Frage von anippc, 54

Soll ich in meine Rechnung auch die Umsatzsteuer-ID meines Kunden als Kleinunternehmer auf der Rechnung in EU-Ausland angeben?

Hallo,

Ich bin angemeldet als Kleinunternehmer und biete nebengewerblich Online Marketing Leistungen an Kunden, aber jetzt zum ersten Mal in Großbritannien (Regelunternehmer).

Ich habe gelesen, dass wenn ich ein Kleinunternehmer bin, darf ich ebenfalls keine Umsatzsteuer in Rechnung stellen, egal, ob mein Kunde Privatkunde, ebenfalls Kleinunternehmer oder Regelunternehmer ist. Das Reverse-Charge Verfahren findet in diesem Fall keine Anwendung.

Ist das korrekt? Soll ich in diesem Fall meine also auch die Umsatzsteuer-ID meines Kunden auf der Rechnung angeben? Soll ich irgendwas noch dazu schreiben, z. B. 'Der Rechnungsbetrag enthält gemäß § 19 UStG keine Umsatzsteuer' ?

Vielen dank für Ihre Hilfe im voraus!

Liebe Grüsse, Ani

Antwort
von EnnoWarMal, 18

Umsatzsteuerliche Probleme löst man, indem man sie von vorn nach hinten löst und nicht irgendwo mitten reingreift, wo man erfolgter Prüfung nicht mal hinkommt, so wie hier.

Dass du in Deutschland Kleinunternehmer bist, steht in § 19, also ziemlich weit hinten. Das interessiert aber die Briten nicht, die haben ihr eigenes Umsatzsteuergesetz und gucken nicht in unseres rein.

Los geht's:

Weiter vorn, nämlich in § 3a UStG steht drin, wo eine Leistung als erbracht gilt. Es ist eine auf elektronischem Weg erbrachte Leistunng, und für die Ortsbestimmung gilt:

  • Ist der Abnehmer ein Unternehmer, so gilt § 3a (2) UStG mit der Folge, dass der Umsatz in UK stattfindet.
  • Ist der Abnehmer kein Unternehmer, so gilt § 3a (5) UStG mit der Folge, dass der Umsatz in UK stattfindet.

In beiden Fällen also die gleich Rechtsfolge: Umsatz findet in UK statt, nicht in Deutschland. Also können wir das deutsche UStG getrost zugeschlagen lassen. Die Eigenschaft "Kleinunternehmer" spielt hier keinerlei Rolle.

Die Rechnung wird - da das deutsche UStG nicht anwendbar ist - ohne deutsche USt ausgestellt.

Du musst dich also nur noch um das britische Recht kümmern. Das ist auch einfach: Es funktioniert an dieser Stelle ebenso wie das deutsche:

  • Entweder der Abnehmer ist Unternehmer, dann gilt für ihn das Reverse-Charge-Verfahren. (Das steht in Deutschland im § 13b und damit immer noch weit vor dem § 19.).
  • Oder er ist kein Unternehmer, dann müsstest du dich in UK steuerlich registrieren. Wie die Briten das alledings durchsetzen wollen, bleibt mir ein Rätsel.

Also schreibst du deine Rechnung ohne jede Umsatzsteuer. Ob du nun eine oder mehrere ISt-IDs draufschreibst oder einen Hinweis darauf, dass du in Deutschland (!) für deine deutschen (!) Umsätze Kleinunternehmer bist, interessiert hier keinen Lappen.

Dich muss auch nicht interessieren, ob du aus britischer Sicht Kleinunternhmer bist (bist du nicht, weil dort nicht ansässig bist). Es spielt keine Rolle.

Antwort
von wfwbinder, 36

Wenn Du Marketingleistungen für Deine Kunden anbietest, werden die doch vermutlich alle Unternehmer sein.

Warum machst Du dann von der Kleinunternehmerregelung gebrauch und verzichtest auf den Vorsteuerabzug? Hast Du soviel Geld, dass DU auf diesen Vorteil verzichten kannst?

Im Übrigen, um auf Deine Frage zurück zu kommen, Es reicht, wenn Du die USt-ID Deines britischen Kunden erfasst.

Kommentar von hildefeuer ,

ja toll keine UST berechnen, aber eine fremde UST-ID angeben. Der/die Unternehmer in GB wird dann richtig verwirrt sein. Mal sehen ob die drauf kommen, das es ihre UST-ID ist. Wohlmöglich werden die aus dem Rechnungs-Betrag 19% herausrechnen.......

Kommentar von anippc ,

OK, jetzt bin ich sogar mehr verzweifelt. 

Soll ich in dann beide or keine Umsatzsteuer-ID angeben?

Kommentar von wfwbinder ,

 OK, jetzt bin ich sogar mehr verzweifelt.

