Frage von UndertakerOWL, 69

Sinnvolles Investment in verschiedene Fonds über die kommenden 5 Jahre?

Hallo zusammen, ich habe heute mal eine Frage an unsere Anlagespezialisten ;-)

Ab 01/2017 laufen bei mir einige Festgelder aus, die in den letzten 5-10 Jahren angelegt wurden und zwischen 3-5,5 % Rendite gebracht haben. Da die Renditen momenten ja nicht ganz so gut sind, plane ich das Geld über einen längeren Zeitraum per Sparplan zu je 1.000,00 EUR in 3 Fonds einzuzahlen. Im Laufe von 5 Jahren wären das dann 180.000,00 EUR. Die Anlage erfolgt quasi als Altersvorsorge mit einem Horizont von mind. 15 Jahren. Das Geld wird in diesem Zeitraum definitiv nicht benötigt.

Da ich dennoch gerne eine regelmäßige Einnahme daraus generieren möchte, habe ich ausschüttende Dividendenfonds ins Auge gefasst. Aktuell liegen folgende in meiner Auswahl vorn:

  • ISHARES STOXX GLOBAL SELECT DIVIDEND
  • iShares EURO STOXX Select Dividend 30
  • Deka DAXplus® Maximum Dividend UCITS ETF

Grund für meine Auswahl ist der bisherige Verlauf und die geringe TER, da alle Fonds letztendlich einen Index abbilden (wenn ich das richtig verstanden habe...) Dass ich dadurch den Index nie schlagen kann, ist mir bewusst.

Vielleicht kann ja jemand etwas zu meiner Auswahl sagen? Oder etwas ganz anderes empfehlen? Aktuell betrachte ich das erstmal als Sammlung von Optionen und Meinungen und hoffe hier das eine oder andere zu erhalten.

Danke vorab!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von HGiefing1210, 26

Das ist sicher eine gute Idee! Der Zeithorizont von 15 Jahren spricht auf jeden Fall für Aktienfonds.

Zu Deiner Fondsauswahl:

Du solltest bei Deiner Depotbank prüfen, ob die Fonds auch Sparplanfähig sind. Bei den iShares könnte das nicht der Fall sein.

Der DEKA Fonds ist relativ klein (362Mio), da würde sich ein größerer vielleicht besser eignen (zB. iShares MSCI Europe ex-UK UCITS ETF
mit  1,6 Mrd. Fondsvolumen). Oder den DEKA gegen einen US Fonds austauschen, damit auch der US Markt abgedeckt ist (NASDAQ, S&P 500).

Bezüglich ETF und Kosten:

Nicht alles was wenig kostet, ist schlecht und nicht alles, was teuer ist, ist automatisch gut.

Die gemanagten Fonds haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie die Kosten nicht wert sind. Nur ganz wenige sind besser als der Vergleichsindex. Daher empfehle ich ausschließlich ETF. Denn je niedriger die jährlichen Kosten sind, umso besser ist die Rendite und umso niedriger kann ich das Risiko halten.

Als Honorarberater kann ich mir das leisten, denn mich zahlt der Kunde direkt und nicht versteckt über das Produkt :)

Ein Fonds, der pro Jahr 4% Kosten kassiert, muss zumindest 4% erwirtschaften, damit dem Kunden 0% bleiben. Wenn der Fonds nur 0,2% Kosten hat, ist man schneller in der Gewinnzone.

Außerdem sparst Du bei den ETF das Agio, weil diese Fonds direkt über die Börse gehandelt werden können (kostet nur ein paar € Handelsgebühren). Bei den gemanagten Aktienfonds kostet das bis zu 5,5%!

Depotkosten:

Achte bei der Wahl der Depotbank darauf, dass diese keine jährliche Depotgebühr einhebt und einen Sparplan gratis ausführt (zB. flatex).

Auschüttungen:

Statt die Ausschüttungen immer zu entnehmen, könntest Du auch erst einige Jahre ansparen, die Gewinne thesaurieren (wiederveranlagen) und nur dann Geld entnehmen, wenn Du es tatsächlich brauchst. Erhöht den Gewinn im Depot.

