Frage von laufenburg, 16

Sind binäre Optionen eigentlich Betrug?

Hi zusammen,

und zwar beziehe ich mich bei meiner Frage auf folgende Quelle:http://www.binoptpoint.de/grundlagen/sind-binaere-optionen-betrug/

Dort steht, dass binäre Optionen kein Betrug sind. Aber ist es nicht so, dass selbst Profi-Spekulanten täglich mehrere Millionen Euro verzocken und dadurch teilweise Staaten in Schieflage geraten sind?

Ich würde gerne eure Meinung hören :)

Antwort
von gandalf94305, 11

Was denn schon wieder dieser seltsame Website? Willst Du unbedingt Links dorthin generieren, damit Google den Site höher bewertet?

Binäre Optionen sind ein derivatives Finanzinstrument, das im Prinzip nichts anderes als eine Art Versicherungsprämie darstellt.

Wenn beispielsweise ein Anstieg des Spotpreises für Weizen über einen gewissen Betrag für Dich ein wirtschaftliches Problem darstellen würde, dann kannst Du über Futures Dir heute schon einen Preis sichern, mit dem zu planen ist. Man könnte sich auch über Optionsscheine absichern und damit je höher eine Rückzahlung erhalten, je höher der Weizenpreis ausfällt. Die tatsächlichen Kosten werden damit also gedeckelt.

Binäre Optionen sind im Prinzip Wetten auf ein bestimmtes Ereignis mit einer festen Prämie. Das ist so ähnlich wie eine Versicherung, die im jeweiligen Fall einen festen Betrag zahlt. Während diese Technik zur Absicherung von Risiken institutioneller Anleger sinnvoll genutzt wurde, um z.B. Gaps in wesentlichen Indices (u.a. auch dem VIX) abzusichern, ist meiner Meinung nach das heutige Geblubber von Binären Optionen als lukrativem Trading-Instrument kompletter Unsinn. Das Geschäft damit ist höchst riskant und man verliert damit schnell in kurzer Zeit viel Geld.

Natürlich ist das kein Betrug, denn es handelt sich um eine klare kontraktuelle Vereinbarung, aber eine Seite ist im Informations- und Erfahrungsnachteil. Daher: Finger weg. Privatanleger brauchen IMHO so etwas überhaupt nicht und werden damit nachhaltig auch kein Geld machen können.

Antwort
von Privatier59, 7

Hier ist der Tatbestand des Betrugs gemäß § 263 StGB. Erzähle uns doch mal, welche Tatbestandsmerkmale davon bei der binären Option erfüllt sein sollen:

"§ 263 Betrug

(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

(3) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter

1. gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung von Urkundenfälschung oder Betrug verbunden hat,

2. einen Vermögensverlust großen Ausmaßes herbeiführt oder in der Absicht handelt, durch die fortgesetzte Begehung von Betrug eine große Zahl von Menschen in die Gefahr des Verlustes von Vermögenswerten zu bringen,

3. eine andere Person in wirtschaftliche Not bringt,

4. seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger mißbraucht oder

5. einen Versicherungsfall vortäuscht, nachdem er oder ein anderer zu diesem Zweck eine Sache von bedeutendem Wert in Brand gesetzt oder durch eine Brandlegung ganz oder teilweise zerstört oder ein Schiff zum Sinken oder Stranden gebracht hat.

(4) § 243 Abs. 2 sowie die §§ 247 und 248a gelten entsprechend.

(5) Mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer den Betrug als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung von Straftaten nach den §§ 263 bis 264 oder 267 bis 269 verbunden hat, gewerbsmäßig begeht.

(6) Das Gericht kann Führungsaufsicht anordnen (§ 68 Abs. 1).

(7) Die §§ 43a und 73d sind anzuwenden, wenn der Täter als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung von Straftaten nach den §§ 263 bis 264 oder 267 bis 269 verbunden hat. § 73d ist auch dann anzuwenden, wenn der Täter gewerbsmäßig handelt."

Ich bin gespannt.

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