Frage von putzfeen, 25

Sind Zinsen die an an Verwandte bezahlt für Leihgeld auch steuerlich absetzbar?

Kann man auch für Kredite von Verwandten die Schuldzinsen steuerlich ansetzen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von EnnoBecker, 25

Genauso wie für Zinsen für Kredite von Unverwandten.

Antwort
von TopJob, 25

Wenn es sich um einen Kredit handelt, der ordentlich dokumentiert und somit nachweisbar ist, dann kannst du die Zinsen durch ihn tatsächlich steuerlich geltend machen. Jedoch solltest du vorher mit dem Verwandten dieses Thema ansprechen. Und zwar aus einem einfachen Grund: Während du dein Einkommen durch die Zinsen minderst (geht natürlich nur, wenn kein rein privater Grund vorliegt), muss dein Verwandter diese Zinsen als Einnahme versteuern. Wenn du nun die Zinsen in deiner Steuererklärung geltend machst, dann wird das Finanzamt mal genauer hinsehen und prüfen, ob dein Verwandter auch hierfür Steuern zahlt. Falls nicht, wird er wohl ein nettes Schreiben vom Finanzamt erhalten. ;)

Antwort
von Rat2010, 21

Natürlich. Jedenfalls dann, wenn man die Zinsen - so man sie an eine Bank gezahlt hätte - absetzen könnte.

Das einzige Problem daran ist, dass derjenige, der die Zinsen bekommt, diese auch zu versteuern hat. Das allerdings vollkommen unabhängig davon, ob du diese Zinsen geltend machst oder nicht. Der Empfänger der Zinsen muss leider auch noch seinen persönlichen Steuersatz zahlen. Abgeltungssteuer ist nicht. Ist aber nicht dein Problem.

Kommentar von EnnoBecker ,

Abgeltungssteuer ist nicht.

Warum nicht? Welcher Ausschlussgrund greift denn?

Kommentar von Rat2010 ,

§ 32d Abs. 2 Nr. 1 Buchst. a EStG

Kommentar von EnnoBecker ,

Eine ganz gefährliche Norm. Da steht nämlich eine einschränkende Bedingung drin:

"soweit die den Kapitalerträgen entsprechenden Aufwendungen beim Schuldner Betriebsausgaben oder Werbungskosten im Zusammenhang mit Einkünften sind, die der inländischen Besteuerung unterliegen und § 20 Absatz 9 Satz 1 zweiter Halbsatz keine Anwendung findet,"

Was da alles passieren kann!

Darüber steht jedoch nichts in der Sachverhaltsdarstellung.

Kommentar von Rat2010 ,

Meinst du das ernst?

Ich meine damit, der Grundsatz ist, dass bei Privatdarlehen, bei denen der Zinszahler die Zinsen absetzen kann, der ermäßigte Abgeltungssteuersatz nicht gilt, weil das (logischerweise) gewaltiges Missbrauchspotential hat.

Deshalb ja auch das notfalls immer interpretationsfähige "nahestehend", das natürlich juristische Personen einschließt.

Siehst du dne Grundsatz in irgendeiner Weise eingeschränkt. Gäbe es doch "Missbrauchs"-Potential?

Kommentar von EnnoBecker ,

Meinst du das ernst?

Ich nicht, aber der Gesetzgeber anscheinend. Es steht ja so im Gesetz.

Missbrauchspotential

Erkenne ich nicht. Kauft sich der Fragesteller von dem geliehenen Geld ein Auto, dann gilt beim Verleiher die abgeltende Besteuerung. Kauft er aber ein Mietshaus (um es zu vermieten), besteuern die Verleiher nach Tarif und haben ihrerseits WK-Abzug - allerdings nur "insoweit".

Hier steht aber nur die Frage "Kann man auch für Kredite von Verwandten die Schuldzinsen steuerlich ansetzen?" - ohne jede weitere Erläuterung. Falls du mehr über den Fall weißt, dann raus damit.

Antwort
von qtbasket, 13

Logisch - du gründest die putzfeen Bank und das sind dann Betriebskosten...

Und beim Totalverlust machst du eine bad bank auf - worin liegt also das Problem ???

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