Dafür besteht kein Grund.

Auf Deiner Rechnung ist Deine USt-ID verzeichnet, ganz normal.

Kommentar von hildefeuer ,

nein nicht irgendwie angeben sondern den Kunden klar die UST-ID zuordnen und den Kunden benennen:

Firma xy Adresse, UST-ID dann auf der Rechnung unter der Gesamtsumme "Kleinunternehmer im Sinne $19 UstG" und darunter die deutsche EST-Steuer-Nr. xx/xxx/xxxxx.

Gibt man die UST-ID unten an, glaubt der Kunde das wäre die ID des Rechnungsausstellers und rechnet wohl möglich UST raus, da ja keine Aussage über die Steuer getroffen wird. Auch nicht Netto oder Brutto verwenden. Auch das führt nur zu Irrtümern und Rückfragen.

Kommentar von wfwbinder ,

 die deutsche EST-Steuer-Nr. xx/xxx/xxxxx.

Die geht keinen etwas an.

Kommentar von wfwbinder ,

 ja toll keine UST berechnen, aber eine fremde UST-ID angeben.

Das habe ich nicht geschrieben, sondern:

 Es reicht, wenn Du die USt-ID Deines britischen Kunden erfasst.

Der FRager muss ja zum Nachweis, dass es sich beim Auftraggeber um einen Unternehmer handelt, dessen USt-ID haben und auch zur Sicherheit abfragen.

Kommentar von hildefeuer ,

Viel Spass damit. Banken haben vielfach keine UST-ID. Ärzte auch nicht, sind aber trotzdem Unternehmer. Was gibt man dann an? Ersatzweise die EST-Nr.

Kommentar von hildefeuer ,

""

 OK, jetzt bin ich sogar mehr verzweifelt.

Dafür besteht kein Grund.

Auf Deiner Rechnung ist Deine USt-ID verzeichnet, ganz normal.""

Hä Kleinunternehmer Reglung §19 UST ID, wo soll die her kommen?

Er hat keine. Das ist Fakt. Er kann nur mit der normalen Steuer-Nr. und der Steuer ID aufwarten.

Kommentar von wfwbinder ,

 Er hat keine. Das ist Fakt. Er kann nur mit der normalen Steuer-Nr. und der Steuer ID aufwarten.

Natürlich kann auch ein Kleinunternehmer eine USt-ID beantragen.

Beim Einkauf in anderen EU-Staaten kann die verwendet werden, es unterliegt dann der Erwerbsbesteuerung, kann aber Vorteile bringen, wenn der andere EU Staat einen höheren Steuersatz hat. Kann sich lohnen, den einige Länder haben Steuersätze bis zu 25 %.

Kommentar von wfwbinder ,

Na dann sieh mal in die Unterlagen Deiner Bank. Bei denen wo ich Konten führe steht eine USt-ID dabei.

Bei Ärzten (und wir reden ja hier nur über den grenzüberschreitenden Verkehr) kann man sich ja deren Eintrag von der dortigen Ärztekammer geben lassen und die Steuernummer.

Kommentar von hildefeuer ,

Das ist nicht bei allen Banken der Fall. Paypal z. B. hat keine. Google, die auch eine Bank Lizenz haben nennen auch keine Ust-ID.

Kommentar von wfwbinder ,

Google Ireland Ltd. USt-ID: IE 6388047V

Paypal hat noch bei keinem meiner Mandanten etwas eingekauft. Aber deren Unternehmereigenschaft zu bestätigen, wird relativ einfach sein.

Antwort
von anippc, 14

Hallo,

Danke für alle Antworten! 

Fazit:

Rechnung ohne Umsatzsteuer ausstellen.

Meine UstG ID soll ich nicht angeben. 

Die USt-ID meines britischen Kunden reicht, ist aber optional.

Antwort
von hildefeuer, 23

Also noch einmal:

Ein Kleinunternehmer im Sinne § 19 UstG, stellt Rechnungen ohne Umsatzsteuer aus, hat auch keine UstG ID. Der muss für eine Rechnung an Kunden in GB dessen UstG erfassen auf der Rechnung. Aber am Besten unter der Anschrift des Kunden, nicht unten auf der Rechnung. Das könnte zu Irrtümern führen.

Ferner sollte unten auf der Rechnung stehen "Kleinunternehmer im Sinne §19 UstG" und die Steuer Nr. des deutschen Finanzamtes.

Und bitte nicht den Rechnungsbetrag mit Brutto oder Netto bezeichnen. Sondern einfach nur als Betrag xxx € oder Pfund. Das führt sonst zu weiteren Irrtümern oder Rückfragen.


Kommentar von EnnoWarMal ,

Also das ist auch Quatsch.

Ich drösel das jetzt mal gescheit auf.

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