Frage von Torte83,

Sind in der Inflationsrate Gehaltssteigerungen bereits enthalten?

Die durchschnittliche Inflationsrate der letzten Jahrzehnte lag in D bei ca. 2,8 %, wie ich gelesen habe. Werden in der Rate auch jährliche Gehaltssteigerungen berücksichtigt. Diese liegen historisch gesehen gerade bei Tarifverträgen z. B. IG Metall durchschnittlich über der Inflationsrate. Ok, bis 1990 sind Sie immer deutlich drüber, dann eher nicht mehr.

Versicherer rechnen einem ja immer eine Rentenlücke aus, daher wollte ich wissen, wie sinnvoll das mit der Inflationsrate die da mit eingeht überhaupt ist. Ich meine die jetzt in Rente gehen, haben ja früher auch viel weniger verdient und bekommen bei einem guten Job den Sie mal hatten (mit regelmäßigen Gehaltssteigerungen) eine ganz gute Rente. (Ich klammere jetzt mal die aus, die unterdurchschnittlich verdient haben, weil ich nichts von Altersarmut hören will!)

Antwort
von gandalf94305,

Es gibt hier zwei Seiten: das Einkommen und die Lebenshaltungskosten.

Die Lebenshaltungskosten werden in ihrer Veränderung durch die Inflationsrate beschrieben, d.h. beträgt diese 2%, so ist die Kaufkraft des gleichen Betrags im nächsten Jahr geringer, da die Preise eines statistisch verwendeten Warenkorbs um 2% gestiegen sind.

Es gibt auch andere Maßzahlen für Inflation und Preissteigerungen, z.B. diese hier:

Die Einkommensveränderung wird ebenso vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht. Sie beschreibt das Gegenstück.

Hat man also eine Inflationsrate von 2% und eine Einkommenssteigerung um auch 2%, so ist zwar die Kaufkraft pro EUR gesunken, der durchschnittliche Bürger hat jedoch insgesamt die gleiche Kaufkraft erhalten und zur Verfügung.

Die Rentenlücke muss natürlich aufgrund des signifikanten Zeitraums bis zum Renteneintritt auch die Inflationsrate berücksichtigen, denn die Renten steigen weniger als die Inflationsrate. Hier geht es vor allem um die zur Verfügung stehende Kaufkraft.

Antwort
von billy,

Natürlich nicht, wie sollte das auch bewerkstelligt werden. Die Lohn- und Gehaltssteigerungen hinken der Inflation faktisch immer hinterher und fallen über alle Branchen hinweg höchst unterschiedlich aus. Die Inflationsrate ergibt sich aus den Preissteigerungen aller gekauften Waren und Dienstleistungen im Vergleich zum Vorjahr.

Antwort
von gammoncrack,

Wie soll das funktionieren? Die Inflationsrate ermittelt sich ja aus einem Durchschnittswert von gleichartigen Verbrauchsgütern, tarifvertragliche oder individuelle Gehaltsanpassungen sind jedoch absolut unterschiedlich im Ergebnis. Somit hätte, würde man hier auch einen Durchschnitt nehmen, das keine Aussagekraft bezogen auf den Einzelnen. Aber genau das will man ja wissen: "Ich bekomme 3% mehr Gehalt bei einer Inflationsrate von 2%". Also mehr Geld zum Ausgeben im statistischen Mittel.

Antwort
von Niklaus,

Die durchschnittliche Inflationsrate der letzten Jahrzehnte lag in D bei ca. 2,8 %, wie ich gelesen habe

Sorry aber das ist falsch.

Eine Gehaltssteigerung soll unter anderem auch die Inflation ausgleichen. Die Inflationsrate wird durch die Steigerung der Preise in einen durchschnittlichen statistischen Warenkorb aller Deutschen ermittelt.

Was dann natürlich auch bedeutet, das wir alle ein unterschiedliche Inflation haben. Denn dein Warenkorb ist ein andere als meiner.

Antwort
von obelix,

nö, wie soll das auch gehen, denn unter Inflation wird (meist) der Anstieg der Verbraucherpreise verstanden. Gehalt ist kein Verbrauch, kann nicht gekauft oder konsumiert werden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Warenkorb

Antwort
von mig112,

Googele den Begriff WARENKORB beim statistischen Bundesamt; aus ihm ermittelt das Amt die Teuerungsquote. Auch Inflationsrate genannt. Das ist Basiswissen, ohne BWL o.ä. studiert zu haben.

Kommentar von Torte83 ,

Die Antwort war mir eigentlich schon bei Fragestellung klar, rein von der Logik. Ich hatte mich bereits über den " Warenkorb" (dieser ist ja eigentlich auch immer individuell zu betrachten) informiert und wusste das es nicht in der Inflationsrate mit drin ist. Der zweite Teil der Frage ist für mich eigentlich auch viel interessanter. Ist das nun so mit der Rentenlücke, weil die Schere immer weiter auseinander geht oder warum wird das in diesen Versicherungskonzepten nie berücksichtigt? Ein normaler Angestellter, der jetzt auf seine letzten Tage vielleicht 3000 brutto im Monat verdient, hatte vor 35 Jahren viel weniger, trotzdem bekommt er jetzt eine angemessene Rente.

Kommentar von Torte83 ,

Ich glaube ich habe die Lösung für mein Problem gefunden, das Problem ist einfach der Rentenwert, dessen jährliche Steigerung anscheinend immer unter der Inflation liegt. Um eine angemessene Berechnung seiner Rentenlücke zu führen, müsste man quasi mehere Faktoren berücksichtigen. Wenn man mehr Gehalt als der Durchschnittsdeutsche hat, gibt es mehr Rentenpunkte, d.h. Gehaltssteigerungen über Durchschnitt wirken sich positiv auf die Rente aus. Bei der Prämisse: angenomene Bestrebtheit die Inflation über den Lohn auszugleichen. Den Rentenwert kann man nicht beeinflussen aber auch hier könnte man historische Daten heranziehen. Die anderen Faktoren der Rentenformel würde ich erstmal bei 1 lassen, weil diese von der jeweiligen Situation abhängig sind und in einem Modell jederzeit änderbar sind.

Kommentar von GAFIB ,

@Torte83, noch zur "Rentenlücke":

Für Neu"eck"rentner des Jahres 2012 betrug das Rentenniveau brutto 50,4% und nach Steuern netto ca. 60%, da nur Teile der Rente steuerpflichtig sind. Bis 2030 wird mit einem Absinken der Rente auf brutto ca. 43% gerechnet, und da bis dahin 90% der Rente steuerpflichtig sein werden, dürften das netto ca. 48% sein.

Es ist richtig, dass aufgrund des sog. "Nachhaltigkeitsfaktors" in der Rentenberechnung, d.h. der Einbeziehung der demografischen Entwicklung, die Rentenerhöhungen regelmäßig geringer sein werden als die Nettolohnentwicklung. Deshalb wird die Rentenlücke größer.

http://de.wikipedia.org/wiki/Standardrentenniveau

Antwort
von klugerspatz4,

Nein, Gehaltssteigerungen sind nicht mit enthalten.

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