Frage von mitglied123, 2

Sind deutsche Staatsanleihen derzeit noch gefragt - trotz der niedrigen Zinsen?

Ich stelle mir die Frage, ob überhaupt noch Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen besteht, trotz der niedrigen Verzinsung. Was meint Ihr?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Privatier59,

Deutsche Privatanleger werden sicherlich kaum auf der Käuferseite stehen. Institutionelle Anleger aber haben kaum Altenativen zu Staatsanleihen. Gerade im Ausland schätzt man zudem die erstklassige Bonität Deutschlands. Da kann man sicher sein, sein Geld wieder zu bekommen. All das sind Gründe dafür, dass sich trotz Mickerzinsen Bundeswertpapiere noch verkaufen lassen.

Kommentar von NasiGoreng ,

Da kann man sicher sein, sein Geld wieder zu bekommen.

Aber nur nominal. Schon bei -2% Realverzinsung (=Zins - Inflationsrate) hat Dein Geld nach 10 Jahren 18% Kaufkraft verloren. Zudem wird die Inflationsrate bald stark steigen.

Kommentar von LittleArrow ,

Zudem wird die Inflationsrate bald stark steigen.

Sagt die Glaskugel. Leider sagt sie nur "stark" und nicht um ungefähr wieviel.

Antwort
von Rat2010,

Die Frage hätte man sich anfang Mai stellen sollen, als die Kurse der zehnjährigen Anleihen noch 3 % höher lagen.

Sie sind letzten Monat billiger geworden, also wohl nicht mehr ganz so gefragt. Das kann sich fortsetzen, muss aber nicht, weil institutionelle Anleger oft kaum Alternativen zu Staatsanleihen haben. Privatleute können es auch attraktiv finden, 1,36 % für neun Jahre sicher zu haben. Alles eine Frage der Markteinschätzung.

Antwort
von freelance,

klar. Der deutsche Staat hat kein Problem, seine Anleihen zu platzieren. Die Frage ist eher: wie kann es sein, dass D die Anleihen bei der Verzinsung losbekommt? Könnte D die Anleihen nicht verkaufen/ platzerieren, würden sich die Konditionen entsprechend anpassen, bis die Nachfrage wieder stimmt.

Antwort
von qtbasket,

Oh ja - weniger vielleicht von privaten Anlegern als vielmehr von institutionellen Anlegern. Wenn sie die Verpflichtung haben, einen gewissen Teil in sicheren papieren anzulegen sind deutsche Staatsanleihen erste Wahl- dabei ist der Aspekt der Sicherheit entscheidend, weniger die Rendite.

Nachwievor ist die Bundesrepublik Deutschland international mit triple A ein erstklassiger Schuldner...

Kommentar von NasiGoreng ,

Oh ja - weniger vielleicht von privaten Anlegern als vielmehr von institutionellen Anlegern.

...und immer noch gibt es Schwachköpfe, die kapitalbildende Lebensversicherungen abschließen.

Kommentar von qtbasket ,

Jedem hier bei dieser Frage einen klugscheißenden Kommentar darunterzuschreiben finde ich ehrlich gesagt nicht so besonders nett..

I am not amused

Kommentar von NasiGoreng ,

Niemand ist über Kritik erfreut. Man kann diese aber vermeiden, indem man bessere Antworten gibt oder auf eine Antwort verzichtet, wenn man kein Ahnung hat.

Antwort
von russel,

Vor kurzem waren die Zinsen bei einer Emission sogar negativ, das sagt alles.

Kommentar von LittleArrow ,

Was sagt das denn genau? Bitte genauer sagen als "alles".

Kommentar von NasiGoreng ,

Seit wann hat sich das denn geändert???

Sollte es da vor kurzem einen kräftigen Kurssturz der deutschen Staatsanleihen gegeben haben, von dem ich nichts mitgekriegt habe?

Kommentar von LittleArrow ,

kräftigen Kurssturz der deutschen Staatsanleihen gegeben haben, von dem ich nichts mitgekriegt habe?

@NasiGoreng: Eine Negative Emissionsrendite deutet nun nicht auf einen Kurssturz hin, sondern ganz im Gegenteil. Mir scheint, dass Dir die fundamentalen Zusammenhänge zwischen Nominalzins und Börsenkurs in Abhängigkeit von Kapitalmarktzinsentwicklungen fehlen. Vielleicht liest Du dies hier nochmal nach:

http://de.wikipedia.org/wiki/Anleihe#B.C3.B6rsenkursundBewertung

PS: Ich schreibe Dir das einfach ganz nett, ohne Deinen Kommentar - wie Du es bei anderen tun würdest - gleich als schwachsinnig zu bezeichnen.

Kommentar von NasiGoreng ,

Wenn geschrieben wird: "Vor kurzem waren die Zinsen (Russel meint wohl die Emissionsrenditen) bei einer Emission sogar negativ" dann soll das wohl heißen, dass dies jetzt nicht mehr der Fall ist. Ob das so ist, interessiert mich nicht, weil für mich - wie für jeden Privatanleger - nur die realen Emissionsrenditen zählen. Die sind auf jeden Fall schon lange negativ und werden es bis auf weiteres auch bleiben.

