Frage von vollkorn,

Sind gemanagte Fonds immer teuerer?

Kann man pauschal so sagen, wenn man gemanagten Fonds kauft, sind die Gebühren mehr?

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Fonds,

Erstens mal: jeder Fonds muß "gemanagt" = verwaltet werden. Egal, ob das nun eine aktive Strategie eines Fondsmanagements oder einfach eine Indexnachbildung ist. Auch die Nachbildung eines Index ist nämlich nicht so ganz trivial, wie man sich das immer so vorstellt.

Durch die hohe Standardisierung bei der Abbildung von Marktindices ist es jedoch möglich, die Kosten sehr niedrig zu halten. ETFs liegen daher im Bereich von typischerweise unter 0,5% Managementgebühr p.a., während Fonds durch Research- und ggf. erhöhte Transaktionsanforderungen eher Gebühren von 1,0-2,0% aufweisen. Ausnahmen gibt es natürlich auch, d.h. teure ETFs und günstige klassische Fonds.

Abgesehen von ausgewiesenen Kosten ist jedoch auch ein Punkt zu berücksichtigen, der typischerweise nicht in Geschäftsberichten etc. Beachtung findet: Transaktionskosten. Diese können bei einem ETF recht niedrig gehalten werden, wenn Indexrebalancings selten stattfinden oder beispielsweise die Indexabbildung über Swaps erfolgt. Fonds haben typische Umschlagzeiten von 0,5-4 Jahren für das Fondsvolumen, d.h. hier kann sich trotz geringen Managementgebühren, Fehlen von Performancefees und vernüftiger Marktperformance noch ein kleiner Renditefresser verbergen.

Fixe Gebühren sind vor allem wichtig in schlechten Marktphasen, in denen ein Fonds Verluste macht. Allerdings sollte die Auswahl von Fonds/ETFs nicht primär nach Kostenaspekten erfolgen, sondern nach der Qualität der Zielerreichung. Ein schlechter ETF oder ein schlechter Fonds sind schlecht - egal wie hoch die Kosten. Man muß daher nach insgesamt unter dem Strich sinnvolle Rendite und Volatilität schauen - nicht nur die Kosten betrachten.

Antwort
von Ruwu135,

In den meisten Fällen stimmt diese Aussage schon - wenn auch nicht in jedem Fall. Allerdings sollte die Fondsauswahl nicht in erster Linie anhand der Kosten stattfinden.

Viel wichtiger, ist die persönliche Risikoneigung, das Anlegerprofil, das Ziel, die Beträge usw. Ein Fondsmanager, der nachweislich über mehrere Jahre eine sehr gute Vergleichs-Rendite erwirtschaftet, kostet zu Recht auch etwas mehr an "Gebühren". Dafür hast du dein Geld unter Umständen wesentlich sinnvoller investiert.

-> um das mal so pauschal zu sagen... :-)

Antwort
von Rat2010,

Tendenziell ist das so. Trotzdem gibt es sehr günstige gemanagte und sehr teure passive Fonds und deshalb kann man es pauschal nicht so sagen.

In Wirklichkeit gibt es sogar eine ganze Menge passiver Fonds (vor allem auf exotische Indizes), die unter dem Strich teurer sind als viele aktiv gemanagte.

Wesentlich wichtiger ist aber: es gibt auch passive Fonds auf Kursindizes. Die haben zwar keine höheren Gebühren, kosten nur aufgrund dieser Eigenschaft wesentlich mehr Rendite als aktiv gemanagte Fonds.

Antwort
von GAFIB,

Ja, aktiv gemanagte Fonds sind immer deutlich teurer als passive Anlageprodukte wie Indexfonds/ETFs. Es ist zu unterscheiden zwischen den reinen Kaufkosten (=Ausgabeaufschlag), die meist zwischen 2,5 - 6% des Anlagebetrages ausmachen und den lfd. Managementgebühren, Transaktionskosten, Performancegebühren etc., die insgesamt häufig über 3% pro Jahr betragen und insofern die Hauptkosten ausmachen.

Indexfonds/ETFs haben nur ca. ein Fünftel der Kosten aktiv gemanagter Fonds. Und nur ca. 20% der aktiv gemanagten Fonds gelingt es, ihre entsprechenden Vergleichsindizes zu schlagen.

Je länger der Anlagezeitraum ist, desto weniger gelingt dies, weil ca. 2,5% mehr an lfd. Zusatzkosten bei ca. 7% langfristiger Marktrendite nur schwer durch Einzeltitelauswahl einzuspielen sind.

Die Nutzung von Indexfonds erfordert jedoch zumindest ein Grundwissen zur Portfoliogestaltung oder geeignete Beratung.

http://www.smarter-investieren.de/informations/ter_intro.php

Antwort
von freelance,

das wird in den meisten Fällen so sein und wenn nicht, wird so ein Fondsanbieter wohl schnell wieder verschwinden, weil er seine Kosten nicht im Griff hat oder die Verwaltung seiner Fonds Minijobbern (dieser Begriff hat rein gar nichts mit der Qualität dieses Personals zu tun, sondern damit, dass es in diesem Sektor keine billigen Fachkräfte gibt) oder Billigkräften überlassen würde.

Die Verwaltung wird von Menschen erledigt. Die kosten deutlich mehr als Maschinen oder Programme, die eine Werteauswahl für einen Fonds auch treffen könnten.

Antwort
von Niklaus,

Nein das kann man so nicht sagen. Was nutzt aber die ganze Kostenbetrachtung, wenn der Fonds einfach der Falsche ist.

Antwort
von Jepema,

Rat2010 kann ich mich nur anschließen. Der teuerste Fonds ist immer noch der mit der geringsten Rendite (im Vergleich zur Peer-Group). Bei der Fonds-Auswahl muss also eine fundierte Analyse der Fonds-Policies und der Historie erfolgen und erst dann nach den Kosten gefragt werden.

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