Frage von sweetkikkicat, 34

Sind diese Rechnungen verjährt?

Unsere ehemalige Steuerberaterin hat uns am 10. Oktober 2010 die fertigen Steuererklärungen zwecks Unterschrift und Weiterleitung geschickt. Am 27.12.2013 hat sie uns die Rechnungen dafür geschickt. Ich gehe davon aus, dass sie die Verjährungsfrist eingehalten hat und die Forderung deshalb rechtens ist, oder? Hätte sie die Rechnungen am 01.01.2014 geschickt, wäre der Anspruch erloschen, vermute ich...

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Antwort
von LittleArrow, 29

Ich will jetzt nur auf die obige Fragestellung eingehen und nicht etwa in der in einigen Kommentaren erwähnten Vorgeschichte herumsuchen. Aufgrund der Fragestellung begann die dreijährige Verjährungsfrist am 31.12.10 und endete am 31.12.13. Die Rechnungen trafen vor Ende der Verjährungsfrist ein.

Hätte sie die Rechnungen am 01.01.2014 geschickt, wäre der Anspruch erloschen, vermute ich

Nein, der Anspruch besteht auch über die Verjährungsfrist hinaus. Du könntest nach der Verjährungsfrist allerdings den Einwand der Verjährung geltend machen. M.a.W. Du mußt aktiv diesen Verjährungseinwand vorbringen und nicht glauben, nicht (mehr) handeln zu müssen.

Antwort
von imager761, 23
Ich gehe davon aus, dass sie die Verjährungsfrist eingehalten hat und die Forderung deshalb rechtens ist, oder?

Richtig, die hier anwendbare regelm. Verjährung beträgt drei Jahre und beginnt "mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist", §§ 195, 199 (1) BGB.

G imager761

Antwort
von wfwbinder, 19

Wir waren doch in Deiner ersten Frage zu dem Schluss gekommen, dass es da beste sein wird Dich verklagen zu lassen.

Daran würde ich festhalten.

Eventuell kommen ja die Richter zum Schluss, dass die Verjährung eingetreten ist.

freiwillig würde ich diese überhöhten Rechnungen nicht zahlen.

Kommentar von sweetkikkicat ,

Nun, so weit sind wir schon. Wir haben einen Mahnbescheid vom Amtsgericht erhalten und diesem gleich widersprochen. In dem Bescheid steht, dass die Antragsstellerin im Falle eines Widerspruches die Durchführung des streitigen Verfahrens beantrag. Damit geht es definitiv vor Gericht. Wir haben einen Anwalt eingeschaltet und der meinte, dass wir keine guten Karten haben. Ich gebe ihm in sofern recht, dass die Steuerberaterin ja nachweislich eine Leistung erbracht hat. Sie hat im Gegenzug nur 2 Massagen in Anspruch genommen. Die stehen ja in keinem Verhältnis zu 3 Steuererklärungen. Ich habe mich außerdem an die Steuerberaterkammer Südbaden gewandt mit der Bitte, die Ansprüche zu prüfen. Denn die Steuerberaterin hat für die Steuererklärung für 2011 553,71 Euro berechnet (da waren wir zusammen veranlagt). Für die Steuererklärungen aus 2009 (getrennte Veranlagung) will sie 1194,76 Euro und 1001,27 Euro und für die zusammen veranlagte Steuererklärung aus 2010 will sie 1154,06 Euro. Die Erklärungen sind damit alle jeweils etwa doppelt so hoch wie die "in Freundschaft" berechnete aus 2011. Und das soll jetzt eben die Steuerberaterkammer klären. Wenn der Anspruch für die 2009er Steuererklärungen verjährt gewesen wäre, dann wäre es eben eine Erleichterung gewesen. Denn zahlen müssen wir auf alle Fälle- das meinte zumindest der Anwalt. Die Frage ist jetzt eben, welche Summe fällig werden wird...

Kommentar von wfwbinder ,

Das mit der klage ist wirklich dreist, auch die Höhe der Rechnungen.

Da ihr was zahlen müßt, keine Frage, aber die Höhe auf keinen Fall, kann ich mir nciht vorstellen.

Kommentar von sweetkikkicat ,

Genau, und deswegen hoffe ich, dass die Steuerberaterkammer da vermitteln kann und wird. Ich möchte mich nicht auf das gleiche Niveau wie die erwähnte Dame herabbegeben, deshalb werde ich den Rechnungen nur die tatsächlich geleisteten Massagen im Wert von 150,- Euro gegenrechnen. Wenn wir großes Glück haben, dann wird uns die Sache anstatt 3500 Euro "nur" 1000 bis 1500 Euro kosten. Mal abwarten und hoffen...

Antwort
von Privatier59, 10

So wie Du das schilderst, wurde nach dem 10.10.10 keine Tätigkeit mehr von der Steuerberaterin erbracht. Sie hätte daher schon in 2010 abrechnen können. Der Honoraranspruch war somit fällig. Die Verjährung begann mit dem 01.01.2011 und lief bis 31.12.2013.

Das Einreichen von Rechnungen vermag die Verjährunsfrist nicht zu verlängern. Oder sind etwa prozessuale Maßnahmen gefolgt?

Wenn nein, halte ich die Forderung für verjährt.

Kommentar von sweetkikkicat ,

Das ist eine seeeeeeeehr komplizierte Geschichte, schau mal hier: http://www.finanzfrage.net/frage/kostenlose-steuererklaerung--strafbar-gemacht

Kommentar von Privatier59 ,

Ja, jetzt erinnere ich mich. Man müßte das mal genau aufschlüsseln, insbesondere, ob es da eventuell Stundungsvereinbarungen gab. Die haben nämlich durchaus verjährungsverlängernde Wirkung. Stundung könnte auch stillschweigend vereinbart werden....

Kommentar von sweetkikkicat ,

Nun ja, die Vereinbarung war, dass sie an Stelle einer Bezahlung bei mir "kostenlose" Massagen bekommt. Da gab es aber keine Vereinbarung nach dem Motto: "Eine Steuererklärung kostet 500 Euro, also kannst Du für 500 Euro zur Massage kommen". Da sie eine gute Freundin war, war ausgemacht, dass sie so lange sie will kostenlos von mir Massagen bekommt (zumal wir für die letzte Steuererklärung aus 2011 ja regulär bezahlt haben). Das Ganze läuft auf eine Gerichtsverhandlung raus. Wichtig für mich war nur, ob es für die 2 Rechnungen für die Steuererklärungen für 2009 überhaupt einen rechtlichen Anspruch gibt. Und dem scheint ja so zu sein.

Kommentar von gammoncrack ,

Tja, wie heißt das leider so schön:

Bei Geld hört die Freundschaft auf....

Antwort
von blnsteglitz, 6

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