann auch bei Arbeitslosigkeit Werbungskosten geltend machen, z.B für Bewerbungs- oder Fortbildungskosten.

Kommentar von vulkanismus ,

Aber nur, wenn sie den W-Pauschbetrag übertreffen.

Kommentar von wfwbinder ,

Oder wenn er gar keine Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit hat und es dadurch zu einem Verlust führt.

Kommentar von EnnoBecker ,
Aber nur, wenn sie den W-Pauschbetrag übertreffen.

Richtig.

Und da der auf die Höhe der EInnahmen begrenzt ist, beträgt er Null, wenn in dem Jahr überhaupt keine 19er Einkünfte bezogen wurden.

Damit ist schon der erste Euro verlustvortragsfähig.

Antwort
von vulkanismus, 635

Es lohnt sich nur, wenn Du vorher Lohnsteuer bezahlt hast.

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