Kommentar von UndertakerOWL ,

Danke für deine Meinung und die Erklärungen. Ich werde mir die Fonds mal in Ruhe anschauen. Zunächst auf thesaurierende Fonds zu setzen, ist in der Tat eine gute Option. Auch das werde ich nochmal durchrechnen.

Antwort
von Raja72, 7

Hallo,

grundsätzlich eine gute Idee, dass Geld nicht auf einmal anzulegen, sondern die Anlage zeitlich zu strecken. So vermeidet man zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt einzusteigen. 

Aber wieso ausschließlich ausschüttende Fonds? Alles, was über den Sparerfreibetrag hinaus geht, muss dann sofort versteuert werden.

Du hast jetzt nur Aktienfonds ausgewählt. An den Börsen gab es seit Anfang 2009 einen Aufschwung. Aktien können sich aber auch mehr als halbieren. Das machen Aktien-ETFs 1:1 mit. Auch wenn die Ausrichtung für eine Aktienanlage ausreichend langfristig ist, musst Du ich fragen, ob Du es aushältst, wenn es wieder zu starken Kursrückgängen kommt. Einmal angenommen, nach 5 Jahren sind aus Deinen 180 Tsd. Euro 200 Tsd. geworden und die Einzahlung ist abgeschlossen. An den Aktienmärkten kommt es zum starken Kursrutsch, was durchaus zumindest alle 10 Jahre üblich ist. Dann stehst Du zu Beginn des Ruhestandes mit 100 Tsd. Euro da und musst wahrscheinlich auch noch regelmäßig auf das Geld zugreifen und somit die Verluste realisieren. Du solltest Dir die Frage stellen, wie stark Dich das dann nervlich und finanziell belastet.

Wieso nicht eine stärkere Mischung und nicht alles auf Aktien setzen?  Vermögensverwaltende/Mischfonds haben nicht so starke Schwankungen, wie Aktien, z.B.

DE0007012700 PIONEER INVESTMENTS DISCOUNT BALANCED

oder Hochzinsanleihen

LU0085136942 ROBECO HIGH YIELD BONDS D EUR

oder Immobilienfonds

DE0009807016 Hausinvest.

Nur zum nachdenken. Vielleicht könntest Du dann ruhiger schlafen.

Und wenn Du nicht viel Provision an Deinen Bankberater zahlen willst, gibst es Möglichkeiten, die Fonds ohne Ausgabeaufschlag zu kaufen: https://www.fonds-transparent.de/

Viel Erfolg bei Deinen Entscheidungen und Planungen.

Antwort
von Tritur, 31

Auf Festgelder gibt es keine realen Zinserträge. Warum also willst Du Dir mit der Umschichtung deines Geldvermögens 5 Jahre Zeit lassen? Der künftige Werthaltigkeit des Euros ist durchaus fragwürdig. Wer dem zustimmt, sollte mit der Anlage seines Geldvermögens nicht lange warten.

Eine Anlage in ETFs ist auch fragwürdig. Die niedrige TER ist ihr einziger Vorteil, dem aber viele andere Nachteile und Probleme gegenüberstehen. Die eigene Lebenserfahrung sollte jedem bisher gezeigt haben, dass die billigsten Produkte selten die besten sind. Hierzu habe ich hier bereits mehrmals geantwortet. Z.B. am 27.5 16.https://www.finanzfrage.net/frage/neben-etf-sparplan-noch-in-einzelaktien-invest...

 

 

Kommentar von UndertakerOWL ,

Danke für dein Feedback. Der Zeitraum ist so lang, da es sich um verschiedene Festgelder handelt, die in den kommenden 5 Jahren enden.

Bei der Werthaltigkeit des Euros stimme ich dir zu, allerdings sehe ich die Gefahr auch bei weiteren Währungen. Wer weiss, was der große Blonde in Amiland so in den nächsten Jahren veranstaltet und was mit deren Verschuldung passiert?

Den verlinkten Thread muss ich mal in Ruhe lesen.

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