Zu realen Emissionsrendite im positiven Bereich, dürfte sich Schäuble und Konsorten aber nur nach einem kräftigen Kurssturz am Anleihemarkt durchringen.

Von meinen Qualifizierungen wie schwachsinnig und Döspaddel würde ich gerne Abstand nehmen, wenn es mit Formulierungen, die Anstand uns Sitte entsprechen, möglich wäre, Leute die vom jeweiligen Thema keine Ahnung haben, von falschen Antworten abzuhalten.

Kommentar von LittleArrow ,

@NasiGoreng: Deine Qualifizierungen ("Döspaddel", "schwachsinnig" etc.) könnte man entschuldigen, wenn Du Dich (nicht nur) zu einem zu hohen Alkoholgenuss am Wochenende bekennst. Vielleicht solltest Du doch besser einen Arzt wegen Deines Krankheitsbildes aufsuchen, denn derartige Äußerungen und Beleidigungen sind bei Dir nicht nur am Wochenende zu finden.

Wenn Du Dich persönlich nur für reale Renditen interessierst, dann ist das natürlich Dein gutes Recht und auch die Wichtigkeit der realen Rendite bzw. des Realzinses zu erwähnen. Allerdings solltest Du mal prüfen, ob Deine Betrachtungsweise nicht evtl. dadurch eingetrübt ist, dass Du die vergangenheitsbezogene Inflationsrate für die Zukunft (z. B. nächsten 10 Jahre) unterstellst. Es wäre zudem möglich, dass es zu einer Deflation über einen längeren Zeitraum kommt.

Kommentar von NasiGoreng ,

Alkohol: Ich bekenne mit dem den allergrößten Ausdruck tiefer Scham, dass ich jeden Tag eine halbe Flasche Wein oder eine Flasche Bier trinke. Auch der Fliegerarzt hat mir deshalb schon eine gewisse Abhängigkeit bescheinigt, mangels messbarer Ausfallserscheinungen das Medical dann aber doch erneuert.

Inflation: Ich gehe nur bei der Berechnung der realen Negativrendite von der niedrigen vergangenheitsbezogenen Inflationsrate aus. Für die kommenden Jahre erwarte ich aber eine starke Inflationsbeschleunigung.

Ich will aber nicht ganz ausschließen, dass es davor zu einer kurzen Rezession mit Deflation kommen könnte. Da diese die überschuldeten Staaten (also auch Deutschland) wegen steigender Sozialausgaben bei sinkenden Steuereinnahmen ganz aus dem Gleis werfen würde, wird das politisch sofort massiv bekämpft. Notfalls dadurch, dass im übertragenen Sinne Geld vom Hubschrauber abgeworfen wird (Bernanke). Nur eine massive Inflationierung kann die Staatsfinanzen noch retten. Und so wird es kommen!

Antwort
von althaus,

Natürlich sind die Staatsanleihen noch gefragt. Klüger wäre es gewesen zu fragen wer noch Staatsanleihen kauft. Antwort: Es sind keine private Anleger wie Du und ich, sonder Instututionelle (Versicherungen, Banken, Fonds) die hunderte Millionen von Euro anlegen müssen und dafür sind die Anleihen liquide und sicher genug.

Kommentar von NasiGoreng ,

Über die schwachsinnigen Antworten die zu diesem Thema hier bereits gegeben wurden, ragt Deine turmhoch hinaus. Du hast wenigstens nicht von Sicherheit, Rendite und Geld wieder zurückbekommen geschrieben.

Im übrigen gehe ich davon aus, dass vor allem ausländische Spekulanten deutsche Staatsanleihen kaufen, in der Erwartung dass diese nach dem Zusammenbruch des Euros in DM Anleihen umgetauscht werden und dann einen fetten Aufwertungsgewinn bringen.

Antwort
von NasiGoreng,

Die niedrigen Zinsen sind doch gerade der schlüssige Beweis, dass die Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen übermäßig hoch ist.

Du wirst es in nicht mehr ferner Zeit erleben, dass die Nachfrage plötzlich einbricht und damit auch die hohen Kurse für minimal verzinsliche Anleihen. Bei einem Kurs von 80% rentiert dann auch eine Anleihe mit 1% Nominalzins und einer Restlaufzeit von 10 Jahren ungefähr mit 4%.

Die Besitzer von Anleihen gehen finsteren Zeiten entgegen.

Kommentar von LittleArrow ,

Nun, zu einer Erklärung dieser Nachfrage dient Deine Antwort allerdings nicht, allenfalls wiederholt sie die beobachtete Situation:-(

Aber ich sehe davon ab, sie als schwachsinnig zu bezeichnen, wie Du es selber zutreffend tun würdest;-)

Kommentar von NasiGoreng ,

Ich habe Deine Kritik zum Anlass genommen, die Frage nochmals genau zu lesen.

Ich habe keinen Anlass gefunden, meine Antwort inhaltlich zu ändern. Vielleicht hätte ich aber ausführlich schreiben sollen, dass Angebot und Nachfrage auch für die Preisentwicklung von Staatsanleihen maßgeblich sind. Hohe Preise für deutsche Staatsanleihen bedeuten niedrige Zinsen und beides ist nur möglich, wenn es eine große Nachfrage nach Staatsanleihen gibt.

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